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Studieren in Lübeck Hirnforschung: Großzügigkeit macht glücklich
Thema S Studieren in Lübeck Hirnforschung: Großzügigkeit macht glücklich
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20:31 25.07.2017
Sie forscht zum Glück: Professorin Dr. So Young Park.

Viele Menschen sind erstaunlich großzügig, sie gehen nicht kalkuliert vor und sind weniger auf ihren eigenen Vorteil fokussiert. Stattdessen machen sie anderen gern Geschenke, helfen beim Umzug oder gießen die Blumen, wenn jemand im Urlaub ist. Generöses Verhalten ist jedoch auch immer mit Kosten verbunden. Man muss Zeit oder Geld investieren, um anderen Vorteile zu verschaffen.

Eine Motivation gibt es, die uns dennoch dazu antreiben könnte, großzügiger gegenüber anderen zu sein. Forscher haben belegt, dass wir uns glücklicher fühlen, wenn wir jemand anderem etwas Gutes tun.

Wissenschaftler der Universität zu Lübeck fanden in Kooperation mit der Universität Zürich und der Feinberg School of Medicine in Chicago heraus, dass großzügiges Verhalten und Glücksgefühle in unserem Gehirn direkt miteinander verknüpft sind.

„Dieses Glücksgefühl durch eine gute Tat bezeichnet man auch als ,warm-glow‘, was im Deutschen mit wohligem Gefühl übersetzt werden kann“, erklärt Professorin Dr. So Young Park vom Institut für Psychologie an der Universität Lübeck.

Mit Hilfe einer funktionellen Magnetresonanztomografie beobachtete das Forscherteam über vier Wochen die Veränderungen von Gehirnaktivitäten einiger Probanden. Wie es im Gehirn genau dazu kommt, dass wir uns glücklicher fühlen, war bisher nämlich noch nicht bekannt.

Der Versuchsablauf: Allen Probanden wurde versprochen, dass sie innerhalb von vier Wochen wöchentlich Geld erhalten. Die eine Hälfte der Probanden (Kontrollgruppe) wurde gebeten, das Geld für sich selbst auszugeben. Die andere Hälfte der Probanden sollte das Geld hingegen nur für Freunde und Bekannte ausgeben, indem sie ihnen zum Beispiel ein Geschenk besorgten oder sie zum Essen einluden (experimentelle Gruppe).

Bei der Aufgabenstellung trafen die Probanden jeweils unterschiedliche Entscheidungen, die sich in ihrer Großzügigkeit und den dazugehörigen Kosten unterschieden. Ganz zu Beginn und am Ende der Studie wurde zudem noch abgefragt, wie glücklich sich die Probanden fühlen. Dadurch konnten die Forscher Hirnaktivitätsänderungen erfassen, die einerseits großzügigkeits- und andererseits glücksgefühlabhängig sind.

„Unsere Daten zeigen, dass die Probanden in der experimentellen Gruppe eine erhöhte Aktivierung im temporo-parietalen Kortex zeigen, während sie großzügige Entscheidungen treffen“, sagt Wissenschaftlerin Park, „hierbei handelt es sich um eine Gehirnstruktur, welche schon häufig mit großzügigem Verhalten in Zusammenhang gebracht wurde.“ Zudem gaben die experimentellen Gruppenmitglieder nach der Aufgabe von sich aus an, glücklicher zu sein als die Kontrollgruppe.

Das Ergebnis der Studie könne laut dem Forscherteam wichtige Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben. Demnach könnten großzügige Handlungen jetzt aktiver genutzt werden, um dadurch die persönlichen Glücksgefühle zu fördern.

LN

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