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Stillgelegter Spielplatz könnte ein Zuhause für Flüchtlinge werden

Westerrade Stillgelegter Spielplatz könnte ein Zuhause für Flüchtlinge werden

Eine erste Asylbewerberfamilie zieht Ende Oktober nach Westerrade — Ehrenamtler werden zur Betreuung der Neubürger gesucht — Es fehlt auch noch an Wohnungen.

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So gut besucht wie am Mittwoch war eine Sitzung des Westerrader Gemeinderates schon lange nicht mehr.

Quelle: Fotos: Petra Dreu

Westerrade. Die Suche nach geeignetem Wohnraum für Flüchtlinge hat Jan-Henrik Fechner, Ordnungsamtsleiter vom Amt Trave-Land, schon so manch schlaflose Nacht gekostet. Aus Westerrade konnte er am Mittwoch von den Gemeindevertretern ein positives Signal mitnehmen. Den stillgelegten Spielplatz an der Querstraße können sich die Kommunalpolitiker als Standort für ein oder zwei Holzhäuser vorstellen, in denen sechs bis zehn Flüchtlinge ein neues Zuhause finden könnten.

Der Amtsmitarbeiter kann einem wirklich leid tun: Noch einmal richtete er den eindringlichen Appell an Gemeindevertreter und Einwohner, freie Wohnungen, aber auch Grundstücke, die sich als Stellflächen eignen könnten, zu melden. Dabei allerdings hat sich das Amt von Containern verabschiedet. „Sie sind derzeit auf dem Markt so gut wie nicht zu haben“, sagt Jan Fechner. Stattdessen sollen Holzhäuser aufgestellt werden. Möglich wäre dort ein größeres Haus für zehn Personen oder aber zwei kleinere Häuser mit Platz für jeweils drei bis vier Personen.

Neben dem Spielplatz wurde auch der alte Sportplatz, der für den Sportbetrieb nicht mehr genutzt wird, als möglicher Standort genannt, aber nicht weiter verfolgt. Bis Flüchtlinge auf das 575 Quadratmeter große Spielplatzgelände ziehen können, dürfte aber noch etwas Zeit vergehen. Gar nicht mehr lange aber dauert es, bis eine Wohnung in der Alten Schule das neue Zuhause von Flüchtlingen wird. „Die Eigentümerfamilie der Alten Schule wünscht sich, dass dort eine Familie einzieht. Dem soll auch Rechnung getragen werden“, berichtete Bürgermeisterin Silke Behrens. Bereits Ende Oktober könnte der Umzug stattfinden. Für die Betreuung werden noch Ehrenamtler gesucht, die die Familie in Empfang nehmen und alles für sie vorbereiten.

Nicht nur mit geeigneten Grundstücken für Flüchtlinge sieht es in Westerrade mau aus, sondern auch mit Bauland. Bei Anfragen von Einwohnern oder Auswärtigen kann Bürgermeisterin Silke Behrens bislang nur mit den Schultern zucken. Da die Innenentwicklung eines Dorfes Vorrang vor der Außenentwicklung hat, wurde Kreisplanerin Heike Jendry mit der Erstellung eines Baulückenkatasters beauftragt. Das allerdings hat nur neun Baulücken zutage gebracht, von denen nur fünf zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Das allerdings auch nur für den Eigenbedarf. Will die Gemeinde Bauland für Einwohner bereithalten, müsste sie ein neues Baugebiet ausweisen. Bis zum Jahr 2025 dürfte Westerrade laut Regionalplanung maximal um 14 Wohneinheiten wachsen.

In den vergangenen Jahren hat Westerrade mit einem hohen Verlust in den Wasserleitungen zu kämpfen gehabt, wobei keine genaue Ursache zu finden war. Als erste Maßnahmen hatte der Bau-, Wege-, Planungs- und Umweltausschuss nun einen Hydranten erneuert und zwei Entlüfter stillgelegt — und siehe da: „Seit Mai 2015 ist der Wasserverlust rapide zurückgegangen. Wir beobachten das weiter“, berichtete der Ausschussvorsitzender Michael Dölger.

Petra Dreu

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