Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Einseitige Ernährung macht schlechte Laune

Lübeck Einseitige Ernährung macht schlechte Laune

Lübecker Uni-Studie zeigt Effekt auf Gehirn – Am besten ist ausgewogenes Essen.

Voriger Artikel
Drei neue Uni-Studiengänge zum Wintersemester
Nächster Artikel
Wegen Raumnot: FH lässt Container aufstellen

Diätenfrust kann dazu führen, dass man schneller „auf der Palme“ ist. Schuld sind die Botenstoffe.

Quelle: Fotos: Uni Lübeck (2), Pablo Castagnola/hfr, Ln-Archiv

Lübeck. Die Nachricht aus dem Lübecker Uni-Labor kommt rechtzeitig zum Strand-Sommer. Und sollte alle aufhorchen lassen, die sich aktuell mit einem speziellen Essensplan noch eine Bikini-Figur oder das Extrapack Muskeln zulegen wollen. Denn: So schön dieses Ziel auch sein mag – einseitige Ernährung kann einen extrem dünnhäutig machen. Aus einem ansonsten gelassenen Menschen kann ein nervlich angespannter werden.

„Das gibt es ja relativ häufig, dass eine bestimmte Sportler-Ernährung oder eine Diätform wie zum Beispiel ,Low carb’ sehr einseitig ausgerichtet ist“, sagt Wissenschaftlerin Soyoung Park, „in solchen Fällen berücksichtigt man aber immer nur den Körper. Man vernachlässigt dabei total, dass so eine Ernährung Einfluss auf unsere Psyche hat.“ Die Professorin für „Sozialpsychologie und Neurowissenschaft der Entscheidung“ an der Universität zu Lübeck hat jetzt zusammen mit anderen Forschern eine Untersuchung veröffentlicht, die zu dem Schluss kommt: Unser Verhalten ist messbar davon abhängig, was wir zu uns genommen haben.

„Tier- und Humanstudien haben schon vor vielen Jahren gezeigt, dass die Zusammensetzung unserer Nahrung Einfluss auf die im Gehirn zur Verfügung stehenden Neurotransmitter hat. Bisher war jedoch nicht klar, ob dies in einem Maß geschieht, welches tatsächlich unser Verhalten messbar verändert“, so Park. Zur Erklärung: Neurotransmitter sind die Botenstoffe des Nervensystems; über 100 verschiedene sind bekannt, darunter zum Beispiel Dopamin und Endorphine. Und genau dieser Frage ist das Team rund um Prof. Park und Prof. Sebastian Schmid aus der Uniklinik nachgegangen.

Dass wir das Essen zum Überleben brauchen, ist uns allen bewusst. Vielen ist aber nicht klar, dass das Essen neben unserem Energiehaushalt auch viele weitere biochemische Abläufe beeinflusst. So besteht jede Mahlzeit aus verschiedenen sogenannten Makronährstoffen, den Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen (Eiweiß). Das Verhältnis dieses Trios zueinander steuert unseren Aminosäure-Haushalt, der wiederum maßgeblich mitbestimmt, welche Botenstoffe im Gehirn bereitstehen.

„Um zu erforschen, inwieweit unser tägliches Essen unser Verhalten bestimmt, haben wir zwei separate Studien durchgeführt. In beiden haben wir uns auf das Frühstück konzentriert, da dieses – im Vergleich zu anderen Mahlzeiten – auf nüchternen Magen eingenommen wird und somit mögliche Ergebnisse nicht durch vorherige Mahlzeiten verfälscht werden“, erklärt Dr. Sabrina Strang, Erstautorin der Studie.

Im Versuch zeigte sich nun, dass die Testpersonen nach einem unausgewogenen Frühstück empfindlicher auf ein unfaires Angebot – konkret auf das ungerechte Teilen eines Geldbetrages – reagierten. Und je höher der berichtete Anteil an Kohlenhydraten, also Zucker, im zurückliegenden Frühstück war, desto sensibler war die Reaktion auf die unfaire Offerte. Zudem konnten die Forscher zeigen, dass der Tyrosin-Spiegel im Blut durch die Makronährstoff-Komposition deutlich beeinflusst wurde. Je höher der Kohlenhydratanteil und je niedriger entsprechend der Eiweißanteil war, umso niedriger waren der Tyrosin-Spiegel am nachfolgenden Vormittag.

Die Studie zeige also, dass Ernährung einen stärkeren Einfluss auf unser Leben hat als bisher vermutet. „Diäten sollten daher vor diesem Hintergrund kritisch betrachtet werden. Sie führen zwar eventuell zu dem gewünschten Gewichtsverlust, beinhalten aber ein extrem unausgewogenes Verhältnis von Kohlenhydraten und Proteinen und können dadurch einen direkten Einfluss auf unser alltägliches Verhalten haben“, gibt Dr. Sabrina Strang zu bedenken. Und Prof. Park fügt hinzu: „Auch das Essen in Großkantinen wie zum Beispiel in Schulen, Kindergärten und großen Betrieben sollte in Bezug auf die Makronährstoff-Zusammensetzung überdacht werden.“

Michael Hollinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Studieren in Lübeck
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den April 2018 zu sehen!

Der HSV gewinnt sein wichtiges Heimspiel gegen den SC Freiburg mit 1:0. Schaffen die Hamburger noch den Klassenerhalt?

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

  • Freizeit

    mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.