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Sommerredaktion Auf schelmischer Mission
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20:20 03.08.2015

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LN: In der Inszenierung „Till auf schelmischer Mission“ gelingt es einer Professorin nach über 660 Jahren, Till Eulenspiegel wieder zum Leben zu erwecken. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Dominik Paetzholdt: Wir haben Videos von den letzten Eulenspiegel-Festspielen geguckt und Ideen gesucht. Wir lassen Till Eulenspiegel in der Neuzeit aufwachen und die Möllner für ihn die Zeit zurückdrehen. Sie tun so, als wäre es noch Mittelalter. Das bietet natürlich spannende Konflikte und viel Potential für Humor.

Till Eulenspiegel: So ein Quatsch. Ich hätte mich auch in der Neuzeit zurecht gefunden.

LN: Wie haben Sie versucht die Historie einzubringen?

Regina Weber: Wir haben uns vor allem bei der Choreografie an die Tänze aus dem Mittelalter gehalten — natürlich musste es aber auch Brüche geben.

Till Eulenspiegel: Toll, Mittelalter-Hip-Hop oder wie? Wer sind Sie überhaupt?

Regina Weber: Ich bin die Choreografin und ganz falsch ist das nicht. Wir haben zum Beispiel den historischen Pferdetanz oder den Erbsenzähler-Tanz aber auch moderne Songs.

Till Eulenspiegel: Ich sage nur „Stayin‘ Alive“— Na gut, ist natürlich auch der Hit, dass ich wieder unter den Lebendigen bin.

Dominik Paetzholdt: Mit dem Song von den Bee Gees wird zu Beginn Tills Auferstehung zelebriert.

LN: Wie lange hat es denn gedauert, bis das Stück fertig war?

Dominik Paetzholdt: Die Autoren haben ein halbes Jahr an dem Drehbuch geschrieben. Gemeinsam mit meinem Team, Bühnen- und Kostümbildnerin Hannah Hamburger und Regina Weber, habe ich dann überlegt, wie alles aussehen soll. Wir haben zwischen 150 und 200 Kostüme — Hannah puzzelt das unglaublich kreativ zusammen.

LN: Wie haben Sie für das Stück geprobt?

Dominik Paetzholdt: Wir haben seit April in einer Halle auf dem ehemaligen Baubetriebshof in Mölln geübt. Letzte Woche Dienstag haben wir dann angefangen, auf dem Marktplatz zu proben.

Till Eulenspiegel: Ich kann Ihnen sagen! Wie angestochen rennt der seitdem hier rum.

Dominik Paetzholdt: Die Schauspieler haben hier ganz andere Wege — das ist eben eine Herausforderung. Ich musste ja überall erst sehen, wie es läuft. Jetzt stehen überall im Rathaus Leute mit Funkgeräten. So können wir besser alles koordinieren und die Einsätze der Schauspieler abstimmen. Wir haben schließlich Szenen, wo die Krankenschwestern aus den Fenstern herausspielen und so weiter.

LN: Ist es eine Herausforderung, an solch einem Ort wie dem Marktplatz anstatt in einem Theater ein Stück zu inszenieren?

Dominik Paetzholdt: Auf jeden Fall! Das ist mein erstes großes Open Air. Wir müssen hier mit einem großen Gebäude und weiten Laufwegen für die Schauspieler umgehen. Und man darf nicht vergessen: Es ist auch ein Museum. Da müssen wir schon aufpassen, dass wir später in der Hektik keinen Glaskasten umreißen.

Till Eulenspiegel: Und dann diese ganzen Dilettanten hier. . .

Dominik Paetzholdt: Nein, also das finde ich ganz toll. Bis auf eine Berufsschauspielerin, die die verrückte Professorin spielt, machen bei dem Stück nur ehrenamtliche Schauspieler mit. Die lassen sich von mir nach ihrem eigentlichen Job rumscheuchen — die Leidenschaft, mit der sie hier auftreten, finde ich faszinierend.

Till Eulenspiegel: Wenn man den Bazillus erst einmal in sich hat — dafür muss man doch ein bisschen bekloppt sein.

LN: Herr Eulenspiegel, was leisten Sie denn Großes für das Stück?

Till Eulenspiegel: Ich bringe natürlich den größten Einsatz. Ich mache schließlich einen waghalsigen Überschlag.

Dominik Paetzold: Im Drehbuch stand ja eigentlich, dass er den aus dem Stand macht.

Till Eulenspiegel: Naja, ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Ich habe mir in der Möllner Schule halt ein Minitrampolin ausgeliehen und mache das damit. Das wird ja wohl erlaubt sein. Und der absolute Höhepunkt sind sowieso meine Textpassagen. Da halte ich der Gesellschaft in gewohnter Manier den Spiegel vor. Davor kneife ich im Gegensatz zu vielen anderen schließlich nicht.

Kim Meye

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