Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Studieren in Lübeck Studie zu Testosteron & Aggression
Thema S Studieren in Lübeck Studie zu Testosteron & Aggression
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 10.01.2017
Lübeck

In Diskussionen über Gewalt wird oft davon ausgegangen, dass das Hormon Testosteron zu aggressiverem Verhalten führt. Diese Annahme wird damit begründet, dass Männer einen höheren Testosteronspiegel haben als Frauen. Wissenschaftliche Belege dafür sind jedoch weniger klar. Eine Lübecker Uni-Studie hat sich nun des Themas angenommen. In der Arbeit untersuchten die Forscher, wie der Testosteronspiegel von Frauen mit der Hirnaktivität auf Bedrohungssignale zusammenhängt.

Ergebnis: Studienteilnehmerinnen mit stärkerer Amygdala- Aktivität wurden bei Wahrnehmung eines ärgerlichen Gesichtsausdrucks aggressiver. Die Hirnregion Amygdala, auch Mandelkern genannt, ist an dem Erleben von Emotionen beteiligt und wurde bereits mit Aggression in Verbindung gebracht. Frauen mit höherem Testosteronspiegel verhielten sich insgesamt weniger aggressiv und wiesen eine geringere Aktivität der Amygdala bei dem ärgerlichen Gesichtsausdruck einer anderen Person auf. Uni-Forscher Macià Buades-Rotger erklärt dazu: „Erstmal scheint das zu überraschen. Allerdings stimmen die Ergebnisse mit anderen Studien darin überein, dass Testosteron bei Frauen einen prosozialen Effekt – verbunden mit Hilfsverhalten und Altruismus – haben kann.“ Die neue Studie deute darauf hin, dass dieser Effekt mit geringerer emotionaler Reaktivität zusammenhängt.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!