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Lübeck bekommt Ambulanz für traumatisierte Flüchtlinge

Lübeck Lübeck bekommt Ambulanz für traumatisierte Flüchtlinge

Land fördert neue Einrichtung mit jährlich 100000 Euro — „Brücke GmbH“ organisiert Fortbildungen für Therapeuten.

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Im Haus 23 auf dem Gelände des Uniklinikums Lübeck, in dem früher die plastische Chirurgie untergebracht war, wird die neue Trauma-Ambulanz für Flüchtlinge errichtet.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

St.Jürgen. Auf dem Gelände der Uniklinik (UKSH) entsteht eine neue Flüchtlingsambulanz. Das bestätigt die Pressestelle des Uniklinikums. Derzeit werden Räume der ehemaligen, plastischen Chirurgie auf dem Lübecker Campus umgebaut. Von April an sollen traumatisierte Flüchtlinge dort behandelt werden.

Das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein und das Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP), Tochtergesellschaft des UKSH, richten gerade die Räumlichkeiten im Haus 23 ein. Fünf bis acht Therapeuten sollen für die Einrichtung arbeiten. Derzeit werden noch Psychologen und Ärzte für Psychiatrie für diese Trauma-Ambulanz gesucht. Ein Sozialarbeiter ist zusätzlich im künftigen Team, seine Aufgabe wird beispielsweise darin bestehen, Dolmetscher zu bestellen. Acht bis zehn Behandlungsräume werden zur Verfügung stehen. Das Kieler Sozialministerium fördert die Trauma-Ambulanz mit jährlich 100

000 Euro. Das bestätigt ein Sprecher des Ministeriums. Von den Fördermitteln werden die zusätzlichen Räume, der speziell ausgebildete Sozialarbeiter, Fortbildungen für die eigenen Mitarbeiter zu den kulturellen Unterschieden der Flüchtlinge und die Beratung anderer Krankenhäuser im Umgang mit Flüchtlingen bezahlt. Die zusätzlichen Therapeuten werden vom Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) eingestellt und auch bezahlt, erklärt eine Sprecherin des Uniklinikums.

In Kiel ist eine weitere Trauma-Ambulanz geplant, die voraussichtlich zum 1. August dieses Jahres ihren Betrieb im ehemaligen Tumorzentrum auf dem Gelände des Kieler UKSH aufnimmt. Zur Zahl der traumatisierten Flüchtlinge kann das UKSH keine konkreten Angaben machen. Jeder Therapeut könne rund 500 Patienten im Quartal behandeln, sagt eine Sprecherin des Uniklinikums.

Bis zu 40 Prozent der Schutzsuchenden — insbesondere Folterüberlebende, Kriegsopfer, Kindersoldaten und Opfer von Menschenhandel — leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen, haben Experten auf einer von der gemeinnützigen „Brücke Lübeck GmbH“ organisierten Tagung mitgeteilt. „Wir erkennen zunehmend mehr die Bedeutung und das Ausmaß der psychischen Erkrankungen bei vielen Flüchtlingen“, erklärt Frank Nüsse, Geschäftsführer der „Brücke“, „deshalb haben wir dieses Seminar organisiert, um Informationen und Fachwissen erfahrener Therapeuten und Psychiater in die Region Lübeck und Umgebung zu tragen.“

Auch Angstzustände und depressive Störungen seien unter den Geflüchteten weit verbreitet. Eine psychotherapeutische oder psychiatrische Versorgung dieser Menschen stehe jedoch erst am Anfang. Für den „Brücke“-Geschäftsführer ist klar: Information über den seelischen Zustand von Flüchtlingen reicht nicht aus. Frank Nüsse: „Die psychosozialen Einrichtungen und auch wir müssen Hilfeangebote auf den neuen Bedarf hin überprüfen und entsprechend ergänzen.“ Dazu sucht die „Brücke Lübeck“ die Zusammenarbeit mit den in der Region für Flüchtlinge tätigen Institutionen wie Gemeindediakonie, Vorwerker Diakonie, dem ZIP am Uniklinikum, dem DRK und weiteren Anbietern psychosozialer Hilfen.

Die „Brücke GmbH“ besteht seit 35 Jahren. Sie betreibt heute mehr als 20 Einrichtungen in Lübeck und beschäftigt über 300 Mitarbeiter. Die Angebote für psychisch erkrankte Menschen reichen von medizinischen und therapeutischen Leistungen, diversen Wohn- und Betreuungseinrichtungen, ambulanten Diensten bis hin zu Beschäftigungsangeboten für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

„Wir erkennen zunehmend das Ausmaß der psychischen Erkrankungen bei vielen Flüchtlingen.“
Frank Nüsse (Brücke)

dor

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