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Junge Flüchtlinge treten in die Pedale

Lübeck Junge Flüchtlinge treten in die Pedale

„Mobilität in meiner neuen Stadt“: Johanniter schulen Migranten im Fahrradfahren.

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Die Jugendlichen üben auf dem Verkehrsübungsplatz.

St. Gertrud. Mit beiden Händen legt Adel die Wassermelone in den Fahrradhelm, dann lässt der 13-jährige Junge aus Syrien das Konstrukt auf den Boden fallen. Die Frucht bleibt unbeschadet. Anschließend lässt Adel die Melone noch einmal ohne Schutzhelm fallen, aufgeplatzt bleibt das Obst auf dem Asphalt liegen. „Das Gleiche würde auch mit einem Kopf passieren“, erklärt Filip Krubeck, pädagogischer Mitarbeiter der Johanniter.

Seit September leitet Krubeck das Projekt „Mobilität in meiner neuen Stadt. Ein Schritt mehr Sicherheit“, das der Regionalverband Lübeck der Johanniter in Kooperation mit dem Verein Initiative Mehrsprachigkeit, dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) und der Polizei Lübeck initiiert. Der Kurs soll jugendlichen Flüchtlingen mehr Sicherheit im Straßenverkehr vermitteln. Selbstständiges Busfahren, Verkehrsregeln oder Erste Hilfe- Maßnahmen sind einige der insgesamt 20 Unterrichtseinheiten.

Elf Jugendliche aus Syrien, Afghanistan, Albanien, dem Kosovo, dem Libanon und Serbien nehmen zurzeit an dem Verkehrserziehungsprojekt teil. Die Mädchen und Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren besuchen seit diesem Schuljahr die Holstentor- Gemeinschaftsschule. Gestern übten sie auf dem Lübecker Verkehrsübungsplatz, wie man sich als Radfahrer im Straßenverkehr richtig verhält.

„Verkehrserziehung ist in der Grundschule noch Teil des Lehrplans, für Schüler der Sekundarstufe I gibt es keine entsprechenden Schulungen“, sagt Johanniter-Jugendreferentin Sandra David. Jugendliche Flüchtlinge würden sich in ihrer neuen Umgebung oft unsicher fühlen. Etwa beim richtigen Verstehen der Verkehrsschilder. „Die Jugendlichen kennen zwar schon einige Schilder, die Auslegung ist in ihren Heimatländern jedoch oft unterschiedlich“, sagt Farsaneh Samadi vom IQSH.

Finanziert wird das Projekt zurzeit unter anderem über den Sprachförderungs- und Integrationsvertrag des Landes Schleswig-Holstein.

kad

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