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Innenstadt Uni-Urologie-Chef will Klinik neu aufstellen
Thema I Innenstadt Uni-Urologie-Chef will Klinik neu aufstellen
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21:24 15.10.2015
Prof. Axel Merseburger leitete den Workshop in den Media Docks zur Proteomanalyse. Quelle: Hollinde

Er ist erst seit dem Sommer auf dem Campus, und schon hat er das erste Ausrufezeichen gesetzt: Prof. Axel Merseburger, neuer Chef-Urologe an der Uniklinik. In die Media Docks holte er jetzt einen Workshop, an dem rund 50 Grundlagenforscher und Kliniker aus ganz Deutschland teilnahmen. „Es geht um einen der neuen Forschungsschwerpunkte, den ich aus Hannover mitgebracht habe“, erklärte der 39-Jährige. Und halten hier die ersten Ergebnisse, was sie versprechen, wäre der Nutzen für Blasenkrebs-Patienten durchaus groß.

„Wir arbeiten an der sogenannten Proteomanalyse, die es durch Analyse bestimmter Proteine im Urin erlaubt, Hinweise auf ein Tumorleiden zu erhalten“, so Merseburger. So könnte Betroffenen die zur Abklärung nötige Blasenspiegelung teils erspart bleiben. „Diese auch als Urethrozystoskopie bezeichnete Nachweismethode kann unangenehm sein, und gerade Patienten, bei denen ein Blasentumor entfernt wurde, müssen die erste Zeit vierteljährlich zur Kontrolle“, fügte der Experte an. Da sei ein alternatives Diagnostik-Verfahren willkommen.

Zum Winter dieses Jahres soll nun eine großangelegte Studie starten, die bundesweit 500 Patienten einschließen wird. „Ich hoffe, dass wir dann Mitte nächsten Jahres Resultate vorliegen haben, die uns in der Sache eine eindeutige Aussage zugunsten oder zulasten dieses molekularen Markers aussprechen lassen“, kommentierte der Mediziner. Zum Blasenkrebs allgemein sagte er: „Es ist der zweithäufigste urologische Tumor; Leitsymptom ist Blut im Urin und Hauptrisikofaktor Rauchen.“

Zuletzt war Merseburger als Stellvertretender Direktor in der Abteilung Urologie und Urologische Onkologie an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig. Seine klinischen Schwerpunkte liegen im Bereich der urologischen Onkologie und der minimal-invasiven Chirurgie. Besondere Erfahrung besitzt er außerdem im Bereich der nerv-erhaltenden Beckenchirurgie und Metastasenchirurgie.

Dass sein Posten durchaus eine Herausforderung darstellt — der Vorgänger blieb nur ein halbes Jahr —, ist ihm bewusst. „Mein Ziel ist es, zusammen mit den niedergelassenen urologischen Kollegen und den Kollegen am UKSH eine urologische Versorgung auf höchstem Niveau anzubieten“, betonte der gebürtige Niedersachse. Der Aufbau von fünf „Departments“ wie zum Beispiel Andrologie und Steinchirurgie solle das Profil schärfen. „Und am 25. November gründen wir in Kooperation mit dem Urologischen Zentrum Lübeck eine Selbsthilfegruppe Harnblasenkarzinom“, kündigte er an. mho

LN

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