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Studieren in Lübeck Erstsemester-Ansturm: Unis im Norden melden Rekordzahlen
Thema S Studieren in Lübeck Erstsemester-Ansturm: Unis im Norden melden Rekordzahlen
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00:00 16.10.2012
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Lübeck

Ansturm auf die Hochschulen: Noch nie hat es in Schleswig-Holstein so viele Studenten gegeben. Zum eben beginnenden Wintersemester besuchen nach Angaben des Kieler Wissenschaftsministeriums zusätzliche 10 000 Erstsemester die Hochschulen im Land. Das sind ein Fünftel aller Studierenden im Norden. In der Folge kommt es überall zu Engpässen, räumlich wie personell.An der größten Hochschule im Land, der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel, haben 3382 Studenten gestern ihr erstes Semester aufgenommen. Jetzt drängt sich die Rekordzahl von 24 570 jungen Frauen und Männern an der CAU – und das noch ohne Nachrücker. Laut AStA-Chef Steffen Reges „platzt die Uni aus allen Nähten“. Seminarräume mit 30 Plätzen würden teilweise mit 80 bis 90 Studierenden belegt. Da herrsche im wahrsten Sinne des Wortes „dicke Luft“, klagt Reges. Erschwert werde die Lage durch die schlechte Bausubstanz der Uni. „Man sitzt in Vorlesungen wegen der räumlichen Enge schon einmal neben einem Wassereimer, weil es durch die Decke tropft.“ Allzeit-Hoch an Studenten auch an der Lübecker Uni: 618 Erstsemester haben sich eingeschrieben. Insgesamt studieren dort jetzt 3357 junge Menschen. In vollen Hörsälen könne man sich immer noch auf die Stufen setzen, sagt Sabine Voigt vom Studierendencenter. „In einigen Laboren aber stoßen wir an Kapazitätsgrenzen, auch aus Sicherheitsgründen.“ Eng werde es auch beim wissenschaftlichen Personal. Das bedeutet: Längere Wartezeiten vor Sprechstunden.Brisant ist die Lage an der Fachhochschule Lübeck (FHL). „Wir sind der Standort mit dem größten Raumproblem im Land“, beklagt Sprecher Frank Mindt. 1000 Erstsemester lassen die Gesamtstudierendenzahl auf 4400 hochschnellen. Ausgerichtet sei die FHL für gerade mal 2000 Studenten. Entzerrt werde die Notsituation nur dadurch, dass immer mehr junge Menschen auf ein Online-Studium auswichen – mit Präsenzpflicht lediglich am Wochenende.„Noch einmal können wir einen solchen Zulauf nicht auffangen“, berichtet Dierk Hansen, Leiter der Zulassungsstelle an der Uni Flensburg (1550 Erstsemester; gesamt: 4650). Der Staat müsse sich entscheiden, „ob er möglichst viele Abiturienten ins Studium lassen oder für vernünftige Studienbedingungen sorgen will.“ Wegen Raumnot werden in Flensburg Vorlesungen als Blockveranstaltungen von Freitag bis Sonntag angeboten.

Wissenschaftsministerin Wara Wende (parteilos) verweist auf Geld aus dem Hochschulpakt II. Dafür muss Schleswig-Holstein bis 2015 knapp 10 000 zusätzliche Studienplätze schaffen, 1437 davon in Lübeck. Auch Lehrpersonal dürfe mit den Mitteln verpflichtet werden. Bauen dürften Hochschulen damit nicht. Den größten Ansturm an den Unis erwartet das Ministerium für 2016 mit dem doppelten Abi-Jahrgang in Schleswig-Holstein – mit dann 12 300 Studienanfängern.

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