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Moisling Ein „Bildungshaus“ für Moisling?
Thema M Moisling Ein „Bildungshaus“ für Moisling?
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20:38 23.05.2016
Dagmar Hildebrand fordert, dass die Alte Schule an der August-Bebel-Straße zu einem „Bildungshaus wird“ mit einem fließenden Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Das Gebäude biete dafür genügend Raumkapazitäten. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Viel Aufregung und reichlich Proteste gab es 2010 in Moisling. Damals musste im Stadtteil wegen rückläufiger Schülerzahlen einer der vier Schulstandorte geschlossen werden. Die Verwaltung hatte damals in einer Beschlussvorlage für die Bürgerschaft empfohlen, die Mühlenwegschule zu schließen. Eine Bürgerschaftsmehrheit entschied anders, kippte die Beschlussvorlage und votierte trotz heftiger Proteste für ein Ende der Alten Schule. Seither steht die Schule nahezu leer. Zur Zeit bietet sie Flüchtlingen vorübergehend ein Dach über dem Kopf. Jetzt wird das Schulgebäude wieder zum Gesprächsthema.

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Dagmar Hildebrand fordert, dass die Alte Schule an der August-Bebel-Straße zu einem „Bildungshaus wird“ mit einem fließenden Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Das Gebäude biete dafür genügend Raumkapazitäten.

„Die Einwohnerzahl in Moisling wird steigen.“Dagmar Hildebrand (CDU Moisling)

Dagmar Hildebrand, Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes West (Moisling, Buntekuh, St. Lorenz, Groß Steinrade) und „begeisterte Moislingerin“, kämpft dafür, dass das trutzige Backsteingebäude an der August-Bebel-Straße zu einem „Bildungshaus“ wird. Ihr Vorschlag: Der städtische Kindergarten – 50 Meter vom Schulgebäude entfernt – soll in die Alte Schule verlagert werden und dort zusätzlich wieder eine zweizügige Grundschule mit acht Klassen eingerichtet werden. In diesem „Bildungshaus“ soll es dann keine scharfen Trennungslinien zwischen Kita und Grundschule geben, sondern „Kinder von drei bis zehn Jahren in einer Einheit“ unterrichtet werden – mit einem fließenden Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Rückendeckung erhält Dagmar Hildebrand von der CDU-Kreisvorsitzenden Anette Röttger, die von diesem Schulkonzept überzeugt ist.

Dagmar Hildebrand hat keinen Zweifel daran, dass die Bevölkerungszahl von Moisling (derzeit rund 10000 Einwohner) in naher Zukunft deutlich nach oben gehen wird. Immer mehr Familien mit Kindern würden dorthin ziehen. Wenn der Stadtteil seinen Bahnhaltepunkt erhält, erwartet die CDU-Politikerin einen regelrechten Einwohnerboom in Moisling.

Moisling mit seiner Insellage zwischen Trave und Elbe-Lübeck-Kanal und seinen vielen Grüngürteln habe viel zu bieten. Dort könnten neue Wohngebiete in landschaftlich schöner Lage entstehen. Das ziehe mittelfristig noch mehr Familien mit Kindern an. An den bestehenden Schulen werde es zunehmend eng. Hildebrand: „Die Raumausstattung ist knapp geworden.“ Die CDU-Ortsverbandsvorsitzende tritt für „kleine Schulen mit Ganztagsbetreuung“ ein. Die Alte Schule in Moisling sei dafür prädestiniert. Die Stadt könne es sich nicht leisten, dieses Gebäude leerstehen zu lassen.

Seit klar ist, dass das Haus der Mitte in Moisling und der angrenzende Flachbau, in dem der städtische Kindergarten untergebracht ist, abbruchreif sind, plädiert Hildebrand für eine Verlagerung des Kindergartens in die Alte Schule. Es sei völlig unnötig, ein neues Kindergartengebäude zu bauen. Das Jugendzentrum im „Haus der Mitte“ könne in den Schulkomplex der Astrid-Lindgren-Schule verlagert werden. Dort gibt es nach Überzeugung der CDU-Politikerin genügend Raumkapazitäten. Hildebrand, die seit 17 Jahren in Moisling lebt: „Dieser Stadtteil wird wieder wachsen. Deshalb sind die kleinen Grundschulen erhaltenswert.“ Sie räumt ein, dass „Bildung teuer ist“, fügt aber hinzu: „Keine Bildung ist teurer.“ Die CDU-Ortsverbandsvorsitzende hofft, dass im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“

eine kreative Diskussion über die Zukunft Moislings über alle Parteigrenzen hinweg losgetreten wird. Die Moislinger selbst müssten sich engagieren.

Torsten Teichmann

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