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Mehr Durchblick für die Operateure

Uni Mehr Durchblick für die Operateure

Vor zehn Jahren erfand Physikerin Eva Lankenau ein Optiksystem. Nun agiert sie weltweit mit eigener Firma.

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Dr. Eva Lankenau und Mitgeschäftsführer Marc Krug präsentieren am Mikroskop die Präzision ihrer iOCT-Kamera.

Quelle: TZL

Dr. Eva Lankenau zeigt gern einen Web-Film. Ein bekannter US-Augenchirurg erklärt darin, wie er mit Hilfe einer neuen Kamera-Technik aus Lübeck ernste Schwierigkeiten während einer anspruchsvollen OP am Auge bewältigt. Die kleine Lübecker Firma Opto Medical Technologies mit Sitz im MFC 1 (Multifunktionscenter) auf dem Hochschulcampus hat in den vergangenen Jahren die hier eingesetzte Kamera mit IOCT-Technologie entwickelt. Die Abkürzung steht für „intraoperative Optische Kohärenztomografie“.

Dieses nicht-invasive, also berührungslose Bildgebungsverfahren beschreibt die Firmengründerin Lankenau anschaulich als „Ultraschall mit Licht, eingesetzt während der laufenden Operation“. Das Kürzel IOCT ist inzwischen sogar als Marke eingetragen und entsprechend geschützt. „Mit unserer Kamera sieht zum Beispiel der Augenchirurg ergänzend und gleichzeitig zum Bild des Operationsmikroskops ein einige Millimeter tief eindringendes zweidimensionales Schnittbild mit hoher Auflösung. Er kann also sehen, was er gerade tut, auch wenn das Mikroskop — etwa nach einem Säureunfall mit Schädigung der Hornhaut — kein oder nur ein schlechtes Bild liefert, weil es optisch die trübe Hornhaut buchstäblich nicht durchdringen kann“, erklärt Lankenau.

Das physikalisch anspruchsvolle Bauprinzip hat die Forscherin bereits 2003 erfunden, damals noch als Mitarbeiterin am Institut für Biomedizinische Optik und am Laserzentrum der Lübecker Uni.

Die ersten Anwendungstests in verschiedenen OP-Bereichen wie Neurochirurgie, Kinderchirurgie, Halschirurgie und Augenchirurgie laufen seit 2006. Um das Gerät an den Markt zu bringen, entschied sich die Physikerin 2009, eine Firma zu gründen und gewann im Folgejahr den Uni-Gründerpreis der Sparkasse zu Lübeck. „Zum Glück gab es damals das erste Exist-Förderprogramm der Bundesregierung, in das ich mit Hilfe der Gründerberatung hier auf dem Campus durch die Gründer-Klinik hineingekommen bin“, erzählt die heute 48-jährige „Ausgründerin“. Seither ist das Team auf acht feste Mitarbeiter und wechselnde studentische Mitarbeiter gewachsen. Und die „universelle“ IOCT-Kamera ist schon bereit für den weltweiten Markt. rwe

Alle 14 Tage berichtet das Technikzentrum Lübeck (TZL) über Firmen und Projekte, die den Hochschul- und Technologie-Standort Lübeck symbolisieren.



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