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Sie wollen Hackern das Leben erschweren

Uni Lübeck Sie wollen Hackern das Leben erschweren

Seit Ende 2016 gibt es an der Uni Lübeck den Studiengang IT-Sicherheit. Er erfreut sich wachsender Beliebtheit unter Studieninteressierten. Und um einen Job müssen sich die Absolventen von morgen schon jetzt keine Sorgen machen.

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Celine Thermann (v. l.), Michael Brückner, Thomas Eisenbarth, Jan Wichelmann sowie Marc Stelzner sind vm Studiengang überzeugt.

Quelle: Foto: Maxwitat

Lübeck. Inzwischen baut die Hochschule ein eigenes Institut auf; die Professur ist jetzt auch besetzt.

„Die Technologien sind eigentlich da“, sagt Prof. Thomas Eisenbarth, „sie müssen nur auch umgesetzt werden. Das ist die Crux.“ Deshalb seien Fachkräfte mit dieser Anwendungskompetenz – und damit meint er die zukünftigen Absolventinnen und Absolventen des neuen Studiengangs – auf dem Arbeitsmarkt, ob in der Industrie oder in Behörden, so begehrt.

Seit Oktober 2016 gibt es nun an der Lübecker Universität den innovativen Studiengang IT-Sicherheit, und Eisenbarth, vor fünf Monaten aus den USA auf den Campus gekommen, baut gerade das passende Institut dazu auf. Seine Forschungsgebiete sind Systemsicherheit und Kryptografie, also die Verschlüsselung von Informationen. „In den USA werden viele Themen aus dem Bereich IT früher aufgegriffen; das liegt daran, dass viele Internet-Giganten wie Google und Amazon dort gegründet wurden und zu Hause sind“, erklärt der 38-Jährige. „Entsprechend wird auch die Digitalisierung vorangetrieben, und die Sicherheit hält manchmal nicht mit.“

Uni-Schnuppertag am 25. Mai

Wer sich für den Studiengang interessiert, sollte sich den Schnuppertag der Universität zu Lübeck im Kalender vormerken: Freitag, 25. Mai. Unter der Adresse www.uni-luebeck.de/studium/studiengaenge/it-sicherheit.html sind ebenfalls viele Informationen zu finden. Die Einschreibung ist vom 1. Mai bis zum 15. September möglich.

In Deutschland wiederum seien die Bedenken gegenüber technischen Innovationen oft größer, „was im Gegenzug den Bereich IT-Sicherheit stärkt, sowohl im Cloud-Computing als auch im maschinellen Lernen“. Der recht neue Studiengang der Universität profitiert jedenfalls von diesem Denken. „Während wir zum Start im Wintersemester 2016/17 noch 33 Erstis begrüßen konnten, sind es im neuesten Jahrgang schon 57“, bilanziert Studiengangskoordinator Marc Stelzner.

In den sechs Bachelor-Semestern – mit der weiteren Möglichkeit zum Master – dreht es sich um Programmieren und Software Engineering, Algorithmen und Datenstrukturen, mathematische Grundlagen, Technische und Theoretische Informatik sowie Datenbanken und Betriebssysteme. „Die Informatik ist immer das Fundament“, stellt Stelzner klar. Anspruchsvoll geht es also zu im Lehrplan.

„Ich hatte zwischendurch ein paar Probleme“, gesteht dann auch Drittsemesterin Celine Thermann, „aber ich habe mich durchgebissen.“ Denn in ihrem Findungsprozess nach dem Abitur sei es immer wieder auf Informatik hinausgelaufen. Und mittlerweile gefalle ihr das Fach Theoretische Informatik am besten, so die 20-Jährige aus Neustadt. Ihr Kommilitone Michael Brückner kann sich ebenfalls keinen anderen Uni-Studiengang vorstellen. „Ich hatte von früher Kindheit an Interesse an technischen Geräten und ihrer Funktionsweise“, berichtet der 20-jährige Timmendorfer, der sich mal eine Consulting-Tätigkeit vorstellen kann, um Firmen zu beraten.

Dass die angehenden IT-Experten auch ihre private Hardware und ihre persönlichen Daten schützen, sollte sich von selbst verstehen. Oder? „Diesbezüglich immer strenge Sicherheitsstandards für die eigene digitale Nutzung im Alltag anzulegen, ist eine große Herausforderung, da dies auch Einschränkungen mit sich bringt“, sagt Thomas Eisenbarth. Grundsätzlich sollte man aber auch ohne wissenschaftliche Strenge ein paar Sachen unbedingt beherzigen.

„So sollte man stets aktuelle Patches auf dem Rechner haben und aktuelle Bedrohungen kennen“, rät Doktorand Jan Wichelmann. Zudem empfiehlt er, lange Passwörter zu wählen und diese zu variieren. Und: Bei Programmen, die man installiert, sollte man Vorsicht walten lassen – „was genauso für unbekannte E-Mail-Anhänge gilt.“

Ein Video gibt es auf LN-Online.de

 Michael Hollinde

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