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Studieren in Lübeck Schmerzforschung ist ihr Steckenpferd
Thema S Studieren in Lübeck Schmerzforschung ist ihr Steckenpferd
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22:16 17.09.2013
Prof. Carla Nau programmiert ein Überwachungsgerät. Quelle: Foto: Neelsen

Über 80 Ärzte sowie dazu noch die spezialisierten Pflegekräfte gehören zu ihrer Klinik, der Lübecker Uniklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, ohne die fast kein operativer Eingriff auf dem Campus abläuft. Als Nachfolgerin von Peter Schmucker hat Prof. Carla Nau jetzt das Amt der „Chefnarkoseärztin“ übernommen. Zuvor arbeitete die 44-jährige Medizinerin als Leitende Oberärztin und Stellvertreterin des Klinikdirektors der Anästhesiologischen Klinik am Uniklinikum Erlangen. Weitere Stationen ihrer medizinischen Laufbahn waren die Universität Gießen und die Harvard Medical School in Boston, USA.

„Schon in meiner Schulzeit haben mich die Naturwissenschaften und die Medizin fasziniert, so dass ich zielstrebig in diese Richtung gegangen bin“, erzählt die Mutter eines viereinhalbjährigen Sohnes.

Dass sie dann dort Medizin studiert hat, wo sie selbst als Baby zur Welt gekommen ist — an der Uniklinik Gießen —, ist für sie selbst eine nette Anekdote aus ihrem Leben. Und dass Narkose- und Schmerzmittel schließlich im Mittelpunkt ihres Schaffens stehen würden, habe sich im Laufe ihres Studiums herauskristallisiert.

„Bereits in den vorklinischen Semestern habe ich als wissenschaftliche Hilfskraft in der Uni-Physiologie gearbeitet und mich mit Ionenkanälen im Nervensystem beschäftigt, die an der Schmerzwahrnehmung beteiligt sind“, erklärt sie. Diese Thematik habe sie dann auch in ihrer Doktorarbeit aufgegriffen. „So habe ich mich diesbezüglich mit der Wirkung eines bestimmten örtlichen Betäubungsmittels auseinandergesetzt.“ Zur Schmerzforscherin sei sie dann auf ihrem Weg über Boston nach Erlangen geworden. Dort hat sie der Schwerpunkt Schmerzforschung weiter begleitet. So leitete Carla Nau sieben Jahre lang in Erlangen eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Klinische Forschergruppe, in der die Gründe für fortdauernde Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen untersucht wurden. „Noch nicht vollständig geklärt ist zum Beispiel, warum nach bestimmten Eingriffen — wie der Operation eines Leistenbruchs — bis zu zehn Prozent der Patienten nachher chronische Schmerzen davontragen“, so die Anästhesiologin. Welche Patienten gefährdet seien und wie die Entwicklung chronischer, postoperativer Schmerzen zu verhindern sei, müsse die Wissenschaft noch klären.

Für ihre Lübecker Zeit hat sie sich nun viel vorgenommen. Unter anderem möchte sie die Schmerzambulanz der Klinik, in der chronische Schmerzpatienten versorgt werden, um eine tagesstationäre Einheit ergänzen. mho



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