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Studieren in Lübeck Musikstudenten begeben sich auf die Spuren der „Fab Four“
Thema S Studieren in Lübeck Musikstudenten begeben sich auf die Spuren der „Fab Four“
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21:10 25.06.2013
Von Michael Hollinde

So über 200 eigene Songs gehörten wohl zu ihrem Repertoire, schätzt Bernd Ruf von der Musikhochschule Lübeck (MHL). Und über 40 davon werden am Wochenende — bei der großen Beatles-Revue — wohl dargeboten. „Von den frühen Anfängen bis zum Höhepunkt ihres Schaffens Ende der 1960er Jahre werden wir einen Streifzug durch zehn Jahre unvergessliche Musikgeschichte präsentieren“, verspricht er.

Als der Professor im Jahr 2004 an die MHL kam, wurde extra ein eigener Lehrstuhl für Popularmusik, Jazz und Weltmusik geschaffen, und seitdem setzt der Klarinettist, Dirigent und Dozent zusammen mit den Studierenden immer wieder eigene Pop- und Rock- Akzente an der Hochschule — insbesondere am Ende des Sommersemesters mit speziellen Konzertprojekten.

Schließlich ist die Popularmusik inzwischen in die verschiedenen Studiengänge integriert, so dass alle Studierenden — vom Kirchenmusiker bis zum Komponisten — die Möglichkeit haben, an diesen Projekten teilzunehmen. Karsten Gebbert zum Beispiel hat sich eigentlich dem klassischen Gesang verschrieben. „Als mich dann aber vor über einem Jahr Professor Ruf angesprochen hat, ob ich mich auch solistisch in der Popularmusik betätigen würde, habe ich nicht gezögert und Ja gesagt“, erklärt der 22-Jährige mit der Bariton-Lage. Entsprechend saß er bereits vor einem Jahr in der Rolle des Udo Jürgens am weißen Flügel beim Konzert-Projekt 2012, der „Schlagerrevue“. Sein bisheriges Fazit: „Popmusik bereitet mir nicht weniger Freude als Klassik.“ Zudem strebt der Student von Professor Franz-Josef Einhaus den Beruf des Musiklehrers an — „und in der Schule kommt bei den meisten Schülerinnen und Schülern Pop und Rock einfach besser an, ohne natürlich die Klassik vergessen zu wollen.“

Für Initiator Bernd Ruf stellt sich das Problem gar nicht. Denn: „Für die heutigen Studierenden gibt es gar keine Genre-Grenzen mehr. Mit großer Selbstverständlichkeit gehen sie gleichermaßen mit Bach, Beethoven und den Beatles um und stoßen so leichter zum Kern ihrer zukünftigen Arbeit vor — sich mit Musik auszudrücken, Menschen zu berühren und sich der Kraft der Musik anzuvertrauen.“

Angestoßen und somit im gewissen Rahmen vorbereitet wurde das Motto des Semesterabschluss-Vorhabens übrigens durch ein Seminar. „Es wurde einfach Zeit, dass wir die Fab Four mal inhaltlich aufarbeiten; schließlich ist ihr Werk epochal“, stellt der Dozent fest. Entsprechend sind rund 20 der 75 Mitwirkenden vom Wochenende mit diesem Vorwissen ausgestattet. Wie auch die 26-jährige Hanna Prins, die bereits einen Abschluss in Popgesang in der Tasche hat. „Ich werde ,Blackbird‘ und ,Honey pie‘ interpretieren“, merkt sie an, „sich mit diesen legendären Songs beschäftigen zu dürfen, macht einfach Spaß.“ Und ihre Kommilitonin Ariane Jahn ist ebenfalls von dem Projekt begeistert: „Ich bin schließlich total beatlelesk.“

Für die beiden Konzerte, mit denen Studierende aller Studiengänge in verschiedenen Bands und Ensembles verschmelzen, um gemeinsam einen Themen-Abend zu gestalten, kündigt Projektleiter Bernd Ruf an:

„Hier werden sich Hits und Experimentelles, Lachen und Innehalten, Inspiration und Spiellust begegnen.“ Zu Beginn der Reihe stand 2004 und 2005 die Summer Pop Symphony, in den Jahren darauf folgten weitere Höhepunkte mit „Anna-Margaretha — Das Buxtehude-Musical“, „African Soul“, der 100-Jahre-MHL-Jubiläums-Revue und der Schlager-Revue 2012 „Wunder gibt es immer wieder“.

Michael Hollinde

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