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Flughafen Blankensee Überraschung am Airport: Peter Steppe wird erneut Geschäftsführer
Thema F Flughafen Blankensee Überraschung am Airport: Peter Steppe wird erneut Geschäftsführer
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19:20 14.04.2015
Wieder Wechsel an der Spitze des Lübecker Flughafens: Markus Matthießen (vorne) verlässt den Airport, Dr. Peter Steppe wird sein Nachfolger. Er hatte den Airport bereits 13 Jahre lang bis 2005 geleitet. Seit November 2014 ist Steppe schon Leiter des Flughafenbetriebs.  Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Der neue Chef ist der alte: Der Lübecker Flughafen hat wieder einen neuen Geschäftsführer. Zum 1. Mai tritt Peter Steppe das Amt an. Das ist mittlerweile der achte Wechsel auf dem Chefsessel des Airports innerhalb von zehn Jahren. Steppe war bereits 13 Jahre lang Chef des Flughafens in Blankensee – bis Dezember 2005. Er wollte aus dem kleinen Verkehrslandeplatz im Süden Lübecks ein internationales Drehkreuz machen und holte den irischen Billigflieger Ryanair in die Stadt. Dann wurde der Airport an die Neuseeländer Infratil verkauft – und Steppe verschwand fast zehn Jahre lang von der Bildfläche, wirkte ab und an im Hintergrund des Airports mit.

Steppe löst jetzt Markus Matthießen ab, der den Airport nicht einmal ein Jahr lang führte. „Das war so geplant“, sagt Matthießen. Denn er hatte den Verkauf des Flughafens an den Chinesen Yongqiang Chen mit eingefädelt und sollte die Anfangszeit des Airports mitgestalten. Dessen Firma PuRen Germany GmbH betreibt den Flughafen seit August 2014. Steppe ist seit vergangenen November wieder am Airport. „Die Ernennung zum Geschäftsführer hat mich überrascht“, erklärt der 56-Jährige, „Flughafen betreiber Chen hat das so entschieden“. Der studierte Maschinenbauingenieur war bislang Airport Operation Manager und leitete den Betrieb des Flughafens. Davor arbeitete der gebürtige Augsburger als technischer Direktor bei Hamburg International und Geschäftsführer von Avia tion & Aircraft Assets GmbH. Die aktuell 70 Mitarbeiter des Airports wurden gestern auf einer Betriebsversammlung über den personellen Wechsel informiert. Steppe hat sich in letzter Zeit intensiv um die Ansiedlung einer Flugschule gekümmert. „Zum Herbst soll die Flugschule mit zehn Maschinen starten“, erklärt der künftige Geschäftsführer.

Außer Steppe hat niemand so lange auf dem Chefsessel des Flughafens gesessen. Der Posten gleicht einem Schleudersitz. Im Dezember 2005 musste Steppe gehen, weil die Stadt den Airport das erste Mal verkauft hatte. Matthias Seidenstücker vom Investor Infratil übernahm die Geschäfte. Die Neuseeländer hatten ihn mitgebracht. Er blieb bis März 2007. Dann kam der Schotte Tom Wilson. Den beiden Männern stand Johannes Scharnberg bis September 2008 als Co-Pilot zur Seite, der ursprünglich von der Stadt kam. Dann stiegen die Neuseeländer wieder aus, der Airport fiel zurück an die Stadt. Vom Dezember 2009 bis Februar 2011 hatten Doris Böhmke und Michael Lange als Doppel-Spitze das Sagen. Darauf folgte Jürgen Friedel – von Mai 2011 bis Oktober 2013.

Dann wurde der Flughafen zum zweiten Mal von der Hansestadt verkauft. Diesmal an den Deutsch-Ägypter Mohamad Rady Amar. Der setzte Siegmar Weegen aus seinem Beraterstab als Chef ein. Der blieb von Oktober 2013 bis Juli 2014 Chef – mit einer kurzen Unterbrechung aus gesundheitlichen Gründen. Denn als der Airport im April 2014 Insolvenz anmeldete und der Eigentümer Amar sich sang- und klanglos aus dem Staub gemacht hatte, führte er die Geschäfte des insolventen Airports weiter. Im August 2014 verkaufte der Insolvenzverwalter den Flughafen dann an Chen, einen reichen Chinesen. Der hat Kontakte ins Lauenburgische und auch zum CDU-Mann Markus Matthiesen – und der wurde im August zum Airport-Chef ernannt. Jetzt ist auch seine Amtszeit am Flughafen wieder zu Ende.

Vier Flugziele ab Lübeck
Zwei Fluglinien werden derzeit ab Blankensee angeflogen – Kiew in der Ukraine und Danzig in Polen. Beide Routen hat die ungarische Linie Wizz Air im Programm. Sie ist die einzige Fluggesellschaft, die noch ab Lübeck Airport fliegt.
Zwei neue Flugziele nimmt Wizz Air in diesem Jahr ab Lübeck auf. Ab dem 24. April wird Riga in Lettland angeflogen, ab 1. Juli geht es nach Skopje in Mazedonien. Damit sollen die Flüge pro Woche am Airport von derzeit sechs auf zehn steigen.

Von Josephine von Zastrow und Kai Dordowsky

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