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Warder: Erst eine Versammlung, dann kommt die Unterschrift

Rohlstorf Warder: Erst eine Versammlung, dann kommt die Unterschrift

Teilnehmer der ersten, nicht öffentlichen Diskussionsrunde zur geplanten Flüchtingsunterkunft im „Gasthof am See“ zeigten sich mit deren Verlauf zufrieden.

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Benefiz für die Flüchtlinge

„100 Flüchtlinge sind die absolute Obergrenze, wenn es zu einer Unterkunft in Warder kommen sollte.“ Landrat Jan Peter Schröder

Rohlstorf. Unterschrieben sei, was die Unterbringung von Flüchtlingen in Warder angehe, noch überhaupt nichts. Komme es aber dazu, dass Menschen im ehemaligen „Gasthof am See“ untergebracht werden, so würden 100 Flüchtlinge die absolute Obergrenze bedeuten. Das sagte Landrat Jan Peter Schröder den LN auf Anfrage.

Mittwochabend fand im Gemeindehaus der Kirche zu Warder auf Einladung von Pastor Roland Scheel (die LN berichteten) eine große Gesprächsrunde mit Vereinsvertretern, Kommunalpolitikern, Feuerwehren und Verbänden statt. Die interne Veranstaltung sei von dem Gedanken getragen gewesen, das Heft des Handels in der Hand zu behalten. Teilnehmer sprachen von einer „konstruktiven Diskussion“. Einige hätten ihre Ängste und Bedenken angesichts der Pläne geäußert. „Da wurde nichts beschönigt, die Probleme wurden klar angesprochen“, hieß es. Deutlich sei auch geworden, dass der Druck beim Kreis Segeberg enorm sei, für die Menschen ein Dach über den Kopf zu schaffen. Gleichzeitig gehe es aber darum, die Dorfbewohner — Warder hat etwa 150 Einwohner — bei der Verwirklichung der Pläne „mitzunehmen“.

Schröder bezeichnete es als ein sehr sachliches und hilfreiches Treffen. Von der von Bürgern angeregten Versammlung, die heute stattfinden sollte und dann abgesagt wurde, habe er lediglich aus der Zeitung erfahren. Persönlich sei ihm der offizielle Weg, wie er jetzt beschritten werde, lieber.

Bei dem Treffen mit Ehrenamtlichen, Verwaltungsleuten, Bürgermeister, Rotem Kreuz, Feuerwehr und Kirchenvertretern sei offen diskutiert worden, was in der Flüchtlingsbetreuung möglich sei und was nicht. Es gelte, Befürchtungen aufzuklären und sachlich damit umzugehen, gleich ob es sich dabei um berechtigte Sorgen oder im Kern unbegründete Befürchtungen handele.

Auch Rohlstorfs Bürgermeister Dirk Johannsen lobte die Veranstaltung: „Es war teilweise sehr emotional, aber auch sehr konstruktiv.“ Engagierte Leute von Vereinen und Verbänden seien bereit, hier mitzuhelfen, wenn es zu der Flüchtlingsunterkunft kommen sollte.

Der politische Druck werde von oben nach unten weitergegeben, meinte einer der Teilnehmer. Deutlich sei gesagt worden, dass die Flüchtlinge nicht nur wenige Wochen bleiben würden, sondern in der Regel pro Person mindestens ein halbes Jahr — wenn es ausreichend freie Wohnungen gebe. Immerhin soll der Landrat in der Versammlung zugesagt haben, dass der Kreis gegebenenfalls Mitarbeiter einstellen werde, die sich um die Flüchtlinge kümmern.

Zwar werde man im Fall des Falles im „Gasthof zum See“ auch bereits vorhandene Drei-Bett-Zimmer nutzen, trotzdem seien 100 Menschen die Obergrenze, sagte Landrat Schröder den LN. Ihm sei klar, dass in diesen Tagen alle möglichen Zahlen genannt und zurückgezogen würden. Was den „Gasthof am See“ angeht, könne man ihn aber an seiner Aussage von den maximal 100 Plätzen messen.

Wie die Gerüchte entstanden seien, in Quaal — das wie Warder gleichfalls zur Gemeinde Rohlstorf gehört — solle ein „Containerdorf“ entstehen, sei ihm völlig unerklärlich. Der Landrat klipp und klar:

„Der Kreis denkt nicht an Containerdörfer — weder für Quaal noch in irgendeiner anderen Gemeinde.“ Sicher sei der Druck für den Kreis Segeberg hoch, was die Wohnungsbeschaffung angehe — ebenso wie für die einzelnen Gemeinden. Doch gelte es, gemeinsam zu Lösungen zu kommen.

Elsbeth Rohweder, die Vorsitzende der Sportschützen Quaal, berichtete den Lübecker Nachrichten, dass der Sportschützenverein sich schon jetzt in der Flüchtlingshilfe engagiere. Eine Asylbewerber-Familie mit Kindern sei in den verschiedenen Sparten von Kinderturnen bis Volleyball aktiv. „Das steht allen Flüchtlingen bei uns offen“, sagt die Vorsitzende.

Statt wie bisher angekündigt Anfang November soll die mit Spannung erwartete Einwohnerversammlung nun am 11. November abends in der Sporthalle der Grundschule Warderfelde stattfinden. Es wird mit einem Riesenandrang gerechnet. Landrat Schröder hat den Rohlstorfern versprochen, dass erst die Einwohnerversammlung abgehalten werde, bevor etwas unterschrieben werde.

• Eine Themenseite mit vielen Informationen zu Flüchtlingen im Norden finden Sie unter www.LN-online.de/Flucht

Hier können Sie helfen
Wer sich für Flüchtlinge engagieren möchte, aber nicht weiß wie, kann sich an Leeza Lorenz wenden. Sie ist Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche beim Kreis Segeberg, hat Kontakt zu gut 300 Flüchtlingshelfern in mehreren Helferkreisen und kann weitere Kontakte vermitteln. Zu erreichen ist Lorenz unter ☎ 04551/951762 oder per E-Mail: Leeza.Lorenz@kreis-se.de

Weitere Kontakte:

Wahlstedt: E-Mail: fluechtlinge@wahlstedt.de
Trappenkamp: Harald Krille, ☎ 04323/91 4116
Amt Itzstedt: Silke Telemann, ☎ 04535/509-174.

Amt Leezen: Holger Pirdzuhn, ☎ 04552/997727.

Verein „Alleineinboot“: E-Mail info@alleineinboot.com; Internet: www.alleineinboot.com
DRK-Kreisverband Segeberg, Telefon 04551/99211, www.drk-segeberg.de; info@drk-segeberg.de
Technisches Hilfswerk (THW), Ortsverband Bad Segeberg, Tel.: 0174/ 4119965, E-Mail info@thw-se.de, www.thw-se.de
Verein Willkommen in Boostedt, E-Mail: info@willkommen-in-boostedt.de; Internet: www.willkommen-in-boostedt.de
Bartholomäus Kirchengemeinde Boostedt, Arbeitskreis Flüchtlingspartnerschaft, E-Mail: Fluechtlinge@Kirche-Boostedt.de

Lothar Hermann Kullack und Wolfgang Glombik

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