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Studieren in Lübeck Forschung am menschlichen Auge
Thema S Studieren in Lübeck Forschung am menschlichen Auge
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21:21 29.12.2015
Dr. Aysegül Tura im molekularbiologischen Labor der Augenklinik. Im Cytospin werden Zellen auf Objektträger angebracht. Quelle: Felix König

Durch das Auge verlaufen etliche sensible Nerven. Werden sie durch Erkrankungen gereizt, leiden Betroffene nicht selten an Schmerzen und Seh-Einschränkungen. Aysegül Tura, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universitäts-Augenklinik Lübeck, beschäftigt sich mit neuen Therapieansätzen bei Netzhauterkrankungen.

Insgesamt drei Augenerkrankungen hat die studierte Molekular- Biologin bereits untersucht. Etwa das Aderhautmelanom, einer der häufigsten Primär-Tumore im Augenbereich. „Patienten bemerken ihre Erkrankung oft erst relativ spät“, erklärt die 38-Jährige. „Zum Zeitpunkt der Diagnose gibt es meist schon Metastasen, häufig streuen sie in die Leber.“

Um die bösartige Krebserkrankung rechtzeitig zu entdecken, arbeitet Tura zurzeit an einer Methode, die Krebszellen schon in frühen Stadien im Blut nachweisen zu können; eine Früherkennung zirkulierender Melanomzellen, die im Einzelfall Leben retten kann: „Wenn man den Tumor rechtzeitig entdeckt, kann man ihn gut behandeln“, sagt Tura. „Ein starkes Immunsystem spielt dabei eine wichtige Rolle.“

Ihre Arbeitstage verbringt sie hauptsächlich im molekularbiologischen Labor in der Augenklinik. Ein anderer Forschungsschwerpunkt der Wissenschaftlerin befasst sich mit der neuroprotektiven Wirksamkeit einer pharmakologischen Rho-Kinase-Hemmung. „Durch eine Schädigung des Sehnervs kommt es häufig zu einer Degeneration der Nervenfortsätze im Auge“, erklärt Tura. Die Nervenfortsätze ziehen sich in einem solchen Fall zurück. Die Erkrankung habe oft umweltbedingte Ursachen, wie einen starken Innenaugendruck nach Traumata. Tura arbeitet mithilfe eines synthetischen Moleküls an der Hemmung des Signalmoleküls, das den Vorgang der Degeneration auslöst.

Für diese beiden und einen anderen Forschungsschwerpunkt wurde die in Istanbul geborene Biologin jetzt auch ausgezeichnet: Sie erhielt den Wissenschaftspreis der Stiftung Auge.

Der mit 2500 Euro dotierte Preis wurde ihr auf dem 113. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft im Oktober in Berlin verliehen. Deutschland ist für sie zur zweiten Heimat geworden. Hier hatte sie von 2001 bis 2007 in Tübingen ihre Doktorarbeit geschrieben. Und auch Lübeck gefällt ihr gut: „Ich mag die Atmosphäre auf dem Campus und in der Stadt.“

kad





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