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Totschlag-Prozess: Gutachter sagen aus

Lübeck Totschlag-Prozess: Gutachter sagen aus

Opfer wurde offenbar erdrosselt — Die Angeklagten schweigen noch immer.

St. Gertrud. Welche Rolle Anne H. (31) und Stefan P. (21) bei dem mutmaßlichen Totschlag an Heinz S. (45, alle Namen geändert) spielten, ist auch nach dem fünften Prozesstag unklar. Den Angeklagten wird vorgeworfen, am Abend des 24. April 2015 Heinz S. gewürgt und erstickt zu haben (die LN berichteten). In den bisherigen Sitzungen wurden insbesondere Polizisten als Zeugen geladen, gegenüber denen sich die Tatverdächtigen während ihrer Festnahme äußerten, sowie Personen aus dem familiären Umfeld der mutmaßlichen Täter.

Nach den bisherigen Aussagen der Polizeibeamten habe Anne H. berichtet, dass sie zusammen mit ihrem Mitbewohner Heinz S. in der gemeinsamen Wohnung getrunken hätten, während H.s Partner einkaufen gewesen sei. Als Stefan P. zurückkehrte, habe S. auf seiner Freundin gelegen und sie vergewaltigen wollen. Gemeinsam sollen Anne H. und Stefan P. dann auf S. eingeschlagen und ihn schließlich mit einem Kissen umgebracht haben.

Die Obduktion der Leiche bestätigt zumindest das Ersticken. Laut dem Sachverständigen Prof. Christoph Meißner sei Heinz S. mit zu „95-prozentiger Wahrscheinlichkeit“ aufgrund „stumpfer Gewalteinwirkung“ auf den Hals gestorben. Allerdings seien keine Spuren eines Kissens nachweisbar. Meißner vermutet vielmehr ein Erdrosseln mit einer scharfen Halskette des Opfers. Darüber hinaus legen die Tests nahe, dass eine Flasche benutzt worden sei, um Heinz S. im Gesicht zu verletzen.

Nach Meißner widmete sich Gutachter Dr. Thomas Bachmann der Angeklagten. Er diagnostizierte eine deutliche Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit, Angststörungen sowie eine dissoziale Persönlichkeitsstruktur. Bei Stefan P., nach eigener Aussage „überzeugter Kiffer“, wurde eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt — hervorgerufen vor fünf Jahren durch den tödlichen Sturz seiner Mutter im Alkoholrausch. Offen bleibt, ob die jetzige Tat im Affekt geschah oder Absicht gewesen sein könnte.

Die nächste Verhandlung findet am 28. Januar statt, am 4. Februar soll schon ein Urteil gesprochen werden.

cb

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