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Studieren in Lübeck Die Klarinette ist und bleibt sein Leben
Thema S Studieren in Lübeck Die Klarinette ist und bleibt sein Leben
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22:31 29.10.2013
Žilvinas Brazauskas spielt im Konzert seine Literatur auswendig, da er einen Notenständer als Barriere zum Publikum empfindet. Quelle: Hollinde

Zwei Klarinetten hat Žilvinas Brazauskas in seinem Satzköfferchen. „A- und B-Klarinette“, wie er erklärt. Sie unterscheide ein Halbton. Es gebe Komponisten, die speziell für die eine oder die andere Stücke geschrieben hätten. Dass dieses Blasinstrument eine Wissenschaft für sich ist, zeigt sich ebenfalls, wenn der 22-jährige Student der Lübecker Musikhochschule aus der berühmten Klarinettenklasse von Sabine Meyer über Blatt und Mundstück philosophiert.

Das Blatt müsse unbedingt aus Arundo donax sein, um einen schönen Klang erzeugen zu können, führt er aus. Dieser lateinische Name ist die botanische Bezeichnung für das Pfahlrohr, auch Riesenschilf oder Spanisches Rohr genannt. Schnell wird jedenfalls deutlich, dass Žilvinas Brazauskas seine Profession lebt. Bereits mit acht Jahren hat er sein Lieblingsinstrument entdeckt. „Zwei Jahre zuvor hatte ich mit Singen begonnen, und meine Gesangslehrerin empfahl meinen Eltern dann, dass ich zu einem Blasinstrument wechseln solle“, erinnert sich der gebürtige Litauer, der seit 2010 an der Musikhochschule studiert. Dieser Wechsel sei goldrichtig gewesen.

Schnell sollte sich sein Talent unter Beweis stellen, so dass er schon im zehnten Lebensjahr seinen ersten Musikpreis gewinnen konnte. Sein Weg nach Lübeck führte schließlich über München. „Da habe ich an einem Masterkurs bei Sabine Meyer, den mir die Rostropowitsch Stiftung finanziert hat, teilgenommen. Danach stand fest, dass ich unbedingt bei ihr studieren möchte“, sagt der Sechstsemester.

Im gerade begonnenen Wintersemester wurde ihm jetzt der mit 1000 Euro dotierte Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) verliehen. In der Würdigung wird auf seine „herausragenden Leistungen in vielen Bereichen der Hochschule verwiesen, wie Kammermusik, Hochschulorchester und Big Band“. Für ihn selbst ist dieser Preis „eine große Ermutigung, noch mehr zu spielen und zu üben und das Wissen über Musik mit anderen Menschen zu teilen.“ mho



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