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Töpfern – Sie haben den Dreh raus

Töpfern – Sie haben den Dreh raus

Aufbaukeramik und Geschirr von der Scheibe: Nadja Bierbaum, Manuela Piorkowsky und Inge Burst wissen, was man mit Ton machen kann und geben Kurse.

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Mit Aufbaukeramik zu exotischen Vögeln: Manuela Piorkowsky baut die Einzelteile aus Ton zu einem Tier zusammen.

Ein kleines Häuschen steht im Garten von Nadja Bierbaum in Heidekamp (Stormarn). Auf nur etwa 15 Quadratmetern ist alles zu finden, was die Keramikerin zum Töpfern braucht:

Drehscheiben, Utensilien, Glasur und nebenan sogar ein Brennofen. „Mit vier Kursteilnehmern kann man hier gut arbeiten“, sagt die 53-Jährige. „Danach wird es etwas eng.“

Oder auch gemütlich. Man sitzt inmitten von Regalen voll mit Glasurtöpfen und kleinen Keramikwerken. Durch ein kleines Fenster können die Kursteilnehmer nach draußen schauen. Doch für so eine Ablenkung ist meist gar keine Muße. Wer an der Scheibe drehen und dabei eine ebenmäßige Schale formen möchte, muss sich ganz und gar dem Material widmen. „Beim Drehen ist das Zentrieren das Schwierigste, da muss man viel Geduld und Konzentration haben“, sagt Bierbaum. Gelingt das nicht, wird das drehende Gebilde auf der Scheibe krumm und schief. Trotzdem ermutigt sie ihre Kursteilnehmer dazu – egal, ob jung oder alt – es einmal auszuprobieren. „Denn eigentlich kann es jeder lernen, der sich darauf einlässt“, sagt die 53-Jährige. Auch bei der Umsetzung anderer Ideen – seien es Fantasiefiguren, Gartentiere oder kleine Häuser – hilft sie, die richtige Technik zu finden.

Denn mit Ton etwas zu erschaffen, das hat Nadja Bierbaum schon immer fasziniert. „Das, was auf der Drehscheibe passiert, sieht von außen immer ein bisschen wie Zauberei aus“, sagt die Keramikerin.

Schon als junge Frau hat sie sich eine gebrauchte Töpferscheibe gekauft und wollte eigentlich gleich eine Ausbildung zur Keramikerin machen. Doch das ging nur über Umwege: Erst wurde Bierbaum Erzieherin, dann konnte sie in St. Peter Ording alles rund um die Keramik erlernen. Und merkt: Auch andere wollen töpfern. „Die Nachfrage nach den Kursen ist in den vergangenen Monaten gestiegen“, so Bierbaum. Der Wunsch, an etwas zu arbeiten, das nicht abstrakt, sondern konkret sichtbar und erfühlbar ist, wird in Zeiten der Digitalisierung spürbar größer.

Das merken auch Manuela Piorkowsky und Inge Burst, die in der Töpferei am Landhaus Töpferhof in Warnsdorf (Ostholstein) mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenarbeiten – Managern, Urlaubern, Kindergeburtstagsgrüppchen. „Viele sagen, dass sie beim Töpfern ganz bei sich sein können“, sagt Inge Burst. Es seien sogar schon Leute kurz vorm Burnout vorbeigekommen, die das Arbeiten mit Ton als pure Entspannung empfunden hätten.

Denn schon allein der Ort hat etwas Erholendes. In dem Reetdach gedeckten Haus, das auch eine Art Ausstellungs- und Verkaufsraum für die Werke der beiden Töpferinnen bereithält, fließt die Zeit etwas ruhiger dahin. „Wenn das Wetter gut ist, gehen wir auch nach draußen“, sagt Manuela Piorkowsky. Denn das Töpfern hat hier auch etwas Ursprüngliches: Abdrucke von Blättern arbeitet die Künstlerin, die auch Violinenlehrerin ist, in Schalen mit ein. Oder baut Teelichter, die aussehen wie aus Vulkangestein. Oder Skulpturen, die den Kapseln einer Mohnblume nachempfunden sind. „Inspiration findet man ganz oft in der Natur“, sagt Piorkowsky.

Bei ihren Kursteilnehmern versuchen die beiden Töpferinnen immer herauszufinden, was den Anfängern denn liegen könnte. „Es muss auch ein Erfolgserlebnis da sein“, sagt Inge Burst, die pensionierte Englisch- und Sportlehrerin ist. „Das Gute aber ist ja: Alles, was nicht gleich klappt, kann man neu formen.“ Oder es wird eben zu etwas ganz Neuem, das sich der Kursteilnehmer vorher nicht vorgestellt hat. Burst: „Manche sind überrascht, mit was sie hier nachher rausgehen.“

Keramik, Kontakte und Kurse

Nadja Bierbaums Töpferei ist zu finden in der Reinfelder Straße 2 in Heidekamp, Telefon 04533/ 791557. Sie bietet Ferienkurse, aber auch feste Wochenkurse und besondere Veranstaltungen wie Töpfern zum Kindergeburtstag an. Außerdem fertigt die Keramikerin auch Auftragsarbeiten an. Ihr Schwerpunkt liegt dabei bei Gebrauchskeramik und wetterfesten Gartenfiguren. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.bierbaumkeramik.de.

Die Töpferei beim Landhaus Töpferhof ist zu finden in der Fuchsbergstraße 5-9 in Warnsdorf. Manuela Piorkowsky ist dort mittwochs und sonnabends Uhr anzutreffen, Inge Burst dienstags und freitags; jeweils von 9 bis 17 Uhr. Kurse und besondere Aktionen vor Ort können telefonisch vereinbart werden unter 0451/ 8966963 (Manuela Piorkowsky) oder 0451/

895427 beziehungsweise 0176/ 29242098 (Inge Burst).

Auf der Webseite keramik-atlas.de/ gibt es darüber hinaus einen nach Bundesländern sortierten Überblick über ausgewählte Keramik-Werkstätten, Workshops, Gallerien und Märkte rund ums Töpfern.

Lena Modrow

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