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Biobank: Datensammlung im Kampf gegen Krankheiten

Lübeck Biobank: Datensammlung im Kampf gegen Krankheiten

15 000 Patienten stellen ihre Daten für Forschung zur Verfügung. Sie ermöglichen maßgeschneiderte Behandlungen.

Lübeck. Es ist eine Erfolgsgeschichte, die Hoffnung macht, und sie ist vor allem auch Menschen zu verdanken, die mit schweren Erkrankungen in das Lübecker Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) eingeliefert, dort operiert und behandelt wurden. Mehr als 15000 Patienten des Uni-Klinikums stellten bislang ihre Krankendaten der zentralen Biobank zur Verfügung: Krankheits-, Operations- und Nachsorgeverläufe, Blut- und Gewebeproben. Sie stellen die Geschichte ihrer Krankheit der Forschung zur Verfügung, um anderen Menschen mit gleichen Krankheitsbildern zu helfen.

 

LN-Bild

Dr. Regina Maushagen und Prof. Jens K. Habermann in einem Labor der Biobank: Hier werden Proben in flüssigem Stickstoff bei Minus 140 Grad konserviert.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

„Der individuelle Datenschutz hat

oberste Priorität.“ Prof. Jens K. Habermann

Diese zur Verfügung gestellten Daten sind pseudonymisiert, das heißt, kein Forscher, der auf sie zurückgreift, weiß, zu welchem Patienten die Daten gehören. Prof. Dr. Dr. Jens K. Habermann, Präsidiumsbeauftragter für die Biobank: „Der individuelle Datenschutz hat oberste Priorität. Wir sprechen allen Patientinnen und Patienten unseren Dank für die Unterstützung bei der Erforschung und Bekämpfung eines breiten Krankheitsspektrums aus.“

Die Lübecker Biobank (Interdisziplinäres Centrum für Biobanking-Lübeck, ICB-L) entstand Ende 2013 aus der 2009 aufgebauten „Norddeutschen Tumorbank Darmkrebs“ und führte im Juli vergangenen Jahres ihr „ethisch und rechtlich genauestens überprüftes, dreistufiges Patienten-Aufklärungs- und -Einwilligungskonzept“ ein. In der zentralen Patientenaufnahme kann ein Patient zustimmen, seine Kranken- und Behandlungsdaten für Forschungszwecke verfügbar zu machen. Die Biobank ermögliche mit ihrem Konzept „die Erforschung von Erkrankungen als Basis für eine maßgeschneiderte Patientenversorgung“, sagte Habermann. Und Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Detlef Zillikens unterstrich: „Unsere Biobank leistet einen wichtigen Beitrag zur klinisch orientierten Spitzenforschung.“

Als Zusammenschluss von 21 Kliniken und Instituten in Lübeck sei die Biobank insbesondere durch die Zusammenarbeit mit der Klinischen Forschungs-IT der Universität und der IT-Servicegesellschaft des Universitätsklinikums möglich geworden. Das ICB-L ist, so Habermann, „eine der ganz wenigen Biobanken in Deutschland, die dem behandelnden Arzt einen Zugriff auf die Forschungsdaten seines Patienten ermöglicht“. Das fördere die „individualisierte Versorgung des Patienten“. Ein wichtiges Ziel vor allem auch für die Bekämpfung sehr seltener Krankheiten sei die „europaweite Vernetzung“. Nur so erhalte man unentbehrliche Vergleichsmöglichkeiten für Krankheitsverläufe und Behandlungsmethoden.

Zur effizienten Nutzung der klinischen Daten für die Forschung werden im zentralen Biobank- und Studien-Management-System mehr als 1500 Parameter „harmonisiert abgebildet“ – und das nicht mehr über eine manuelle Erfassung, sondern größtenteils automatisiert aus dem Krankenhausinformationssystem. Werden zu den Daten außerdem auch Biomaterialien für die Forschung benötigt, werden die Patienten gezielt durch die behandelnden Ärzte angesprochen, ob sie zusätzlich zur Bereitstellung ihrer Daten auch Bioproben wie zum Beispiel Blut oder Gewebe zur Verfügung stellen wollen. Für die wissenschaftliche Nutzung der Daten und Proben ist zusätzlich zur Patienteneinwilligung die projektspezifische Bewilligung durch die Ethikkommission erforderlich. Habermann: „Selbstverständlich können die Einwilligungen zur Nutzung von Daten und/oder Bioproben jederzeit zurückgenommen werden.“ Nach Aussage des Mediziners gab es bislang aber nur einen einzigen Patienten, der seine Einwilligung zurückzog.

Die Biobank trägt nach Aussage von Prof. Habermann dazu bei, wertvolle Erkenntnisse aus der Forschung schneller als bisher in die klinische Anwendung zu bringen. Damit die Sammlung von Biomaterialien und medizinischen Daten mit dem „höchstmöglichen Maß an Sensibilität, Achtsamkeit und Qualität erfolgt, basiert das Lübecker Konzept auf einem seit 2014 zertifizierten Qualitätsmanagementsystem“, unterstreicht die Operative Leiterin der Biobank, Dr. Regina Maushagen. Die Biobank stößt in Lübeck auf wachsendes Interesse. Bei der „Nacht der Labore“ informierten sich im Juni mehr als 200 Lübecker über die Arbeit der Wissenschaftler im ICB-L, doppelt so viele wie bei der gleichen Veranstaltung zuvor.

Torsten Teichmann

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