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Stadt will ehemaligen Praktiker-Baumarkt ersteigern

St. Jürgen Stadt will ehemaligen Praktiker-Baumarkt ersteigern

Wenn das Gebäude nicht mehr für Flüchtlinge gebraucht wird, sollen Zigtausende Akten hinein. „Wir haben 27 Kilometer Aktenbestände“ erklärt Lübecks Kultur- und Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos), „wir brauchen dringend neue Lagerflächen.“ Ursprünglich dafür anvisierte Räume der Bundesbank scheinen ungeeignet.

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Einst Baumarkt, jetzt Flüchtlingsunterkunft: Die Stadt interessiert sich für den ehemaligen Praktiker in der Geniner Straße.

Quelle: Fotos: Malzahn, Neelsen

St. Jürgen. Große Hallen, geräumige Aufzüge: Als Unterkunft für Flüchtlinge ist der ehemalige Praktiker-Baumarkt in Genin kaum geeignet. Es ist sehr laut, Privatsphäre ist in den zusammengezimmerten Wohnkabinen kaum möglich. Doch die Zeit der Notunterkunft ist begrenzt. Die Hansestadt hat bereits Pläne für die Zeit danach. Das städtische Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL) soll das Gebäude mitsamt umliegendem Gelände bei einer Zwangsversteigerung erwerben. Wenn das klappt, sollen dort Akten gelagert werden. „Wir haben 27 Kilometer Aktenbestände“ erklärt Lübecks Kultur- und Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos), „wir brauchen dringend neue Lagerflächen.“

Ende Februar/Anfang März soll die Versteigerung über die Bühne gehen. KWL-Chef Dirk Gerdes braucht noch einen Aufsichtsratsbeschluss, um mitzubieten. Es geht nicht nur um den früheren Baumarkt, sondern auch um die angrenzenden Grundstücke, auf denen Fast-Food-Unternehmen, Tankstelle und ein weiterer Baumarkt sitzen. Der Wert wird nach LN-Informationen auf einen siebenstelligen Betrag geschätzt. „Niemand wird vom Hof gejagt, wenn KWL die Grundstücke ersteigern sollte“, stellt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) klar, „KWL tritt dann als Vermieter auf.“

Die Idee, den ehemaligen Baumarkt zu kaufen, gibt es schon länger. „Wir haben große Schwierigkeiten, unsere Archivbestände unterzubringen“, erklärt Saxe. Schimmelbefall im Gebäude am Mühlendamm hat die Lage vor eineinhalb Jahren weiter verschärft. Und auch im früheren Krankenhaus auf dem Priwall lagern Tausende Bücher, die einen neuen Platz brauchen. Weil Verwaltung, Museen, Stadtbibliothek und Archiv immer mehr Räume brauchen, wurde vor sechs Jahren die Idee eines gemeinsamen Wissensspeichers geboren. Ein Neubau würde aber 10,3 Millionen Euro verschlingen. „Eine hübsche Idee, aber finanziell ist das nicht vernünftig“, sagt Saxe. Die Gebäude der Bundesbank am Holstentor, die Anfang April geschlossen wurden, waren auch im Gespräch als Wissensspeicher. Kultursenatorin Weiher hat sie sich zwei Mal angeschaut. „Weder Neu- noch Altbau sind wirklich geeignet“, sagt Weiher, es müssten ebenfalls teure Umbauten vorgenommen werden.

„Der frühere Praktikermarkt wäre die Lösung“, erklärt Bürgermeister Saxe. Das Gebäude bietet hinreichend Platz, die Decken sind stark genug, um schwere Lasten zu tragen, es gibt geräumige Aufzüge und der Umbau wäre preiswert. Die besonders wertvollen Archivalien würden hier aber nicht aufbewahrt. „Wir bräuchten einen anderen Brandschutz“, sagt KWL-Chef Gerdes, „die Sprinkleranlage ist für alte Bücher denkbar ungeeignet.“ KWL hatte bereits den Auftrag, die gesamte Immobilie von dem Hauptgläubiger der Praktikermärkte, einer Bank in Nordrhein- Westfalen, zu kaufen. Der Aufsichtsrat von KWL hatte zugestimmt. „Wir haben auch schon konkrete Verhandlungen geführt“, so Gerdes. Doch rechtliche Bedenken der anderen Seite brachten den Deal zum Platzen. Deshalb jetzt der Weg über die Zwangsversteigerung. Bürgermeister Saxe warnt vor verfrühtem Jubel: „Bei einer Zwangsversteigerung kann man auch leer ausgehen.“

Die Flüchtlinge, die derzeit in der Notunterkunft unterkommen, sollen maximal zwei bis drei Wochen bleiben. Sie ziehen dann in städtische Gemeinschaftsunterkünfte um. Der Mietvertrag, den die Stadt für die Notunterkunft mit den Gläubigern abgeschlossen hat, läuft Ende April aus.

Lübecks Gedächtnis
1138 — seit diesem Jahr sammelt das Archiv die Zeugnisse der lübschen Geschichte. Die Räume, in denen das Material aufbewahrt wird, reichen noch für wenige Jahre. Im Haupthaus am Mühlendamm gibt es ein Schimmelproblem. Die Stadtbibliothek lagert 640000 Bücher im ehemaligen Priwallkrankenhaus. 2019 müssen die Bestände dort raus.
Stadtbücherei, Museen und Archiv liebäugeln mit einem gemeinsamen Wissensspeicher, der 8700 Quadratmeter groß sein müsste. Die Kosten: 10,3 Millionen Euro.

Kai Dordowsky

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