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Studieren in Lübeck Notfallhilfe für Schlaganfall-Patienten: Sana und Uni sollen Streit beilegen
Thema S Studieren in Lübeck Notfallhilfe für Schlaganfall-Patienten: Sana und Uni sollen Streit beilegen
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09:21 19.03.2014
Der Rettungsdienst soll Schlaganfall-Patienten ab April auch wieder in die Sana-Klinik bringen. So will es die Stadt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Die Stadt hat ein Machtwort gesprochen im Streit zwischen Uni- und Sana-Klinik wegen der neuen Schlaganfall-Station (Stroke Unit) an der Kronsforder Allee. In einer mehrstündigen Sitzung einigten sich alle Beteiligten, dass Sana ab dem 1. April wieder angefahren werden soll. „Laut Vorschlag kommen Schlaganfall-Patienten an ungeraden Tagen zum UKSH, an geraden zur Sana-Klinik“, sagt Innensenator Bernd Möller (Grüne). Bis Ende dieser Woche sollen die Häuser zustimmen. „Ich erwarte die Beteiligung beider Kliniken.“

Damit soll endlich der Rettungsdienst-Boykott vorüber sein, seit mehr als einem halben Jahr werden keine Schlaganfall-Patienten zu Sana gebracht (die LN berichteten). Die Klinik besitzt keine Neurochirurgie, die bei bis zu zehn Prozent der Notfälle erforderlich ist. Die Betroffenen müssen nachträglich in die Uni verlegt werden. Da beide Häuser sich bislang nicht auf eine entsprechende Kooperation verständigen konnten, kamen alle ausschließlich zum UKSH.

Nun gebe es laut Möller eine Regelung: Wird ein komplizierter Schlaganfall am Einsatzort diagnostiziert oder kann nicht ausgeschlossen werden, kommt der Patient in die Uni-Klinik. „Gleiches wird unter anderem in Kiel, Hamburg und Berlin praktiziert.“ Zudem schreibe das Rettungsdienst-Gesetz nur den Transport zu einem geeigneten Krankenhaus vor, nicht aber zum am besten ausgestatteten.

UKSH-Sprecher Oliver Grieve stellt klar: „Wir hoffen, dass es letztendlich eine Lösung gibt, die von allen Beteiligten getragen werden kann. Wir legen aber Wert auf die Feststellung, dass wir als UKSH die bestmögliche Versorgung für den Patienten für vorrangig erachten.“ Wolfram Scharenberg von der Ärztekammer Schleswig-Holstein fordert daher nun, die gegebenenfalls nötige „schnelle Verlegung eines Patienten regelhaft sicherzustellen“.

pah/mho

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