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Segeberg „Wie sagt man bei Ihnen zu Hause eigentlich ,Guten Morgen‘“?
Thema Specials Auf der Flucht Flüchtlinge im Norden Segeberg „Wie sagt man bei Ihnen zu Hause eigentlich ,Guten Morgen‘“?
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18:24 17.10.2015

Welche Sprachen werden in Wahlstedt gesprochen, wie isst man mit verbundenen Augen und was bedeuten Familie und Zuhause? Im Rahmen der Woche der gesellschaftlichen Vielfalt haben sich 80 Kinder des Kinderhauses des Wahlstedter Kinderschutzbundes mit solchen Themen auseinandergesetzt. Da das Thema Flüchtlinge in aller Munde ist und auf Facebook viel Fremdenfeindliches zu finden ist, wollte das Kinderhaus Flagge zeigen und Flüchtlinge willkommen heißen. So haben die Mitarbeiter bei einer Plakataktion mitgemacht. „Da wir darauf negativ angesprochen wurden, haben wir an eine weitere Aktion gedacht, die nicht nur Flüchtlinge, sondern die Vielfalt der Gesellschaft behandelt“, erklärte Friederike Rathjen-Unsinn, Leiterin der Kindertagesstätte. Bürgermeister Matthias Bonse wurde als Schirmherr gewonnen, gestern informierte er sich über die Ergebnisse, präsentiert in Form von Collagen. „Es ist ein spannendes Projekt, ich habe zur Schirmherrschaft gleich ja gesagt“, so Bonse. Schließlich sei die Stadt durch Flüchtlinge geprägt worden, 63 Nationen würden derzeit in Wahlstedt leben. Er könne verstehen, dass es Ängste bezüglich der Asylanten gebe, doch solch eine tolle Aktion baue Vorurteile und Ängste ab. Und das scheint gelungen zu sein. „Ein Kind hat uns gesagt, dass Flüchtlinge dumm seien, nach der Woche sieht es das nun anders“, erzählte die Leiterin.

In unterschiedlichen Gruppen haben die Kinder den Themenkomplex erarbeitet. Einige sind auf die Straße gegangen und haben Passanten nach ihren Sprachen gefragt und was „Guten Morgen“ in dieser heißt.

Die Interviews wurden aufgezeichnet, außerdem sind die Antworten in das Guten-Morgen-Lied eingeflossen. Es gibt jetzt fünf Strophen.

Andere haben sich mit dem Thema Familie und Zuhause auseinandergesetzt und Fotos von ihrer Familie mitgebracht. Außerdem wurde ein Bilderbuch über einen Flüchtlingsjungen angeschaut und ein Leben mit körperlichen Beeinträchtigungen nachempfunden. Mit verbundenen Augen oder einem Arm in einer Schlinge wurde gegessen. Doch auch gekocht haben die Mädchen und Jungen — eine leckere polnische Wurstsuppe und finnischen Nachtisch. „Weil die Kinder selbst gekocht haben, hat sogar das Gemüse geschmeckt“, sagte Friederike Rathjen-Unsinn und schmunzelte.

Silvie Domann

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