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Bürgerschaft Wallhalbinsel: Bürgerschaft sagt Ja zum Alternativ-Konzept
Thema B Bürgerschaft Wallhalbinsel: Bürgerschaft sagt Ja zum Alternativ-Konzept
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08:34 26.02.2016
Blick von der Senatorenbank in den Bürgerschaftssaal: Bausenator Franz-Peter Boden (SPD, l.) sitzt traditionell ganz außen, ihm gegenüber die CDU-Fraktion. An der anderen Seite des Raumes hat die SPD ihren Platz. Sie sitzt am Eingang, von dort geht es zur Lobby. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
Innenstadt

BfL-Mann Volker Krause enthält sich. Einzige Auflage für die Initiative Projektgruppe Hafenschuppen (PIH): Sie soll Sozialwohnungen sowie autofreie Flächen bauen. Das haben SPD, Grüne, Linke auf Antrag der Öko-Partei durchgesetzt. Jetzt müssen noch etliche Fragen geklärt werden, erst danach kann die Initiative die Flächen kaufen Die Debatte ist kurz und knackig. „Ich halte das für ein tragfähiges Konzept“, sagt Hauke Wegner (CDU). Er ist sich sicher: „Viel besser als das, was jetzt vorliegt, kann es nicht werden.“ Ragnar Lüttke (Linke) gesteht: „Mich hat das Konzept einigermaßen überzeugt. Grünen-Vormann Thorsten Fürter: „Es ist ein tragfähiges Konzept, das verschiedene Dinge unter einen Hut bringt.“ Ihm ist wichtig, dass auf der Wallhalbinsel nicht nur Wohnungen gebaut werden. Durch das Konzept werde die Altstadt bis auf die Landzunge erweitert.

In der Bildergalerie sehen Sie weitere Grafiken und erfahren Details zu den Plänen für die Nördliche Wallhalbinsel.

Die SPD überzeugt das Konzept indes nicht. „Für drei Schuppen steht die Finanzierung überhaupt nicht“, kritisiert Fraktionschef Jan Lindenau. So gebe es für Proberäume und Theater gar keine Finanziers. „Da wird auf Stiftungen gehofft“, ärgert sich Lindenau. Aus seiner Sicht „ist das keine Stadtteilentwicklung“. Er warnt: „Sie wollen da ein Projekt auf den Weg bringen, dessen Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen ist.“ Zudem sei völlig offen, wie die 650000 Euro bezahlt werden sollen, die die Stadt bereits in die Entwicklung der Wallhalbinsel gesteckt hat. Und die Initiative könne nicht einmal den richtigen Preis für das Areal benennen. Außerdem: „Auf der Roddenkoppel wird all das schon gebaut, was die Initiative auf der Wallhalbinsel geplant hat“, sagt Lindenau mit Blick auf die neue Kulturwerft. Der Fraktionschef macht klar, dass das Konzept noch lange nicht umgesetzt wird: „In den nächsten zwei Jahren wird kein Stein umgedreht.“

Zunächst müssten Fragen geklärt und der Bebauungsplan geändert werden.

Das kontert die CDU. „Das hätten wir alles früher haben können“, sagt Wegner. „Das haben Sie zu verantworten.“ Denn SPD, Grüne und Linke hatten im September 2013 beschlossen, dass die Wallhalbinsel zwei Jahre entwickelt werden kann. Wegner: „Das war eine Defacto-Ausschreibung.“ Er mutmaßt: „Sie haben gehofft, dass die Bürgerinitiative kein Konzept hinbekommt.“ Jetzt würden sich aber renommierte Unternehmen aus Lübeck beteiligen. Nun würden andere Dinge gesucht, damit das Projekt nicht vorankomme. Zu der Forderung über die 650000 Euro sagt Wegner: „Es ist nicht üblich, dass andere Kosten tragen müssen, mit denen sie gar nichts zu tun haben.“ Und: „Das hätten Sie damals ja beantragen können.“

Lüttke sieht es genauso: „Es sollte bis Ende 2015 ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept vorliegen.“ Das sei geschehen. „Über Wirtschaftlichkeit kann man streiten: Soll es 10, 20, 100 Jahre wirtschaftlich sein?“ Außerdem könne man der Initiative nicht vorwerfen, dass es keinen Preis für das Areal gebe. Lüttke: „Wenn die Stadt der Initiative die Zahl nicht nennt, kann die Stadt der Initiative jetzt nicht vorwerfen, dass sie sie nicht hat.“

Josephine von Zastrow

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