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Innenstadt New Yorker Künstler zu Gast in Lübeck
Thema I Innenstadt New Yorker Künstler zu Gast in Lübeck
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17:42 05.02.2016
Gast aus New York: Gabriele Schopenhauer begrüßt den Künstler der Ausstellung „Nachbarn“, Ken Aptekar, im Rathaus. Quelle: Elisabeth Riedel
Innenstadt

Ken Aptekar ist ein Künstler, der Malerei mit Texten kombiniert. Ein Mann, der zwischen New York und Paris pendelt, der in der Welt zu Hause ist. Nun stellt der Konzeptkünstler sein Lübecker Projekt mit dem Titel „Nachbarn“im St.-Annen-Museum in der Hansestadt aus.

Es sei eine als Gesamtkunstwerk zu verstehende Präsentation, so das Museum. Darin thematisiert der Künstler sowohl Ereignisse der Lübecker Geschichte zur Zeit des Dritten Reichs als auch das nachbarschaftliche Zusammenleben in der Gegenwart.

Gestern begrüßte Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer den Künstler im Rathaus. Für ihn sei es bisher der sechste Besuch in Lübeck, verriet Aptekar. „Ich bin sehr von der Architektur angetan und entdecke jedes Mal wieder wunderschöne Ecken.“ Besonders die Überschaubarkeit der Stadt findet Aptekar einladend. „In New York und Paris, wo ich lebe, ist das ja völlig anders. Die Leute hier sind sehr warm und gastfreundlich.“ Aber eigentlich komme er hauptsächlich wegen des Marzipans, scherzte er. „Das ist hier wirklich ausgezeichnet.“

Eine andere Lübecker Besonderheit war es aber, die den Künstler für seine neueste Ausstellung „Nachbarn“ inspirierte. „Das von christlicher Kunst geprägte St.-Annen-Museum steht direkt neben dem Grundstück der Synagoge — somit sind beide Institutionen unmittelbare Nachbarn“, erklärte Aptekar seine Überlegungen. Zudem erzählte Aptekar von seinen Treffen mit Rodolfo Hofmann. „Er war der letzte Jude vor dem Zweiten Weltkrieg, der seine Bar Mizwa in der Lübecker Synagoge feierte.“ Hofmann verließ Lübeck vor Beginn des Krieges, Aptekar lernte ihn bei seinem Besuch in Chile kennen. „Für mich ist Hofmann ein Beispiel für das Nebeneinanderleben von Juden und Christen, das die Nazis kaputt gemacht haben.“ Die Geschichte von Rodolfo Hofmann und deren Familie ist daher Teil der Ausstellung „Nachbarn“.

Weiterhin betrachte das Projekt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten, die Nachbarschaft mit sich brächte. Die Bildbeschriftungen seiner Stücke sind sowohl in Deutsch, als auch in Englisch, Türkisch und Russisch verfasst. „Sie verweisen auf die Herkunftsländer der unterschiedlichen Nachbarn im ursprünglich von deutschen Christen geprägten Stadtviertel St. Aegidien.“

Die Ausstellung beginnt am Sonntag, 7. Februar, und ist bis zum 29. Mai im St.-Annen-Museum zu sehen. Am Sonntag, 11.30 Uhr, werden Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, und Dr. Thorsten Rodiek, Museumsdirektor, die Begrüßung vornehmen. Außerdem wird Autorin Erica Fischer eine Festrede halten. Der Künstler Ken Aptekar wird ebenfalls anwesend sein. Der Eintritt kostet sieben, ermäßigt 3,50 Euro, und Kinder zahlen 2,50 Euro.

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