Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
St. Jürgen Stadt plant neues Gewerbegebiet an der A20
Thema S St. Jürgen Stadt plant neues Gewerbegebiet an der A20
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 04.02.2016
„Wir müssen mit Hochdruck daran arbeiten, ein neues Gebiet zu erschließen.“  Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD).

Mehr Platz für Firmen: Nahe der Autobahn 20 sollen 40 Hektar Gewerbeflächen entstehen. Sie liegen gegenüber des Gewerbegebietes Genin Süd — auf der anderen Seite der Autobahn. Das Areal gehört seit einigen Jahren dem Koordinierungsbüro Wirtschaft (KWL). Jetzt gibt es Anfragen von Firmen, die sich in Lübeck ansiedeln wollen. Aber es gibt kaum Platz. Lediglich 25 Hektar kann die Stadt den Firmen anbieten.

„Die Flächen sind knapp“, macht Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) klar. Seine Devise: „Wir müssen mit Hochdruck daran arbeiten, ein neues Gebiet zu erschließen.“ Schindler hat das Areal nahe der A 20 im Fokus. Im Herbst 2018 könnte das Gebiet an den Markt gehen — wenn alles gut läuft. Kosten pro Quadratmeter nach derzeitiger Schätzung: 70 Euro.

Das Areal liegt an der Kronsforder Landstraße in Richtung Niederbüssau. Es besteht aus 20 Hektar des ehemaligen Lübecker Obstgutes Semiramis — und weiteren 20 Hektar auf der gegenüberliegenden Seite der Kronsforder Landstraße. Es trägt den Arbeitstitel „Big Apple“ — wegen seiner früheren Nutzung als Obstgut. Derzeit verpachtet die KWL die Flächen an Landwirte.

„Wir müssen uns dort weiterentwickeln“, sagt KWL-Chef Dirk Gerdes. Denn: Die knapp 25 Hektar Gewerbeflächen „sind viel zu wenig“. Die KWL hat derzeit noch zwölf Hektar im Gewerbegebiet Genin Süd im Angebot, weitere zehn Hektar in der Nähe des Flughafens und weitere drei Hektar am Skandinavienkai. „Es gibt Anfragen nach großen, zusammenhängenden Flächen von Firmen aus Schleswig- Holstein“, sagt Schindler. Dabei geht es dann um fünf bis zehn Hektar.

Der Grund: Unternehmen in der Metropolregion Hamburg finden kaum noch große Areale in Gewerbegebieten. Hamburg hat keine Flächen, und auch im Kreis Stormarn gibt es kaum noch Grund. „Das ist eine Chance für Lübeck“, ist sich Gerdes sicher. Wenn die Hansestadt schnell Gewerbegebiete mit Autobahn-Anbindung ausweise, „dann habe ich die große Hoffung, dass wir da ganz vorne mitspielen“, erklärt Gerdes. Er macht klar: „Nichts ist schlimmer für einen Kaufmann, als wenn er nichts im Regal stehen hat.“

Damit zum neuen Gewerbegebiet eine möglichst direkte Straße von der Autobahn führt, werden derzeit zwei Varianten diskutiert. Möglichkeit eins: Die Autobahnabfahrt Genin führt derzeit nur zu einer Seite. Sie könnte zudem auch zum geplanten Gewerbegebiet gehen — auf der anderen Seite. „Eine direkte Autobahn-Anbindung wäre der Idealfall“, meint Gerdes. „Da müssen wir Gespräche mit dem Bund führen“, sagt Schindler. Die Straße würde dann allerdings über eine sogenannte Ausgleichsfläche verlaufen, die wieder neu ausgeglichen werden müsste. Das heißt: Die Stadt braucht weiteres Land.

Variante zwei: Von der Kronsforder Landstraße führt die kleine Straße Wasserfahr zur Baltischen Allee — allerdings nicht für Autos. Das soll sich ändern, wenn die Bürgerschaft die Änderung des Bebauungsplans rund um das ehemalige Dodenhof-Areal beschließt, auf dem sich jetzt SLM Solutions auf sieben Hektar ansiedelt.

Das geplante Gewerbegebiet „Big Apple“ ist Teil des Lübecker Zukunftskonzeptes 2030. Die Bürgerschaft hat es im März 2015 beschlossen. Darin ist aufgefächert, wo in der Hansestadt Wohnviertel und Gewerbegebiete entstehen sollen. Für letztere sind 818 Hektar im Stadtgebiet reserviert worden, wovon 100 Hektar zeitnah zum Gewerbegebiet entwickelt werden sollen. Ursprünglich sollten es 730 Hektar sein, doch CDU und SPD packten noch einmal 88 Hektar obendrauf. Dahinter steht der Plan, dass bis 2030 in Lübeck 6500 neue Jobs entstehen sollen — und sich die Gewerbesteuereinnahme von 70 auf 140 Millionen Euro verdoppeln soll.

Josephine von Zastrow

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige