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St. Jürgen FH-Studenten bauen Miniatur-Synagoge
Thema S St. Jürgen FH-Studenten bauen Miniatur-Synagoge
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21:16 30.07.2015
Die Architektur-Studenten Florian Sturm (28, l.) und Lea Vogeley (24, r.) übergaben das Modell an Annette und Peter Schierenbeck, vom Freundeskreis des Jüdischen Museums Rendsburg. Quelle: Guido Kollmeier

Ein jüdisches Gebetshaus aus Pappe, mit zart ausgestanzten Fenstern, Säulen und Kapitellen, dazu ein abnehmbares Dach: Es ist filigranste Detailarbeit, der sich sieben Architektur-Studierende der Fachhochschule Lübeck im vergangenen Semester gestellt haben. Im Rahmen ihres Wahlfachs „Modellbau“ entwickelten die angehenden Architekten einen transportablen Nachbau der ehemaligen Synagoge in Rendsburg und der damals angrenzenden Talmud-Tora-Schule. Auftraggeber war der Freundekreis des jüdischen Museums der Stadt; seit Anfang der 80er-Jahre befindet sich das Ausstellungshaus, das unter anderem über die jüdische Geschichte und Kultur der Region informiert, in den Räumen der ehemaligen Synagoge.

„Die Synagoge wurde 1939 von den Nationalsozialisten entweiht, seitdem hat Rendsburg keine jüdische Gemeinde mehr“, erklärt Peter Schierenbeck vom Freundeskreis des Jüdischen Museums Rendsburg.

Zusammen mit seiner Frau Annette nahm er gestern das Synagogen-Modell in der Materialprüfanstalt der FH entgegen. „Das Modell ist für das Museum wichtig, da Besucher sich so ein genaues Bild von der früheren Aufteilung der Synagogenräume machen können“, so Schierenbeck.

Ein Gebetsraum mit Tora- Schrein, darüber eine Frauenempore — sogar die Mikwe, ein Ritualtauchbad für Frauen, das sich im Keller des jüdischen Gotteshauses befunden hat, gibt das Modell im Maßstab von 1:50 wieder.

Die genauen Messdaten erhielten die Studierenden aus alten Bestandsplänen der Synagoge und selbst erstellten Fotografien. „Zu Beginn des Semesters waren wir selbst vor Ort, später haben wir mithilfe von Computer-Programmen gearbeitet“, sagt Lea Vogeley, eine der mitwirkenden Studierenden. „Besonders die Konstruktion des Daches war eine Herausforderung, schließlich sollte es abnehmbar sein und musste in seiner Größe zu den anderen Gebäudeteilen passen“, so die 24-Jährige.

Vier Stunden pro Woche feilte sie mit ihren Kommilitonen an den Plänen für die Miniatur-Synagoge und an der genauen Aufschichtung der Pappen, mit deren Hilfe auch die Originalstärke der Wände, Fenster und Laibungen maßstabsgetreu umgesetzt werden konnte. Dabei kam bei der Ausarbeitung der Details den Studenten oft die Technik zur Hilfe. „Fenster und Türen haben wir mithilfe von Laserdruckern erstellt“, sagt Lea Vogeley, „hätten wir das per Hand gemacht,wären wir sicherlich heute noch nicht fertig.“

kad

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