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Studieren in Lübeck Wie Sprache Fachbegriffe umdeuten kann
Thema S Studieren in Lübeck Wie Sprache Fachbegriffe umdeuten kann
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21:32 12.12.2017
Prof. Christina Schües und ihr Uni-Kollege Prof. Christoph Rehmann-Sutter halten das Veranstaltungsplakat hoch. Quelle: Foto: René Kube

Als „die Sache mit Donald Trump immer mehr Fahrt aufgenommen“ habe und man immer öfter über „fake news“ gesprochen habe, da sei die Idee zum ´Thema in der Institutsrunde entstanden, erinnert sich Christina Schües. Die Philosophie- Professorin arbeitet am Lübecker Uni-Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung, kurz IMGWF. Dort liegt traditionell die Verantwortung für die Veranstaltungsreihe „Studium generale“ der Hochschule – und im laufenden Wintersemester trägt sie den Titel „Kollaps des Öffentlichen?“.

„Das Wort ,Kollaps’ steht für mich dafür, dass bestimmte Begriffe und Diskurse, die vormals getrennt waren, wie zum Beispiel Meinung und Wahrheit, oder Tatsachen und Urteil sowie Glauben nun zusammenfallen“, erklärt die Geisteswissenschaftlerin. Damit werde das Private dem Öffentlichen ähnlich. „Die überlieferten Trennungen dieser Bereiche sind also nicht mehr gültig und kollabieren“, so Schües. Dieser Dynamik zur Frage formuliert wolle man in diesem Wintersemester nachgehen. Ihr Institutskollege Prof. Christoph Rehmann-Sutter, der ebenfalls als Organisator und Ideengeber auftritt, betont: „Mit dieser Reihe kann die Universität auch eine gewisse Verantwortung in der Öffentlichkeit wahrnehmen und dieses wichtige Thema so für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich machen.“

Am morgigen Donnerstag geht es nun ab 19 Uhr im Audimax, Mönkhofer Weg 245, in die zweite Runde. „Neu umkämpfte Öffentlichkeiten in der Geschlechterpolitik – Von Gender-Wahn, Frühsexualisierung und Homo-Lobby“ hat Referentin Prof. Ruth Heß aus Hannover ihre Ausführungen überschrieben. „Um das Wort ,Gender’ ist es laut geworden“, sagt sie, „seit einiger Zeit drängen zunehmend schrille Stimmen in die Öffentlichkeit, die den geschlechterpolitischen Diskurs in neue alte Richtungen zu verschieben versuchen.“ Eine Schlüsselrolle dabei spiele Sprache, allem voran das Umdeuten von Fachbegriffen und -konzepten.

Im neuen Jahr folgen dann noch zwei weitere Abende im „Studium generale“. Für Donnerstag, 25. Januar, wurde Prof. Emmanuel Alloa aus St. Gallen in den IMGWF-Hörsaal eingeladen. Der Experte für Kulturtheorie und Kulturphilosophie wird sich ab 19 Uhr dem Thema „Wachablösung: Wenn Transparenz Öffentlichkeit ersetzt“ widmen. Den Schlusspunkt im Wintersemester setzt schließlich Prof. Simone Dietz aus Düsseldorf. Am Donnerstag, 1. Februar, ab 19 Uhr heißt es – dann jedoch erneut im Audimax: „Wie echt ist Öffentlichkeit?“

mho

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