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Kastration soll das Leiden der Katzen verhindern

Lübeck Kastration soll das Leiden der Katzen verhindern

Durch ein landesweites Projekt sollen die Qualen von freilebenden Katzen verhindert werden. Nicht selten leiden sie unter Hunger, Kälte, Krankheiten und Verletzungen. Das Projekt ermöglicht die kostenlose oder kostenreduzierte Kastration wilder und privat gehaltener Katzen. Jetzt begann in Lübeck die dritte Aktionsphase.

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Auszubildende Sarah Krüger bereitet eine Kastration vor.

Kücknitz. Katzen sind für viele Menschen faszinierende Geschöpfe — unabhängig, kuschelig und geheimnisvoll gleichermaßen. Doch gerade in ländlichen Räumen gibt es nicht nur anschmiegsame Stubentiger, sondern auch eine große Anzahl freilebender Katzen, die nicht selten unter Hunger, Kälte, Krankheiten und Verletzungen leiden. Um das Elend dieser wilden Katzen in Schleswig-Holstein zu bekämpfen, hatte das Landwirtschaftsministerium in Kooperation mit dem deutschen Tierschutzbund und der Tierärztekammer bereits 2014 ein Pilotprojekt gestartet, das die kostenlose oder kostenreduzierte Kastration wilder und privat gehaltener Katzen ermöglicht. Gestern hat Staatssekretärin Dr. Silke Schneider vom Landwirtschaftsministerium den dritten Aktionszeitraum des Projektes in der Kleintierklinik des Tierheims eröffnet.

„Dank großzügiger Spenden und anderer Beiträge geht die Aktion jetzt mit 115000 Euro an den Start“, sagt Schneider. Dies sei zwar eine gute Grundlage, die nach den bisherigen Erfahrungen aber bereits nach etwa zwei Wochen erschöpft sein werde, so die Schätzung der Staatssekretärin. In diesem Zeitraum können wilde Katzen zu Tierärzten gebracht und dort kostenlos kastriert werden. Gleiches gilt für Katzen von nachweislich bedürftigen Besitzern, die sich die mindestens 125 Euro teure Operation sonst nicht leisten können. „Dazu genügt ein Nachweis über die Höhe der Rente, den Empfang von Sozialhilfe oder das Arbeitslosengeld II“, erklärt Carsten Rehder von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein. Für alle anderen privaten Halter gibt es eine Kostenreduzierung, die unter anderem auch dadurch ermöglicht wird, dass die Tierärzte auf einen Teil ihres Honorars verzichten.

In den bereits abgeschlossenen Aktionszeiträumen im Herbst 2014 sowie im Frühjahr 2015 wurden im Rahmen des Projektes über 5000 Katzen kastriert. Dies hätte die ursprünglich gesetzten Ziele sogar überschritten, freut sich Schneider. Da das Projekt mit der Erschöpfung der gegenwärtigen finanziellen Mittel aber enden werde, sei man für weitere Spenden zur Verlängerung der Aktion natürlich dankbar. „Von einer nicht kastrierten Katze und deren Jungen kann es innerhalb eines Jahres immerhin 35 Nachkommen geben“, erklärt Ellen Kloth vom Deutschen Tierschutzbund und dem Tierschutzverein Lübeck.

Diese große Zahl potenziell leidender Katzen zu reduzieren, empfindet auch Tierärztin Simone Heitmann von der Praxis am Tierheim als besonders wichtig. „Auch wenn wir die kranken Katzen heilen und gesund pflegen können, sind sie anschließend nicht vermittelbar, sondern müssen zurück in die Freiheit entlassen werden“, sagt sie. Diese Tiere würden den Kontakt zu Menschen ablehnen und selbst die Jungen wilder Katzen seien selten kuschelig, sondern meist misstrauisch und distanziert, so Heitmann. Eine Fortführung des Projektes sei für alle Beteiligten absolut wünschenswert.

Spenden und Infos
Informationen zum Pilotprojekt gibt es im Internet unter der Adresse www.gegenkatzenelend.schleswig-holstein.de Etwa 14 Tage kann die aktuelle Aktion mit den derzeitigen Mitteln laufen.
Spenden zur Verlängerung können auf ein Sonderkonto der Tierärztekammer Schleswig Holstein überwiesen werden. Kontobezeichnung: Pilotprojekt Katzenelend S-H, IBAN: DE61 2186 0418 0033 2005 58, BIC: GENODEF1RHE

Luisa Jacobsen

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