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Studieren in Lübeck „Alle Bauprojekte müssen im laufenden Uni-Betrieb erfolgen“
Thema S Studieren in Lübeck „Alle Bauprojekte müssen im laufenden Uni-Betrieb erfolgen“
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22:30 02.01.2018
Auf dem Modell erkennt man im unteren Teil die neuen hochmodernen Forschungsgebäude CBBM und BMF. Ins CBBM sind im Frühjahr 2016 die Wissenschaftler eingezogen; für Herbst 2019 ist die Übergabe des „Gebäudezwillings“ BMF geplant. Als Dreiklang darüber sind die Vorklinik-Bauten zu sehen.

Zum Start des Wintersemesters konnte die Lübecker Uni erneut mit einer Rekordzulassung aufwarten. Mit 1068 Neuen überschritt die Erstsemesterzahl erstmals die Tausendermarke. Dabei hatten Sie schon vorher Raumnot auf dem Campus . . .

Prof. Enno Hartmann: Dass wir dringenden Raumbedarf haben, ist kein Geheimnis. An anderen Hochschulen ist die Situation aber weitaus problematischer.

Als Übergangslösung haben Sie daher Container aufstellen lassen. Wie lange sollen die nun stehen bleiben?

Wir haben sechs Standorte für Container-Anlagen ausgewählt. Die erste davon ist jetzt schon nutzbar. Fünf bis zehn Jahre sind als Standzeit erstmal vorgesehen. Die Container dienen als Soforthilfe, um Seminarräume zu haben, aber zum Teil auch Arbeitsräume für Studenten und Büros für Mitarbeiter.

Und was planen Sie langfristig als Flächen für die Lehre?

Da haben wir Gebäude 12 im Blick, in der derzeit noch Stationen der Dermatologie untergebracht sind. Ein Umbau des langgezogenen Gebäudekomplexes, den wir in zwei Abschnitten planen, kommt aber erst in Frage, wenn die Erweiterung des Zentralklinikums abgeschlossen ist und die Stationen entsprechend umgezogen sind. Also frühestens in zwei Jahren.

Gehört das Gebäude nicht dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH)?

Nein, Haus 12 ist auf dem Stiftungsgelände und damit ein Gebäude der Universität.

Nach der Fertigstellung des Zentralklinikums können ja auch die bisherigen Krankenhaus-Baracken abgerissen werden. Was ist auf den frei werdenden Flächen vorgesehen?

Zum Teil gehören die Flächen dem UKSH, zum Teil uns. Angedacht haben wir hier mehrere Vorhaben – einmal die Schaffung von Parkraum, aber auch von Wohnheimplätzen in Kooperation mit dem Studentenwerk und der Stadt. Zudem möchten wir eine Art Begegnungszentrum schaffen. Der Planungsprozess läuft gerade an.

Sie sprechen das Thema Parken an. Die Parksituation rund um den Campus von Uni, UKSH und Fachhochschule nervt Mitarbeiter, Studierende und Anwohner. Gibt es hier überhaupt eine zufriedenstellende Lösung?

Die Ausgangslage ist wirklich schwierig; allerdings könnte ein anständiges Mobilitätskonzept schon einiges an Parkflächen sparen. So müsste der Öffentliche Nahverkehr zum Beispiel mit einer besseren Taktung und mehr Info-Anzeigen ausgestattet und somit noch kundenfreundlicher werden. Um konkret zu werden – es ist nicht leicht, von den Bahnstationen aus die Universität oder die Bushaltestellen zu finden.

Viele ärgern sich auch über die Schrankenanlage, die die direkte Zufahrt vom Hochschulstadtteil auf den Campus verwehrt . . .

Diesen Ärger verstehe ich. Zumindest sollte meiner Meinung nach die Schranke für den innerbetrieblichen Verkehr, also für Campus-Beschäftigte, regelhaft zu öffnen sein. Aber die Gespräche für ein umfassendes Mobilitätskonzept haben mit der Stadt begonnen. Ich erwarte mir bald Verbesserungen.

Auch der zusätzliche Baustellenverkehr wird angesichts der zahlreichen Neubau- und Sanierungsprojekte so schnell nicht aufhören.

Das ist wahr. Vor allem rund um die Marie-Curie-Straße.

Aber dort ist doch das Zwillings-Forschungsgebäude des CBBM, also der Neubau für die Biomedizinische Forschung, kurz BMF, bald fertig.

Ja, für Herbst 2019 ist die Übergabe des BMF geplant. Es ist direkt verzahnt mit unserem Forschungszentrum für Gehirn, Hormone und Verhalten, CBBM. Doch wird auf dem Areal Richtung Audimax und Mensa gerade auch noch am Isotopenlabor gebaut; zudem wird hier das Gebäude „CRIS“ zur Erforschung von Entzündungen der Haut entstehen. Das Zentrum für medizinische Struktur- und Zellbiologie ist ebenfalls an diesem Standort vorgesehen, und die drei großen Vorklinik-Gebäude müssen Stück für Stück saniert werden; auch die Erneuerung der Bibliothek steht an.

Was ist für Sie angesichts der vielen Projekte die größte Herausforderung?

Dass alle Bauprojekte auf unserem Campus im laufenden Betrieb passieren bei einer stetig wachsenden Anzahl an Studierenden. Wir müssen stets sicherstellen, dass die Gesamtabläufe innerhalb der Universität nicht gestört werden.

 Michael Hollinde

Der Baubeauftragte

In sein achtes Jahr als Vize-Präsident geht Prof. Enno Hartmann. Von Anfang an hatte der Biologe in diesem Amt die Zuständigkeit für Bauangelegenheiten auf dem Uni-Campus. Der Leiter des Uni-Instituts für Biologie kam 2001 nach Lübeck. Nach dem Studium arbeitete er von 1986 bis 1991 am Zentralinstitut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften der DDR auf dem Gebiet der Zellbiologie und promovierte dort. Nach sechsjähriger Tätigkeit am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin habilitierte er 1997 im Fach Biochemie an der Humboldt- Universität Berlin. Von 1998 bis 2001 war er Professor für Biochemie an der Uni Göttingen. 2002 initiierte er das Lübecker Offene Labor (Lola).

 Interview:

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