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Feuerwehr rettet jungen Rehbock aus Löschteich

Lübeck Feuerwehr rettet jungen Rehbock aus Löschteich

Völlig durchnässt und verängstigt befreite die Feuerwehr am Dienstag einen jungen Rehbock in der Kronsforder Allee aus einem Löschteich.

Rettung dringend notwendig: Der einjährige Rehbock konnte über die steilen und hohen Betonwände des alten Löschteiches in der Kronsforder Allee nicht an Land gelangen. Wie das Wildtier in das Wohngebiet gelangte, ist unklar – vermutlich wurde es aufgescheucht.

Quelle: Holger Kröger

St. Jürgen. Da staunte Norbert Hundt nicht schlecht, als in seinem Fischteich neben Aalen, Karpfen und Goldfischen plötzlich ein waschechtes Reh schwamm. „Ich sah etwas durch das Gebüsch laufen und wollte nachgucken, was es ist, dann hörte ich ein Platschen“, erzählt der 64-Jährige. Der Grund für das Platschen war schnell gefunden – in den ehemaligen Löschteich in der Kronsforder Allee war ein junger Rehbock gestürzt und versuchte nun verzweifelt, sich aus dem Becken zu befreien.

Völlig durchnässt und verängstigt befreite die Feuerwehr am Dienstag einen jungen Rehbock in der Kronsforder Allee aus einem Löschteich.

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Sofort rief Norbert Hundt die Polizei. „Ohne Hilfe hätte das Tier keine Chance gehabt“, so der Pächter des Teiches. Das Wasser sei zwar um die 20 Grad warm, aber Hundt ist sich sicher, dass der kleine Vierbeiner schnell ausgekühlt wäre. „Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie das Reh in meinen Garten kommen konnte“, berichtet Hundt. Noch nie habe er Wildtiere in seiner Nachbarschaft gesehen. „Der arme Bock muss über die Hauptstraße gelaufen sein“, erklärt er. Dass jemals ein Reh in seinem Fischteich landet, das hat sich der ehemalige Busfahrer nicht vorstellen können. „Ich habe richtig albern aus der Wäsche geguckt, als mir klar war, was da in meinem Teich strampelt.“ Immer wieder habe das Böckchen versucht, an den schrägen Betonwänden empor zu klettern. Vergebens.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte sich das Tier in die Mitte des Teiches bewegt und war für die Beamten nicht zu erreichen. „Die Feuerwehr musste mit einem Tierfanggerät anrücken“, sagt Feuerwehrsprecher Matthias Schäfer. Taucher der Feuerwehrwache 1 stiegen zu dem verängstigten und erschöpften Bock in den Fischteich und konnten ihn schließlich einfangen. „Das Tier wurde in einen Seesack gewickelt, damit es sich nicht so stark wehren konnte“, erklärt Schäfer. Mit Seilen und vereinter Kraft zogen Polizisten und Feuerwehrmänner das Reh an Land. Eine Dreiviertelstunde dauerte die tierische Rettungsaktion.

Da kein Förster vor Ort war, brachten die Einsatzkräfte das ermüdete und zitternde Wildtier in das Lübecker Tierheim, wo sich der kleine Bock auf einem Strohbett in einer ruhigen Ecke ausruhen durfte. „Er war ziemlich platt und stark unterkühlt“, erzählt Nina Lübke. Der unfreiwillige Badegast sei zwar nicht nur bei seiner Rettung, sondern auch bei seiner Ankunft im Tierheim sehr agil gewesen, man wollte aber trotzdem sichergehen, dass er sich auch wirklich erholt. Das Team des Tierheims stellte den kleinen Bock noch in der Tierklinik vor, um Verletzungen auszuschließen. „Er hat keine Verletzungen davongetragen, hat aber wahnsinnig viel Stress gehabt“, erklärt Lübke.

Am Ende des ereignisreichen Tages erhielt der junge Rehbock noch Besuch von Stadtjäger Christoph Benett. „Gerade ist Setzzeit“, erklärt der Jäger, „und leider werden die Tiere immer wieder aufgeschreckt.“ Junge Böcke würden nach Ricken Ausschau halten, aber zum Beispiel von freilaufenden Hunden gestört werden. „Vielleicht wurde der Bock so aufgescheucht“, erklärt Benett sich das Auftauchen des Wildtieres mitten in St. Jürgen.

„Eigentlich hätte der Bock so schnell wie möglich in das Revier rausgebracht werden müssen“, sagt der Stadtjäger. Damit die Wildtierrettung in Zukunft noch besser läuft, gibt es jetzt eine zentrale Telefonnummer, die die Einsatzkräfte anrufen können.

Der Rehbock ohne Freischwimmer ist mittlerweile über den Berg. „Er ist topfit und wird schnellstmöglich ausgewildert“, sagt Benett.

 Tomma Petersen

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