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Lübecks erstes Null-Energiehaus soll auf dem Campus entstehen

Lübeck Lübecks erstes Null-Energiehaus soll auf dem Campus entstehen

Architektur-Professoren wollen mit Studenten auf dem Gelände der FH ein klimaneutrales Haus errichten, um Aspekte zur Energiegewinnung und Speicherung zu erforschen.

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Die Architekten Heiner Lippe, Renate Abelmann und Georg Conradi (v.l.) wollen auf dem Campus ein Autarkiehaus bauen.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. Als alles vor fast drei Jahren mit einer bloßen Idee begann, hat kaum einer der Verantwortlichen damit gerechnet, dass es einmal soweit kommt. „Aber jetzt stehen wir tatsächlich kurz vor Abschluss der Planungsphase“, freut sich Georg Conradi, Architektur-Professor an der Lübecker Fachhochschule.

Conradi ist einer der Begründer von „Build-Now“ — einem ambitionierten Projekt des Fachbereichs Bauwesen der FH, dessen Ziel es ist, ein klimaneutrales Haus zu entwickeln. Aus zahlreichen Entwürfen von Studenten ging letztlich ein Gewinner-Modell hervor. Alles stand bei der Entwicklung unter dem Motto „Autarkie“. „Wir wollten ein Haus bauen, das den größten Teil des täglichen Energiebedarfs über Sonne und Regen gewinnt“, erklärt Conradi.

Das Besondere: Die Forscher streben bei ihrem Projekt echte Autarkie an. Das heißt, dass sie sich nicht nur rechnerisch, sondern tatsächlich selbst versorgen wollen. Die gewonnene Energie soll also nicht in das Netz eingespeist, sondern gespeichert werden, um bei Bedarf abgerufen zu werden. Dafür sollen sogenannte hochmoderne Wasserstoffspeicher verwendet werden, die die Energie unter geringem Verlust umwandeln. „Wir planen beim Bau mit modernster Technik und den neusten Elementen im Bereich der Autarkie“, sagt Professor Heiner Lippe, der das Projekt gemeinsam mit Conradi und zwei weiteren Kollegen leitet. Wasserspeicherung direkt unter dem Dach, um Fallenergie gewinnen zu können, sowie besondere Dämm-Materialien und spezielle Solarpaneele seien nur Teile des umfangreichen Autarkiekonzepts. Der Bau befinde sich daher auch permanent in der Weiterentwicklung.

Im nächsten Schritt gehe es jetzt darum, das Projekt umzusetzen. Wenn es nach den Architekten der FH geht, kann der Bau Ende des Jahres 2013 beginnen. „Wir sind soweit startklar“, sagt Conradi. „Wir müssen jetzt nur noch einige formale und organisatorische Hürden nehmen.“ Da das Grundstück, auf dem die Forscher gern bauen würden — auf dem Campus zwischen Gebäude 14 und 15 —, dem Land Schleswig-Holstein gehört, seien noch rechtliche Aspekte bezüglich der Haftung während des Bauprozesses zu klären. Die Signale, die Conradi und seine Kollegen aus Kiel bekommen, stimmen die Architekten aber optimistisch, dass noch im nächsten Jahr eine Baugenehmigung erfolgen kann.

Auch die Finanzierung des Projekts sei über Drittmittel und Spenden bereits größtenteils geklärt. Das Volumen des gesamten Bauvorhabens wird auf rund 1,5 Millionen Euro taxiert. Der Gestaltungsbeirat der Stadt hat den Entwurf der Studenten ebenfalls bereits begutachtet und für gut befunden.

Wenn der Bau abgeschlossen ist, soll das Haus als Forschungslabor für Autarkie dienen. Mit Lehrforschungsprojekten wollen Professoren und Studenten dann die Besonderheiten der Energiegewinnung und Speicherung im laufenden Betrieb erforschen. „Das ist ein aktuelles und zentrales Thema im Bereich der Architektur und daher von besonderer Bedeutung“, sagt Conradi.

Forschungsgebäude, das seine Energie selbst gewinnt

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Build-Now ist ein Projekt, das an der Lübecker Fachhochschule vom Fachbereich Bauwesen vor knapp drei Jahren initiiert und umgesetzt wurde. In einer ersten Projektphase gab es einen Studenten-Wettbewerb mit dem Ziel, ein Autarkiehaus für den Lübecker Campus zu entwickeln. Aus den besten Entwürfen wurde dann in einem weiteren Schritt letztlich das Sieger-Modell herausgearbeitet, das die Lübecker Professoren nun in Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem Bereich Umwelttechnik umsetzen wollen. Es soll als Forschungshaus im Bereich der Autarkieforschung dienen und durch Studien Erkenntnisse im Bereich der Energiegewinnung und Speicherung liefern.

Lucas Braun

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