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St. Jürgen Großfeuer in Kronsforde: Fünfköpfige Familie verliert alles
Thema S St. Jürgen Großfeuer in Kronsforde: Fünfköpfige Familie verliert alles
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15:42 25.02.2015
Der Blick von der Einsatzleiter der Feuerwehr zeigt das gesamte Ausmaß der Zerstörung. Beide Gebäude sind fast vollständig niedergebrannt. Quelle: Holger Kröger
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St. Jürgen

Voller Entsetzen musste eine fünfköpfige Familie gestern in Kronsforde zusehen, wie ihre gesamte Existenzgrundlage in Rauch aufging. Ein Feuer hatte am Mittag ihr Wohnhaus an der Kronsforder Hauptstraße sowie einen anliegenden Stall vollständig zerstört. Die Feuerwehr konnte die Flammen nur noch eindämmen, zu retten war nichts mehr.

„Als wir am Einsatzort eingetroffen sind, hat ein Gebäudeteil bereits in voller Ausdehnung gebrannt“, sagte Henning Witten, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Lübeck, vor Ort. Der Einsatz sei schwierig gewesen. Wegen akuter Einsturzgefahr konnten die 64 Feuerwehrleute die Flammen nur von außen bekämpfen.

Wie sich die Flammen so schnell ausdehnen konnten, obwohl sich einige der Bewohner im Haus befanden, als das Feuer ausbrach, ist nach Angaben der Polizei Lübeck bisher unklar. Ursache für das Feuer könnte ein technischer Defekt sein, Brandstiftung schloss die Polizei aus. 

Bisher unbestätigten Informationen zufolge soll das Feuer aber an der Heizungsanlage entstanden sein und sich wegen des starken Windes danach rasch auf das gesamte Wohnhaus und das benachbarte Stallgebäude ausgebreitet haben.

Spät am Abend haben die Nachlöscharbeiten begonnen. Weil sie anders nicht unter Kontrolle zu bringen waren, mussten die Retter sie mit einer dicken Schaumschicht ersticken. Die Gebäude konnte wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden.

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Nur mit massenweise Schaum kann die Feuerwehr die Glutnester nach dem Großfeuer in Kronsforde unter Kontrolle bringen.

„Es ist bei aller Tragik ein kleines Wunder, dass alle Tiere der Familie das Feuer überlebt haben“, sagt Ulrich Schwetasch, Pastor in Krummesse und Kronsforde, der vor Ort Notfallseelsorge leistete.

Sowohl die beiden Hunde, die Katzen und auch die Pferde des Hofes konnten gerettet werden. Dennoch stehe die Familie jetzt nahezu mittellos da. „Sie haben ihre gesamte Lebensgrundlage verloren“, sagt Schwetasch.

In kürzester Zeit habe sich in Kronsforde aber eine Welle der Solidarität ausgebreitet. Eine Nachbarin habe der Familie sofort eine Wohnung angeboten, Dorfbewohner trugen Kleidung, Lebensmittel und Spielzeug für die Kinder zusammen. „Alle haben sofort geholfen“, so der Gemeindepastor.

„Alle haben sofort geholfen.“
Ulrich Schwetasch, Gemeindepastor

Oliver Vogt

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