Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Innenstadt 3500 Polizisten schützen Polit-Gipfel in Lübeck
Thema I Innenstadt 3500 Polizisten schützen Polit-Gipfel in Lübeck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:50 20.03.2015
Unter anderem der Markt wird während des G7-Außenministertreffens in Lübeck zum Sperrgebiet. Quelle: Maxwitat
Anzeige
Innenstadt

Es ist der größte Einsatz der Polizei Schleswig-Holsteins: Am 14. und 15. April kommen die Außenminister der sieben führenden Wirtschaftsnationen in Lübeck zusammen, 3500 Beamte werden für ihre Sicherheit sorgen. „Es gab noch keine Veranstaltung dieser Größenordnung“, sagt Lübecks Polizeichef Heiko Hüttmann. Die Innenstadt wird die Auswirkungen dieses Treffens deutlich zu spüren bekommen, so entstehen Sicherheitszonen rund um das Hansemuseum, das Rathaus sowie auf der südlichen Wallhalbinsel zwischen Radisson Blu Senator Hotel und Musik- und Kongresshalle (MuK).

Die Sperrzonen entstehen am Montag, 13. April, ab 15 Uhr und dauern voraussichtlich bis Mittwochnachmittag – der Markt wird bereits am Dienstagabend wieder freigegeben. „Das Passieren ist nur in Einzelfällen möglich und nach Kontrolle“, sagt Hüttmann. Anwohner müssen damit rechnen, dass sie ihre Ausweise vorzeigen müssen. „Wir wollen die Beeinträchtigungen aber so gering wie möglich halten“, so Hüttmann. Er widerspricht Aussagen von Gipfel-Gegnern, Lübeck werde zu einer Festung.



Zur Galerie
Frankreichs Außenminister Laurent Fabius (68) gehört zu den alten Hasen in der Gruppe der sieben Außenminister der mächtigsten Industrienationen. Er ist am längsten im Amt: seit Mai 2012. Fabius war von 1984 bis 1986 sogar Premierminister, gilt als erfahrener, sozialistischer Politiker.

Doch schon jetzt ist klar: Vollkommen friedlich wird das Gipfel- Treffen nicht ablaufen. Die G7- Gegner wollen alles daran setzen, die Konferenz zu torpedieren – unter anderem mit Blockaden. Außerdem sind bereits sechs Demonstrationen auf der Innenstadtinsel, der nördlichen Wallhalbinsel und am Gustav-Radbruch-Platz mit insgesamt 3000 Teilnehmern angemeldet. Polizeichef Hüttmann: „Das ist nur ein Zwischenstand, der sich bis kurz vor dem Gipfel noch ändern kann.“ Deshalb seien auch die Sperrungen noch nicht endgültig.

Weiterlesen: „Belagerungszustand“: Lübeck wappnet sich für G7-Gipfel

Ziel sei es jedoch, allen gerecht zu werden. So müssen die Polizisten die Sicherheit garantieren, Demonstrationen zulassen und Lübecks Einwohner so wenig wie möglich behindern. Bürgermeister Saxe weist zudem die Kritik zurück, er habe den G7-Gipfel in Lübeck haben wollen. „Außenminister Steinmeier kam auf mich zu.“ Saxe habe sich darüber sehr gefreut, außerdem würde die Mehrheit der Lübecker das Treffen befürworten. Er hofft daher, „dass alles friedlich bleibt“.

Peer Hellerling

Gegner wollen Gipfel blockieren

Das Aktionsbündnis „Stop G7 Lübeck“ kritisiert das Politikertreffen harsch, Lübeck verwandle sich „in eine Festung“. Aktivist Christoph Kleine: „Die Entscheidung, den Gipfel mitten in einer belebten Innenstadt durchzuführen, dient ausschließlich der medialen Inszenierung von Macht.“ Die Kosten von zehn Millionen Euro allein für das Polizeiaufgebot seien keinesfalls gerechtfertigt. Am 14. April soll es einen Aktionstag mit Demonstration geben. „Block G7 Lübeck“ wiederum will die Eingänge des Rathauses und des Hansemuseums besetzen, „um das Treffen zu stören oder zu verhindern“, sagt Aktivistin Maren Janotta.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige