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News Hochzeitskorsos haben ein Nachspiel
Thema F Freizeit Heiraten in Lübeck und Umgebung News Hochzeitskorsos haben ein Nachspiel
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17:40 27.03.2018
Polizisten durchsuchen in Lübeck alle 26 Fahrzeuge des Korsos und stellen sechs Schreckschusspistolen sicher. Quelle: Foto: Holger Kröger
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Lübeck/Hamburg

Es waren zwar nur Schreckschusspistolen, dennoch war die Gefahr groß: Die eskalierte Hochzeitsfeier auf der Autobahn 226 bei Lübeck (die LN berichteten) hätte einen schweren Unfall verursachen können, sagt Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. Andere Verkehrsteilnehmer hätten die Pistolen für eine echte Schusswaffe halten und in Panik geraten können. „Eine Schreckschusspistole sieht genauso aus wie eine richtige“, sagt Gerlach. Aus Angst könnten Autofahrer schnell das Steuer verreißen – auf der Autobahn sehr gefährlich. Derzeit werde überprüft, ob die Besitzer auch einen entsprechenden Waffenschein besitzen, sagte der Polizeisprecher weiter.

 

In einem Video ist eine der Waffen zu sehen (roter Kreis). Quelle: Foto: Ln-Online

Der Hochzeitskorso hatte am Sonnabend den Verkehr auf der A 226 bei Lübeck lahmgelegt. Zeugen meldeten der Polizei, dass aus Fahrzeugen geschossen wurde und die beiden Fahrstreifen blockiert wurden. Ein 21-jähriger Fahrer stoppte den Verkehr kurzzeitig komplett, als er seinen Wagen quer auf die Straße stellte. Die Polizei griff ein und leitete die insgesamt 26 Fahrzeuge auf einen Parkplatz bei der Lohmühle. Bei der anschließenden Kontrolle stellten die Beamten sechs Schreckschusspistolen samt Munition sicher. Gegen den 21-jährigen Lübecker wird außerdem wegen Straßenverkehrsgefährdung ermittelt.

„Das ist grob verkehrswidriges Verhalten“, betont Gerlach. Deswegen informieren die Beamten die Führerscheinstelle und die Waffenbehörde über die Aktion. Diese können entscheiden, Führer- oder Waffenschein der Täter zu überprüfen und zu entziehen.

Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte ein ganz ähnlicher Fall für einen großen Polizeieinsatz in Hamburg gesorgt. Anwohnern war am Freitagabend ein Autokorso auf der B 5 bei Hamburg-Billstedt aufgefallen. Bis zu 20 Fahrzeuge sollen mit aufheulenden Motoren über die Straße gerast sein und vermeintliche „Schüsse“ abgefeuert haben. „Augenscheinlich handelte es dabei um die Kolonne einer Hochzeitsgesellschaft“, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth.

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Mit abruptem Abbremsen und Beschleunigen gefährdeten die Fahrer den Verkehr. Wie im Action-Film blockierten die Straßenrowdys sogar die Polizei, als die versuchte, die Fahrzeuge zu stoppen. „Wir haben immer mal wieder einen Hochzeitskorso“, sagte Abbenseth. „Aber so dreist war es noch nie.“ Als die B 5 komplett gesperrt wurde, konnten die Polizisten die Kolonne ausbremsen. Bei der Kontrolle fanden die Beamten zwar keine Schreckschusswaffen, dafür aber illegale Böller. Außerdem wurden zwei Autos beschlagnahmt. Sie wurden so manipuliert, dass sie erheblich lauter sind, als es erlaubt ist. „Die weiteren Ermittlungen zu den begangenen Verkehrsdelikten dauern an“, sagt Abbenseth.

Sowohl in Lübeck als auch in Hamburg sind solche gefährlichen Autokorsos aber die Seltenheit. „Wir konnten in Lübeck keine ähnlichen Vorfälle feststellen“, sagt Gerlach.

 Von Saskia Hassink

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