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Innenstadt Ein Holstentor im Holstentor
Thema I Innenstadt Ein Holstentor im Holstentor
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19:15 17.07.2015
Knallbunt schuf Andy Warhol sein Holstentor. Quelle: Lübecker Museen
Innenstadt

Die Lübecker Museen zeigen in diesem Sommer, was sie haben. Jedes Haus rückt im Juli und August ein außergewöhnliches Exponat in den Blick. Das besondere Exponat im Holstentor ist das Bild „Holstentor 1980“ von Andy Warhol.

„Ein Kunstwerk von Warhol für die Lübecker. Das ist eine Ehre“, sagt Irena Trivonoff von der Kulturstiftung stolz. Der berühmte Künstler und Pop-Art-Mitbegründer kam am 13. November 1980 aus New York nach Lübeck, um eine Ausstellung im Möbelhaus Reese zu eröffnen. Er hinterließ der Hansestadt ein flippiges Gemälde von ihrem Wahrzeichen. Warhol gestaltete das Kunstwerk mittels verschiedener Fotosegmente. Die drei dominierenden Farbtöne sind ein leuchtendes Blau für den Himmel, ein grelles Pink für das Gebäude und ein giftiges Grün für Bäume und Rasenfläche.

Das Holstentor gehört zu einer Reihe von Bildern, die Warhol von deutschen Bauwerken gefertigt hat. Anschließend schuf der Künstler noch dreimal das gleiche Holstentor-Motiv, aber mit anderen Farbkombinationen. Sein pinkfarbenes Holstentor blieb in Lübeck. Im Jahr 2008 gelangte es mit Hilfe der Friedrich-Bluhme-und-Else- Jebsen-Stiftung in den Besitz der Museen für Kunst und Kulturgeschichte. Gezeigt wurde es bislang nur in der Kunsthalle St. Annen. Nun ist Warhols Holstentor erstmals im echten Holstentor zu sehen. Acht Wochen lang können Besucher das Kunstwerk dort bewundern. „Wir wollen in den Fokus rücken, dass wir hier so ein Schmuckstück haben“, erklärt Trivonoff.

Deshalb lenkt heute auch der bekannte Street-Art-Künstler Vaine die Aufmerksamkeit auf das Holstentor. Er gehört zu den wenigen Sprayern, die von ihrer Kunst leben können. Seine Arbeiten kann man in Behörden, Bordellen oder Pressehäusern bewundern. Trivonoff: „Vaine passt zu Warhol, weil er auch quer denkt und etwas wagt.“

Früh morgens beginnt der Sprayer, das Stadttor mit Farbe auf einen 28 Quadratmeter großen Untergrund vor den Torbogen zu spiegeln. Vaine wird bis in den späten Nachmittag an dem bunten Gemälde arbeiten. Wer mag, kann ihm dabei über die Schulter sehen. Um 14 Uhr wird Dr. Thorsten Rodiek, Direktor der Museen für Kunst und Kulturgeschichte, Vaine besuchen. Außerdem verrät er, warum Warhol damals nach Lübeck kam.

ar

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