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Bürgerschaft gibt grünes Licht für die Sanierung der MuK

Lübeck Bürgerschaft gibt grünes Licht für die Sanierung der MuK

Der erste Abschnitt mit der Reparatur des Konzertsaals ist finanziert. Für den weiteren Bau werden jetzt kreative Ideen geprüft.

Bürger für die MuK: Diese Behälter mit Postkarten, auf denen sich Lübecker für die Sanierung der Musikhalle ausgesprochen haben, stehen während der Sitzung auf dem Tisch.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Zwischendurch wurde es doch noch einmal eng — und MuK- Geschäftsführerin Ilona Jarabek während der leidenschaftlichen Debatte in der Bürgerschaft immer nervöser. Völlig überraschend hatten CDU und Grüne die Freigabe der vier Millionen Euro städtischer Gelder an eine Reihe von Auflagen geknüpft. Die ab 2018 geplante Sanierung von Fassade, Dach und anderen Räumen der Musikhalle sollte nicht mehr aus dem städtischen Haushalt bezahlt werden. Stattdessen sollte die Verwaltung weitere Landeszuschüsse und andere Drittmittel einwerben. Und wenn die MuK wieder in neuem Glanz erstrahlt, soll die Verwaltung Wege prüfen, die Besucher zur Kasse zu bitten.

Da platzte SPD-Fraktionschef Jan Lindenau der Kragen. „CDU und Grüne legen der Sanierung weitere Stolpersteine in den Weg“, wetterte der SPD-Politiker und sprach sogar von einem „Dolchstoß gegen die MuK“. Wenn die Eintrittspreise wegen der MuK-Sanierung stiegen, würden die Veranstalter der Halle den Rücken kehren. Auch Linken-Fraktionschefin Antje Jansen kritisierte die Auflagen. „Wenn wir die Preise erhöhen, dann kommen keine Veranstalter mehr.“ Die Idee, die Sanierung über Fundraising und Sponsoring zu finanzieren, sei Unsinn. Jansen: „Das bringt Pfennige, aber keine Millionen.“ Bruno Böhm (Freie Wähler) drückte aufs Tempo: „Wir dürfen die Sanierung nicht weiter verzögern.“ Das Finanzierungskonzept von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) nannte er grandios.

Das sahen viele Politiker ganz anders. „Saxe hat für den zweiten Bauabschnitt seine Hausaufgaben nicht gemacht“, kritisierte Grünen-Fraktionschef Thorsten Fürter. Die MuK dürfe auch nicht gegenüber maroden Schulen und Brücken bevorzugt werden. Die Halle werde überwiegend von Mittel- und Oberschicht besucht, sagte Fürter. Kongressteilnehmer und Besucher von Ü-30-Partys könnten einen finanziellen Beitrag leisten. „Wir dürfen keine ungedeckten Schecks ausstellen“, begrüßte BfL- Fraktionschef Marcel Niewöhner die Auflagen, „die finanzielle Lage der Stadt ist prekär.“ Ragnar Lüttke (Linke) verteidigte die intensiven Debatten über die Finanzierung der Halle. Lüttke: „Es gibt Unmut in der Bevölkerung, weil für die MuK Geld vorhanden ist, nicht aber für andere Einrichtungen.“

Partei-Piraten und Liberale beantragten, dass die Stadt per Markterkundungsverfahren andere Betreibermodelle für die MuK prüfen sollte. „Wir müssen für den zweiten Bauabschnitt über den Tellerrand schauen“, forderte Oliver Dedow (Partei-Piraten). Das wurde von der Mehrheit aber abgelehnt.

Der CDU-Fraktionschef Andreas Zander kritisierte die Polemik der Debatte. „Wir wollen einen gemeinsamen Weg gehen“, sagte Zander und bot einen Kompromiss an. Der wurde nach einer Unterbrechung der Sitzung einstimmig angenommen. Die Auflagen, die CDU und Grüne beantragt hatten, wurden entschärft. Der erste Bauabschnitt wird sofort angepackt, der zweite Bauabschnitt soll möglichst ohne städtische Investitionsgelder auskommen. Die Prüfung, ob Nutzer der MuK später zur Kasse gebeten werden, wird kommen. Kommentar von MuK-Chefin Jarabek: „Ich bin erleichtert, jetzt können wir so schnell wie möglich loslegen.“

Frank Zahn (SPD) stellte schließlich klar, dass die MuK kein Vergnügen der Mittel- und Oberschicht ist. Zahn: „Die Oberschicht geht nicht zu Cindy aus Marzahn oder zur Bagaluten-Wiehnacht. Das Programm ist für alle da.“

Kai Dordowsky

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