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Sommerredaktion Zum Geburtstag eine echte Prinzessin mit eigenem Schloss
Thema S Sommerredaktion Zum Geburtstag eine echte Prinzessin mit eigenem Schloss
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18:16 14.08.2015

Sie ist richtig aufgeregt. Es ist schließlich ihr achter Geburtstag, und an dem hat Paulina etwas ganz Besonderes vor. Denn heute wird sie nicht Paulina sein — sondern eine richtige Prinzessin in einem echten Schloss. „Ich weiß gar nicht, wie Prinzessinnen so gelebt haben“, sagt das Mädchen, das seinen Ehrentag im Schloss Eutin feiert. „Aber auf jeden Fall haben sie damals schöne Kleider getragen, das weiß ich.“

Mit ihren Geburtstagsgästen geht sie die großen, knarrenden Holztreppen hinauf. Im zweiten Stock des Schlosses sind in einem kleinen Raum an einer Kleiderstange mehr als 30 barocke Gewänder und Kleider aufgehängt. „Oooh, ich will das blaue“, ruft die siebenjährige Lea sofort. Aber sie muss sich noch ein bisschen gedulden. Zuerst bekommt jeder Geburtstagsgast einen anderen Namen zugeteilt — von Persönlichkeiten, die früher im Schloss Eutin residierten. „Paulina, du bist heute die Wichtigste, die hier je gelebt hat“, erklärt Museumspädagogin Alena Boje, und die Augen der kleinen Eutinerin leuchten. „Du bist Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, die später Katharina die Große wurde.“ Auch Lea bekommt einen anderen Namen. Sie ist Ida von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym, Erbprinzessin zu Lübeck und Prinzessin zu Holstein-Oldenburg im frühen 19. Jahrhundert.

Dann suchen sich die Kinder eine Verkleidung aus. Paulina darf natürlich beginnen. Sie wählt erst ein langes weißes Kleid mit goldenen Spitzen. „Da passt mein Arm ja gar nicht durch“, sagt Paulina.

„Egal, ich möchte sowieso lieber das Hellblaue haben.“ Das passt. Auch Lea hat das blaue Kleid bekommen, das sie von Anfang an haben wollte. Sie stellt sich vor einen Spiegel und dreht sich wie eine Tänzerin. „Irgendetwas fehlt noch“, sagt sie und schaut sich im Raum um. „Na klar, Seidenhandschuhe und Schmuck!“

Nachdem sich alle eingekleidet haben, beginnt die Führung durch die langen Holzgänge des Schlosses. Im Europaraum machen sie halt. Nachdem es Alena Boje vorgemacht hat, legen sich alle Kinder auf den Boden und schauen auf die imposante Deckenbemalung im Raum.

„Das haben die Leute früher bestimmt nicht gemacht“, sagt ein Junge.

Was die Menschen früher auch nicht so häufig gemacht haben, ist die regelmäßige Körperpflege. „Wollt ihr mal riechen, wie die Menschen damals gerochen haben?“, fragt Boje. Die Kinder schauen verdutzt. Sie holt ein kleines Fläschchen heraus, schraubt den Deckel ab und fragt, wer sich traut daran zu schnuppern. Lea ist die Erste: „Iih, das riecht ja scheußlich“, ruft sie und fuchtelt hektisch mit den Händen, um den Geruch wegzuwedeln. „Es ist eine Mischung aus Lavendel und Ammoniak, was so ähnlich wie Schweiß riecht“, erklärt Boje.

Denn statt sich zu waschen, wurde sich einfach ein wenig Duftwasser auf den Körper geträufelt.

Nach dem Roten Salon und dem Strackzimmer geht es zur üppig geschmückten Festtafel. Es gibt Kekse, Marshmallowkuchen und Apfelsaft. „Haben die früher auch so leckere Kekse gegessen?“, fragt die achtjährige Sina. „Bestimmt nicht“, sagt Paulina.

Nach dem Essen wird es noch einmal spannend für sie — es gibt Geschenke. Dafür hat Alena Boje einen kleinen Thron für „Katharina die Große“ bereitgestellt. Ihre Gäste bringen die Gaben einzeln nach vorne, legen sie ab und — wie es sich für eine Prinzessin gehört — machen einen kleinen Knicks vor dem Geburtstagskind. Paulina gefällt es: „Das ist ein toller Geburtstag“, sagt das Mädchen. „Ich mag es, Prinzessin zu sein!“

Hannes Lintschnig

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