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Freispruch trotz Tatverdacht

Lübeck Freispruch trotz Tatverdacht

Hat Gerd F. (Name geändert) seine Ein-Zimmer-Wohnung in Brand gesetzt? Nach einer dreistündigen Verhandlung war das Amtsgericht zwar davon überzeugt, sprach den ...

St. Gertrud. Hat Gerd F. (Name geändert) seine Ein-Zimmer-Wohnung in Brand gesetzt? Nach einer dreistündigen Verhandlung war das Amtsgericht zwar davon überzeugt, sprach den 59-Jährigen aufgrund von Schuldunfähigkeit dennoch frei. Laut Strafgesetzbuch drohte F. bei einer Verurteilung wegen Brandstiftung eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Gerd F. wurde beschuldigt, am Morgen des 17. Juli 2012 die Herdplatten in seiner Wohnung aufgedreht, Spraydosen in den eingeschalteten Backofen gestellt und die Wohnungstür mit einem Regal versperrt zu haben. Das entzündete Feuer ließ mehrere Brände in der Wohnung entstehen, die Flammen verursachten einen Schaden in Höhe von 32500 Euro. Als Zeugen lud das Gericht Nachbarn aus dem Haus sowie einen Kriminalpolizisten und F.s Sozialpädagogen vor. Ein Sachverständiger, der F. nur wenige Tage nach der Tat behandelte, legte zudem ein medizinisches Gutachten des heute 59-Jährigen vor.

„Wie paralysiert“ habe F. nach Aussage von Nachbar Uwe S. (Name geändert) wenige Tage vor der Tat vor dem Fernseher gesessen und auch nach wiederholtem Klingeln seine Wohnungstür nicht geöffnet. Die Feuerwehr musste das Türschloss aufbohren, F. wurde in eine psychiatrische Klinik überwiesen, aus der er Tage später ausbrach. „Ich hab‘ einen zu viel gekriegt, als sie mein Schloss aufbohrten“, sagte F. selbst, der sich ob der Räumungsklage von den Justizbehörden ungerecht behandelt fühlte. Seine eigene Wohnung anzuzünden, habe F. bereits vor der Tat mündlich und in Briefen angekündigt, bezeugte Nachbar Uwe S. Auf Nachfrage erklärte S., er habe das Gefühl gehabt, der Angeklagte habe emotional „immer unter Druck gestanden“.

Doch obwohl auch die Aussagen der anderen Zeugen F. belasteten, entschied das Gericht auf Freispruch. Entscheidend war die Einschätzung des Sachverständigen. Der stellte bei F. zwar keine Persönlichkeitsstörung fest, zum Tatzeitpunkt sei F. aber „schwer psychisch krank“ gewesen. Ob F. nun unter einer schweren Depression mit psychotischen Symptomen oder unter anhaltenden wahnhaften Störungen gelitten habe, könne nicht geklärt werden. Eindeutig sei aber belegt, dass die Einsichtsfähigkeit von F. laut Gutachter zum Tatzeitpunkt aufgehoben gewesen sei. Das Gericht entschied daher auf Schuldunfähigkeit.

Von cb

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