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Nachgefragt „Es ist ein Familiensport“
Thema N Nachgefragt „Es ist ein Familiensport“
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18:10 29.09.2018
Uwe Oldenburg Seit 1997 Präsident des Schleswig-Holsteinischen Sportkeglerverbandes e.V. (SHKV) und seit 2016 Präsident des Deutschen Kegler- und Bowlingbundes e.V. (DKB)

Was ist für Sie so schön am Kegeln?

Dass man nach Ende der Laufbahn im professionellen Bereich „die schönste Nebensache der Welt“ weiter betreiben kann. Man bleibt in der gewohnten Umgebung, muss nur nicht mehr so hart trainieren. Im Alter macht man eben keine 120 Wurf, wie sie im Wettkampfbetrieb gefordert sind, sondern vielleicht 10 oder 20. Aber man gehört weiter zur großen Keglerfamilie dazu.

Die Keglerfamilie wird immer kleiner. Warum?

Wir verlieren jedes Jahr zwischen drei und fünf Prozent unserer Mitglieder. Unsere Gesellschaft hat sich geändert, und viele Menschen wollen sich nicht mehr einem Verein anschließen. Heute möchte jeder für sich entscheiden, wann und wo er Sport treibt. Dass sich unsere Gesellschaft nicht mehr in Vereinen binden will, ist nicht nur ein Problem der Kegelvereine, sondern vieler Sportarten in Schleswig-Holstein. Wir haben ein großes Freizeitangebot, und unsere Gesellschaft kommuniziert nur noch per Handy. Wir sind eine bewegungsarme Gesellschaft geworden, und unsere Vereine haben noch kein Allheilmittel gefunden.

Bis in die 80er Jahre haben sich Mitgliederzahlen in Kegelvereinen immer gesteigert. Warum war Kegeln früher ein so beliebter Sport?

Wir erlebten nach dem Zweiten Weltkrieg das Wirtschaftswunder, unsere Gesellschaft wollte nach den Kriegsjahren etwas Neues erleben. Bis in die 80er Jahre waren die Vereine fast allein für das Freizeitangebot zuständig, danach gab es immer mehr Möglichkeiten, da unsere Gesellschaft mobiler wurde. Die Tradition des Kegelsports liegt darin begründet, dass er als Familiensport gesehen wird.

In fast keiner anderen Sportart kann eine Familie gemeinsam den Sport ausüben und sich auch bei Meisterschaften und Ligaspielen messen. Das macht Kegeln so einmalig.

Besonders junge Kegler fehlen den Vereinen. Was tun Sie, um Jugendliche für Kegelsport zu begeistern?

Wir nehmen jedes Jahr am „Tag des Sports“ in Kiel teil und stellen unsere Sportart mit einer kleinen Außenkegelbahn für die ganz Kleinen dar. Dann haben wir noch für alle Altersklassen unsere große Zwölf-Bahnen-Anlage im „Haus des Sports“ zur Verfügung, wo wir zeigen, wie man das Kegeln durch unsere Jugend lernen kann.

Aber das scheint Jugendliche nicht wirklich zu begeistern, oder?

Wir im Kegelsport haben noch ein besonderes Handicap. Da unser Sportgerät zu schwer ist, können wir erst mit Kindern ab acht Jahren anfangen. Leider haben sich dann schon viele junge Menschen an anderen Sportarten orientiert.

Das hört sich ja nach Resignation an.

Nein. Der Kegelsport hatte immer ein Leben und wird es auch in Zukunft haben. Jede Sportart erlebt in seiner Geschichte Höhen und Tiefen.

Interview: H. Lintschnig

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