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Sommerredaktion DER NORDEN PER RAD
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18:10 31.08.2018
Martin Föhse und seine Frau Petra Beyer-Föhse sind mit dem Fahrrad unterwegs – erster Halt ist das Grenzhus Schlagsdorf. Quelle: Fotos: Johanna Ohde

Vom Ratzeburger Bahnhof aus geht es bergab – hinein in die Stadt. Ein Teil des Ortes liegt auf einer Insel im Großen Ratzeburger See. Ist dieser über eine Brücke überquert, geht es zurück aufs Festland, nach einer scharfen Linkskurve dann steil bergauf. Ein holpriger Pfad führt in einem Waldstück aufwärts. Hier muss kräftig in die Pedake getreten und unter Umständen vom Rad abgestiegen werden. Aber das Strampeln lohnt sich: Am Bäker Ortseingang können Radfahrer einen wunderbaren Blick auf die Ratzeburger Seen und den Dom genießen. Diese Stelle nennt sich passenderweise „Schöne Aussicht“.

Weitere Infos

Zwischen dem Lübecker Hauptbahnhof und Ratzeburg verkehrt die Bahn stündlich. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten.

Das Grenzhus Schlagsdorf hat montags bis freitags von 10 bis 16.30 Uhr und sonnabends und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet regulär vier, ermäßigt drei Euro.

Weitere Touren finden Sie unter: www.LN-online.de/Radtouren

Der Weg führt weiter nach Mechow. Die glatte Straße zur Ortschaft entschädigt Radler für die Strapazen der Tour. Entlang des Mechower Sees verläuft nicht nur die Rundfahrt, sondern auch die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Wer den Blick durch die Natur schweifen lässt, über Felder und zahlreiche Apfelbäume, entdeckt schnell die Infotafeln, die den Weg säumen.

Diese „Lesezeichen“ markieren den Verlauf der ehemaligen DDR-Grenzanlagen. Entlang von 14 Stationen können Vorbeireisende erfahren, was an den jeweiligen Standorten zu Zeiten des geteilten Deutschlands geschehen ist. Dieser „Grenzparcours“ gehört zum Grenzhus in Schlagsdorf, welches wenige Minuten später erreicht ist.

Mit ihrem Mann Martin Föhse besucht Petra Beyer-Föhse das Haus. Die beiden sind auf einer mehrtägigen Fahrradtour, das Museum ist nach dem Start am Mechower See der erste Halt. „Sonst kennt man ja nur den groben Zusammenhang, aber die Ausstellung hier bezieht sich ja sehr stark auf die Region“, sagt Petra Beyer-Höhse aus Hannover. Im Grenzhus wird die Geschichte der innerdeutschen Grenze gezeigt: Ihre Entstehung, ihr Ausbau und vor allem die Folgen für die Bewohner der BRD und ehemaligen DDR sind dokumentiert.

„Es ist wirklich sehr bewegend, das so zu sehen“, sagt Beyer-Föhse. „Auch die Einzelschicksale.“ Ihr Mann pflichtet ihr bei: „Damals war alles so dramatisch, heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie gefährlich es hier im Grenzraum war.“ Die beiden 63-Jährigen fahren nach einer kurzen Pause auf den Stufen des Museums weiter zum dazugehörigen Außengelände. Wie aus dem Nichts taucht zwischen einem Acker und einem Feld voller Sonnenblumen ein grauer Turm auf. Ein rekonstruierter Teil der Grenzanlage ist hier zu besichtigen. Der Nachbau, der mit Stacheldraht bestückt ist, wirkt auch heute noch bedrohlich.

Von hier führt die geschichtsträchtige Tour wieder ein Stück weit entlang des Mechower Sees – erst durch ein dichtes Waldstück, dann über eine wenig befahrene Landstraße. Bevor es zurück nach Ratzeburg geht, können Radfahrer es sich noch an einer der kleinen Sandstellen am Ufer mit einem Imbiss bequem machen: Kraft schöpfen für den herausfordernden Weg hinauf zum Bahnhof.

Johanna Ohde

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