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Studieren in Lübeck Digitale Sprechstunde für junge Diabetespatienten
Thema S Studieren in Lübeck Digitale Sprechstunde für junge Diabetespatienten
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21:18 04.07.2017
Gespräch in lockerer Runde: Projektleiterin Dr. Simone von Sengbusch (l.) und Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (2. v. l.) plaudern mit Familie Abel.
Lübeck

Bereits im zweiten Lebensjahr wurde bei Merlin die Diagnose Diabetes 1 gestellt. „Eine Krankheit, die den Ablauf unseres Alltags seitdem sehr bestimmt“, sagen die Eltern Sandra und Carsten Abel.

Mehr über Lübecks Hochschulen steht unter www.LN-Online.de/uni

Merlin ist mittlerweile elf Jahre alt, und auch seine neunjährige Schwester Lina hat diese Autoimmunkrankheit, deren Ursache nach wie vor Forschern Rätsel aufgibt, die aber über permanente Ernährungskontrolle, Blutzuckermessung und Insulintherapie in den Griff zu bekommen ist. Die Familie aus Obernwohlde, Gemeinde Stockelsdorf, hat an der Erprobungsphase eines Projektes teilgenommen, das jetzt in ganz Schleswig-Holstein gestartet ist.

Es geht um das bundesweit einmalige Telemedizin-Vorhaben namens „Virtuelle Diabetesambulanz für Kinder und Jugendliche“, ViDiKi abgekürzt. Danach erhalten die teilnehmenden jungen Patienten und deren Eltern künftig zusätzliche Beratungstermine. Diese werden einmal monatlich von zu Hause aus am PC mit einer Webkamera und einem Telefon zwischen den Familien und den Experten in der Diabetesambulanz am Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Lübeck sowie in Kiel durchgeführt. Dabei werden regelmäßig Glukosewerte ausgewertet und besprochen. Dazu erhalten die Eltern und Jugendlichen wichtige Hinweise, wie sie ihre Therapie optimieren und damit die Lebensqualität dauerhaft verbessern können. Die Beratung wird auf Deutsch, Englisch oder Türkisch angeboten.

„Das Modell ist beispielhaft für den sinnvollen Einsatz einer digitalen Sprechstunde. Hier legen Daten innerhalb kürzester Zeit große Strecken zurück und ersparen Patienten weite Wege und lange Wartezeiten“, erklärt der neue Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg.

Etwa 1200 Kinder und Jugendliche sind allein in Schleswig-Holstein an Diabetes Typ 1 erkrankt. „Die hoch technisierten Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung geben den Betroffenen eine große Sicherheit vor Über- und Unterzuckerung. Sie erfordern aber auch einen häufigeren Kontakt zwischen Patient und Behandelnden zur Insulinanpassung“, erläutert Projektleiterin Dr. Simone von Sengbusch, UKSH-Diabetologin in Lübeck. Die „Virtuelle Diabetesambulanz“ erleichtere nun erheblich die Kontaktaufnahme. Das werde die Familien deutlich entlasten, steht für die Expertin fest.

Thomas Haeger vom Projektpartner AOK betont: „Die Nutzung solcher modernen Beratungsangebote über digitale Kanäle lassen sich gerade hervorragend in den Lebensalltag junger Menschen integrieren.“

(Anmeldung und Info per E-Mail an simone.vonsengbusch@ uksh.de). Michael Hollinde

LN

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