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Sommerredaktion Die Unterwasserwelt der Ostsee
Thema S Sommerredaktion Die Unterwasserwelt der Ostsee
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20:10 18.08.2018
Seesterne, Miesmuscheln, Strandkrabben, Rotalgen: Mit einer Taucherbrille können Meeresbewohner am Grund der Ostsee beobachtet werden. Quelle: Fotos: S. Bücker, Hfr

Erst rückwärts mit den Flossen ins Meer, die Brille einmal durchs Wasser ziehen, damit sie nicht beschlägt. Dann geht es unter die Oberfläche, nur wenige Meter vom Sandstrand entfernt, unweit der Neustädter Seebrücke. Schlagartig ist es ganz still, die Augen gewöhnen sich hinter der Taucherbrille langsam an das schummrige Licht. Bis zum Grund sind es drei Meter, am Boden wiegen sich Seegrashalme in der Strömung, Sandgrundeln und Stichlinge huschen hektisch hindurch. Zwei, drei Flossenschläge, und der Steinwall mit seinen bunten Algenflechten ist erreicht. „Wer hier schnorchelt, kann die Meeresbewohner dabei beobachten, wie sie miteinander interagieren“, sagt Svenja Beilfuß.

Wer durch die Ostsee schwimmt ist nicht allein. Am Grund des Meeres ist so einiges los. Mit Schnorchel, Taucherbrille und Flossen lassen sich Algen, Fische und Muscheln beobachten – etwa unter der Anleitung von Meeresbiologin Svenja Beilfuß.

Die Meeresbiologin und Forschungstaucherin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Besuchern des Neustädter BUND-Umwelthauses die Unterwasserwelt der Ostsee näherzubringen – und das mitten im Geschehen, beim Tauchen.

Jeder Meeresbewohner hat eine bestimmte Aufgabe, damit das Ökosystem im Ganzen funktioniert. Miesmuscheln sind beispielsweise „die Kläranlage unserer Ostsee“, erklärt Beilfuß. Innerhalb einer Stunde filtert eine Muschel abgestorbene Seegraspartikel aus einem Liter Wasser heraus. „Das ist sehr wichtig für das Meer.“

Wer die zahlreichen Spaghettisandhaufen der Wattwürmer am Meeresgrund entdeckt, den überkommt eventuell ein gewisser Ekel. Doch der sei völlig unbegründet. „Wattwürmer filtern Algenpartikel heraus, das ist also der sauberste Sand, den man hier finden kann“, erklärt Beilfuß. Auch Strandkrabben laufen über den Sandboden. Sie gelten als die „Gesundheitspolizei der Ostsee“ und fressen tote Fische.

„Sie verhindern so die Ausbreitung von Krankheiten“, erklärt die Meeresbiologin.

Wer Glück hat, kann in Felsennähe auch mal einen Dorsch sehen, vielleicht auch einen Seestern, der eine Muschel bei lebendigem Leibe verspeist. Oder eine Seenadel, deren Aussehen ein wenig an ein Seepferdchen erinnert. Kein Wunder, denn sie sind nahe Verwandte.

Quallen sind bei Badegästen unbeliebt. Wer die Arten unterscheiden kann, ist klar im Vorteil. An der Taucherbrille schweben in schillerndem Rot bis Blau Dutzende für den Menschen harmlose Meerwalnüsse vorbei. Sie sind auch als Rippenquallen bekannt. „Bei mehr als 20 Grad Wassertemperatur produzieren sie bis zu 10 000 Eier am Tag“, sagt Beilfuß. Wunderschön, aber tückisch sind die leuchtend gelb bis roten Feuerquallen. Ihre bis zu zwei Meter langen Tentakel breiten sie im Wasser zum Beutefang aus. Harmlose Ohrenquallen, mit einem Durchmesser von bis zu 40 Zentimeter, fangen mit ihren Tentakeln kleine Krebse, Plankton und Wasserflöhe.

Wer die Tiere eine Zeit lang beobachtet, bekommt ein Gefühl dafür, wie angreifbar der Lebensraum ist. Die Ostsee ist mehr als nur ein Ort zum Abkühlen.

Schnorchelkurs und Taucherspots

Eine Unterwassersafari bietet Svenja Beilfuß das nächste Mal am Sonnabend, 25. August, von 9 bis 13 Uhr im Umwelthaus Neustädter Bucht (BUND) an. Schnorchelnd werden schillernde Fischschwärme und weitere Tiere in den Seegraswiesen beobachtet.

Um den Meeresbewohnern vorbereitet zu begegnen, wird vor dem Kurs ein Film zur Unterwasserwelt gezeigt.

Der Schnorchelkurs eignet sich für Personen ab zwölf Jahren und kostet 12 Euro. Weitere Infos bei der Volkshochschule Neustadt unter 04561/619340 oder auf der Homepage:

www.vhsneustadt.de/kurse Karten zu Tauch- und Schnorchelplätzen und Infos zum Lebensraum Ostsee finden Sie auf der Homepage des Undine-Projekts: www.undine-baltic.eu

Saskia Bücker

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