Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° Schneeschauer

Navigation:
Neue Betrugsmasche in der Bahn?

Lübeck Neue Betrugsmasche in der Bahn?

Zwei Frauen sollen im Zug zwischen Lübeck und Hamburg Fahrgäste um Geld bedrängt haben. Und es ist offenbar nicht das erste Mal. Nun ermittelt die Polizei.

Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen, Felix König

St. Lorenz Süd. Neue Masche: Zwei Rumäninnen sollen offenbar versucht haben, in einem Zug von Hamburg nach Lübeck die Reisenden zu betrügen. Das berichtet eine Frau, beobachtet hatte sie den Vorfall Mitte vergangener Woche auf dem Weg von Bad Oldesloe nach Lübeck. „Die Damen zeigten ein Notizheft, in dem das Foto eines kranken Kleinkindes und ein Text zu sehen waren“, beschreibt es die Lübeckerin. Sie möchte alle Bahnreisenden warnen, allerdings nicht mit Namen genannt werden. „Die Frauen sammelten für die Behandlung, wollten Bargeld und dass man eine Unterschrift im Notizbuch leistet.“ Ein junger Mann habe dem Duo fünf Euro gegeben, doch daraufhin „drängte die Jüngere massiv auf mehr Geld“.

Die Rumänin habe in Richtung des Portemonnaies des „sichtlich eingeschüchterten“ Mannes gegriffen, da sei sie schließlich eingeschritten. Auch eine weitere Bahnkundin hatte den Tumult bemerkt und habe daraufhin gesagt, dass die beiden Frauen „schon häufiger“ im Zug gesehen worden seien. Die drei Reisenden wollten daraufhin im Lübecker Hauptbahnhof einem Bahnangestellten Bescheid sagen, doch dieser habe auf den Hinweis „sehr uninteressiert“ reagiert, so die Frau gegenüber den LN.

Also verfolgten die Drei das mutmaßliche Betrüger-Duo selbst. Vor der Bahnhofstoilette konnten sie die Rumäninnen stellen und dazu bringen, dass diese die fünf Euro des jungen Mannes wieder herausgaben. Als der Geschädigte zudem die Seite mit seiner Unterschrift haben wollte, seien die beiden Frauen aggressiv geworden und geflohen. Per Telefon wurde die Polizei gerufen, die Bahnreisende verfolgte das Pärchen über den Bahnhofsvorplatz und den Zob bis hin zu einer Gaststätte. „Dort konnten wir die Verdächtigen stellen“, bestätigt Dierk Dürbrook den Fall. Die Beamten des 2. Reviers hätten die zwei Frauen mit auf die Wache genommen.

Bei den mutmaßlichen Betrügerinnen handelt es sich demnach um eine 24- und eine 27-Jährige, laut Dürbrook hätten sie im Regionalexpress „sehr aggressiv um Geld gebettelt“. Die beiden sollen erzählt haben, dass das Kind an Leukämie erkrankt sei. Darüber hinaus sagt Dürbrook, auf der Wache hätten sich die Polizisten „zunächst leidlich auf Deutsch“ mit den Rumäninnen unterhalten können. Doch als das Gespräch dann auf die Geschichte mit dem leukämiekranken Jungen gekommen sei, „verstanden sie plötzlich kein Deutsch mehr“. Letztlich blieb den Beamten nichts anderes übrig, als die Personalien der Frauen aufzunehmen und sie danach dem Ausländeramt zu übergeben. Gegen die beiden wird nun wegen Betrugs ermittelt.

Als die Deutsche Bahn auf LN-Anfrage von dem Vorfall und den angeblich bereits bekannten, mutmaßlichen Betrügerinnen hört, reagiert man dort verwundert. „Das können wir bisher nicht bestätigen“, sagt eine Sprecherin. Auch die Bundespolizei hat bis dato noch nichts derartiges festgestellt. „Gleichwohl bitten wir natürlich ausdrücklich darum, dass bei derartigen Vorfällen das Zugbegleitpersonal angesprochen wird, um gegebenenfalls die Bundespolizei anzufordern“, sagt Behördensprecher Gerhard Stelke. Dazu rät auch die Bahn-Sprecherin: „Das Gute im Zug während der Fahrt ist, dass dort niemand so schnell herauskommt.“ So könnten die Ermittler rechtzeitig am Bahnsteig sein, um die Verdächtigen in Empfang zu nehmen.

Wie die Stadt am Freitag mitteilte, seien die Personen, die wohl zu einer größeren Gruppe gehören, dem Lübecker Ordnungsdienst bereits aus dem Stadtgebiet bekannt sein. Dort seien sie in der als potenzielle Rosenverkäufer aufgetreten. Die Vorgehensweise sei ähnlich: Es werde ein Text in einem kleinen Heft gezeigt, der suggerieren solle, dass für kranke Kinder gesammelt werde. Als „Dank“ erhalte der Spender eine Rose. Sollte die Spende zu gering sein, hätten die Verdächtigen in der Vergangenheit offenbar auch nicht davor zurückgeschreckt, auch direkt in das Portemonnaie des Spenders zu greifen. Besonders ältere Menschen seien in der Vergangenheit von Mitgliedern der Gruppe massiv bedrängt worden.

Im Zweifelsfall
Die Bundespolizei und die Bahn raten Zugreisenden, verdächtige Vorgänge umgehend zu melden. Dazu könne man sich einfach an den Schaffner an Bord wenden. „Sie können jederzeit angesprochen werden“, sagt eine Sprecherin der Bahn in Hamburg. Darüber hinaus kleben in den Zügen überall Sticker mit der kostenlosen Hotline der Bundespolizei: 0800/6888000. Die Beamten leiten dann die entsprechenden Maßnahmen ein. „So haben wir schnell eine Streife vor Ort“, sagt Gerhard Stelke, Sprecher der Kieler Bundespolizeiinspektion. Darüber hinaus gibt es immer noch den Notruf 110.

Peer Hellerling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Februar 2018 zu sehen!

Jetzt beginnt die Fastenzeit - schöner Brauch oder Blödsinn?

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

  • Freizeit

    mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.