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Flüchtlinge: Stadt nimmt zweite Turnhalle in Betrieb

St. Lorenz Nord Flüchtlinge: Stadt nimmt zweite Turnhalle in Betrieb

100 Asylbewerber werden in der Betriebssporthalle des Stadtverkehrs wohnen. Die Anlage in Moisling, in der 25 Männer leben, wird zum Ende der Sommerferien wieder geräumt.

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Die Betriebssporthalle wurde in 25 Kabinen aufgeteilt, in denen jeweils vier Flüchtlinge unterkommen.

Quelle: Fotos: Leo Bloom

St. Lorenz Nord. Die weißen Wände, die die 25 Schlafkabinen voneinander trennen, sind gerade einmal zwei Finger dick. 25 Quadratmeter groß ist jede Kabine. Vier Flüchtlinge kommen in jedem Abteil unter, 100 werden es insgesamt sein. Geschlafen wird in Doppelstockbetten, es gibt einen Tisch mit vier Stühlen, einen Kühlschrank und zwei weiße Schränke.

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Blicken sorgenvoll: Bernd Saxe (60, l.) und Sven Schindler (55).

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Bürgermeister Bernd Saxe und Sozialsenator Sven Schindler (beide SPD) sprechen von einer „hinnehmbaren Situation“. Ulrich Kewitz, Abteilungsleiter im Bereich Soziale Sicherung: „Wir wollten keine Feldbetten, wir wollen ein bisschen Individualität bieten.“

Zum zweiten Mal nimmt die Hansestadt eine Sporthalle als Gemeinschaftsunterkunft in Betrieb. Die Erste steht in Moisling, in der mittlerweile 25 Flüchtlinge leben. Die Halle wird mit dem Ende der Sommerferien wieder geräumt, versichert Schindler. Die Betriebssporthalle im Ratekauer Weg steht länger zur Verfügung. „Wir wollten keine Turnhallen, keine Containerdörfer und keine Zeltstädte“, sagt Saxe, „aber angesichts der Flüchtlingszahlen müssen wir in den sauren Apfel beißen.“

Noch bauen Handwerker Betten und Schränke auf. Mitarbeiter der Gemeindediakonie, die die Unterkunft betreut, beziehen die Betten und saugen den Boden. Wie viel der Umbau kostet, darüber schweigen alle Beteiligten. Ein Messeaufsteller hat die Halle umgebaut. Refinanziert wird der Aufwand über eine Miete, die die Hansestadt zahlt.

Ab 10. August wird die Sporthalle belegt — mit alleinstehenden Asylbewerbern und Familien. Bislang trieben hier die Beschäftigten des Stadtverkehrs sowie diverse Vereine Sport. Der Verzicht auf das Gebäude zu Gunsten von Flüchtlingen sei eine Selbstverständlichkeit, erklärt Willi Nibbe, Chef des Stadtverkehrs. „Wir wollen nicht, dass Schüler auf ihren Schulsport verzichten müssen“, sagt Nibbe und verspricht den ab Montag einziehenden Asylbewerbern: „Wir werden gute Nachbarn sein.“

Die Gemeindediakonie, die mit zwei Erzieherinnen und einem Betreuungsassistenten vor Ort sein wird, organisiert Sprachkurse für die Neuankömmlinge, sucht Schul- und Kitaplätze für Flüchtlingskinder.

In einer Gemeinschaftsküche werden 18 Kochgelegenheiten eingerichtet. Günter de Groot, Bereichsleiter der Gemeindediakonie: „Die Menschen können sich selbst versorgen.“ Den Asylbewerbern stehen drei Waschmaschinen und zwei Trockner zur Verfügung. Die Umkleideräume mit Sanitäranlagen sind nach Geschlechtern getrennt und großzügig bemessen. Es wird einen Fernsehraum und ein Kinderspielzimmer geben. Die Gemeinschaftsräume sind hell und freundlich und modern eingerichtet.

Mit Hochdruck sucht die Stadt nach weiteren Immobilien. Drei Grundstücke in Moisling und St. Lorenz Nord werden in Kürze an einen Bauherren vergeben, der dort Platz für zusammen 240 Flüchtlinge schaffen wird. Für das Containerdorf auf Marli mit 80 Asylbewerbern sind die Unterkünfte bestellt und ist die Baugenehmigung auf dem Weg. Drei weitere Containerdörfer sollen 2015 noch entstehen, sechs bis sieben weitere im nächsten Jahr. Wo, darüber schweigt sich der Senat aus. Saxe: „Wir wollen die Anwohner nicht über die Medien, sondern in Einwohnerversammlungen informieren.“ Im Ausbildungspark Blankensee übernimmt die Stadt ein weiteres Gebäude von der Bauinnung. Das Land hat seine Container, die für Polizisten im G7-Einsatz waren, vom Volksfestplatz entfernt. Ende August endet der Mietvertrag. Schindler: „Er wird nicht verlängert.“ Die Stadt könnte dort ebenfalls ein Containerdorf ansiedeln.

Nach einigen Monaten sollen die Asylbewerber die Unterkünfte verlassen und in Wohnungen wechseln. „Wir brauchen monatlich 40 bis 80 Wohnungen auf dem freien Markt“, sagt Schindler. Der Senat will im Herbst ein Wohnungsbauprogramm vorlegen.

Lübecks neueste Flüchtlingszahlen
2000 Flüchtlinge kommen in diesem Jahr nach Lübeck, 970 waren es bis Ende Juni. Im ganzen Jahr 2014 waren es 660.
2700 bis 3000 Asylbewerber erwartet der Lübecker Senat nach eigenen Hochrechnungen im nächsten Jahr.
2100 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften kann die Stadt schaffen, wenn alle Pläne umgesetzt werden.

Kai Dordowsky

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