Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Fit & Gesund Ernährungsberatung im neuen Eltern-Kind-Zentrum des UKSH
Thema Specials Fit & Gesund Ernährungsberatung im neuen Eltern-Kind-Zentrum des UKSH
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:19 13.03.2019
Werdenden Eltern eine fundierte Ernährungberatung anzubieten, ist dem Team im neuen Eltern-Kind-Zentrum des UKSH ein wichtiges Anliegen. Quelle: Foto: Transurfer/stock.adobe.com
Lübeck

Übergewicht und Diabetes sind nicht nur für werdende Mütter ein Problem, sie können auch dem Ungeborenen gefährlich werden“, sagt Prof. Dr. Achim Rody, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am UKSH, Campus Lübeck. „Und leider wird die Problematik eher größer als kleiner, denn wir haben es immer öfter mit übergewichtigen Müttern zu tun.“

Übergewicht ist oft auch mit anderen Erkrankungen wie etwa Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und einer Zuckerkrankheit verbunden. Zu viel Zucker ist nicht gut, insbesondere in der Schwangerschaft. Die Bauchspeicheldrüse muss Schwerstarbeit leisten und so viel Insulin produzieren, dass der Zucker irgendwie im Körper verteilt werden kann. „Natürlich sind auch die ungeborenen Kinder an diesem Kreislauf beteiligt“, erklärt der Professor. „Auch ihre Bauchspeicheldrüse läuft dann auf Hochtouren. Mit fatalen Folgen für das Ungeborene während der Schwangerschaft, nämlich zu rasches Wachstum in der Gebärmutter, und auch für die Zeit nach der Geburt.“ Denn wenn die übermäßige Zuckerzufuhr durch die Mutter wegfällt, die Bauchspeicheldrüse aber trotzdem noch große Mengen Insulin ausschüttet, dann droht eine lebensgefährliche Unterzuckerung. Solche Babys müssen daher intensiv überwacht werden.

Professor Rody und sein Team im neuen Eltern-Kind-Zentrum sind darum schon früh daran interessiert, Eltern bei der Familienplanung zu unterstützen – und dabei geht es nicht um künstliche Befruchtung, sondern eher um Ernährungsberatung. Tatsächlich ist eine Untersuchung auf Diabetes bei werdenden Müttern seit einigen Jahren Teil der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen. Babys von zuckerkranken Frauen sind größer als der Durchschnitt der Kinder ohne eine Zuckerkrankheit der Mutter. Das kann problematische Folgen haben. „Manche dieser Babys können nur per Kaiserschnitt zur Welt kommen, weil sie einfach zu groß für den Geburtskanal sind“, sagt der Gynäkologe.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Babys, die im Mutterleib zu wenig Nährstoffe bekommen und deswegen eher zu klein bleiben. Diese Unterversorgung ist durch eine Schwäche des Mutterkuchens bedingt, der für den Sauerstoffaustausch und die Versorgung des Babys mit Nährstoffen während der Schwangerschaft zuständig ist. „Diese Kinder mussten früh Mechanismen entwickeln, das Maximale aus dem Nährstoffangebot herauszuholen“, so der Klinikdirektor. „Wenn es dann aber irgendwann ein normales Nahrungsangebot gibt, wird auch das so umgesetzt wie ein Mangelangebot. Mit der Folge, dass diese Kinder in der Regel übergewichtig werden.“

Ernährungsberatung gibt es im Eltern-Kind-Zentrum auch nach der Entbindung. „Wir raten allen Müttern unbedingt sechs Monate lang zu stillen“, sagt Prof. Rody. „Das hat gleich mehrere Vorteile. Die wichtigsten: eine gesündere Mutter und ein zufriedeneres Baby. Das sind uralte Verhaltensmechanismen, die da zusammenspielen. Wenn das Baby Hunger hat, schreit es. Das Schreien des Babys sorgt bei der Mutter dafür, dass die Milchproduktion angekurbelt wird. Das Ganze funktioniert wie in der Wirtschaft nach Angebot und Nachfrage.“ Wird aber zugefüttert, passiert Folgendes: Das Baby schläft länger, schreit nicht und die Mutter produziert in der Folge weniger Milch. Das heißt, dass es beim nächsten Stillen weniger zu trinken gibt, das Baby schreit schneller nach der Flasche. Ein fataler Kreislauf, der irgendwann dazu führt, dass das Stillen ganz eingestellt wird. Um dem entgegenzuwirken gibt es im Eltern-Kind-Zentrum eine Stillberaterin, die den jungen Eltern entscheidende Tipps an die Hand gibt.

Nicht nur für die mentale Zufriedenheit ist Stillen ein wichtiger Faktor. Rody: „Eine lange Stillzeit senkt signifikant das Risiko an Brustkrebs, Eierstockkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken. Die Medizin weiß noch nicht genau, warum das so ist, aber vermutlich ist es so, dass bestimmte Stammzellen, die auf dem Weg sind zu entarten, also maligne zu werden, durch den Vorgang des Stillens abgetötet werden.“ Tatsächlich verändert sich das Drüsengewebe durch das Stillen. Unter dem Mikroskop kann man gut erkennen, welche Frauen gestillt haben. Je ausgeprägter und differenzierter sich die Milchkanäle durch das Stillen entwickelt haben, desto geringer ist das Risiko, im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Und das ist doch eigentlich das schönste Argument, das Baby lange mit der Muttermilch zu ernähren.

Campus Lübeck

Tel. 0451/ 500-0, www.uksh.de

Holger Schöttendreier

Wenn die Mitralklappe undicht ist, gerät der Blutfluss im Herzen aus der Bahn – ein Fall für die hochspezialisierten Mediziner am Universitären Herzzentrum des UKSH

13.03.2019

Neben der täglichen Zahnpflege und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt empfehlen viele Mediziner auch eine Professionelle Zahnreinigung (PZR). Für die PZR zahlt die AOK jetzt im Rahmen des Gesundheitsbudgets zweimal pro Kalenderjahr jeweils bis zu 50 Euro für ihre Versicherten.

12.03.2019

Das Projekt „Share to Care“ ermöglicht Ärzten und Krebspatienten, in Ruhe die richtige Krebstherapie zu finden und zu besprechen

11.03.2019