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Fit & Gesund Universitäres Herzzentrum am UKSH Lübeck
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11:47 13.03.2019
Mitralklappeninsuffizienzen sind ein häufiges Thema im „Heart Team“. Quelle: Foto: 7activestudio/stock.adobe.com
Lübeck

Erika S. bekommt seit einem Tag kaum noch Luft. So als würde jemand ihren Kopf immer wieder unter Wasser drücken. Der Hausarzt fackelt nicht lange und weist sie in die Notaufnahme ein – zum dritten Mal in den letzten zwei Monaten. In den Etappen dazwischen bekommt die Seniorin vom Hausarzt entwässernde Spritze, wenn es ihr schlecht geht. Aber das sorgt immer nur kurz für Besserung.

Im Universitären Herzzentrum des UKSH, Campus Lübeck führt ein Spezialistenteam einen Kathetereingriff durch. Bereits zwei Tage später kann die Patientin wieder nach Hause entlassen werden, eine Reha beginnen und endlich wieder ausgedehnte Spaziergänge mit ihrem Mann genießen.

Das Universitäre Herzzentrum ist eine Besonderheit des UKSH in Lübeck und Kiel. Die Einrichtung sichert Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen eine fachübergreifende Diagnostik und Therapie zu. Prof. Dr. Harald Langer, Direktor der Medizinischen Klinik II (Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin) und Prof. Dr. Stephan Ensminger, Direktor der Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie, sind die Köpfe des Universitären Herzzentrums.

Innerhalb des Herzzentrums gibt es ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Universitätsmedizin: das „Heart Team“. Die interdisziplinäre Einheit setzt sich zusammen aus Kardiologen, Herzchirurgen und Anästhesisten. Die Mediziner kommen mehrmals wöchentlich zusammen, um die Erkrankungen der Herzpatienten im Sinne der personalisierten Medizin, bei der jeder Patient als Individuum betrachtet wird, zu besprechen und gemeinsame Entscheidungen über die bestmögliche Therapie zu treffen.

Nicht selten geht es im „Heart Team“ um Patienten mit einer sogenannten Mitralklappeninsuffizienz. Die Mitralklappe ist eine der vier Herzklappen und wird beim Pumpen stark beansprucht. Sie liegt zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer und hat eine Art Ventilfunktion: Sie lässt bei gesunden Menschen sauerstoffreiches Blut in die linke Herzkammer einströmen und schließt sich dann, um den Rückfluss des Blutes zu verhindern. Bei einer Mitralklappeninsuffizienz schließt sie jedoch nicht korrekt. So kann Blut in die entgegengesetzte Richtung zum linken Herzvorhof zurückfließen. Betroffene leiden oft unter Beschwerden wie Wassereinlagerungen im Körper und Kurzatmigkeit. Denn: Wird die Undichtigkeit der Mitralklappe zu groß, kommt es im Herzen zu einem Rückstau von Blut, der bis in die Lunge reichen kann, was zur Überwässerung der Lunge führt.

Früher gab es dann nur eine Option: einen herzchirurgischen Eingriff, bei dem der Brustkorb geöffnet werden muss. Seit einigen Jahren existieren jedoch Alternativen. Welche der vier zur Verfügung stehenden Maßnahmen für den jeweiligen Patienten infrage kommt, beraten die Spitzenmediziner im „Heart Team“. „Nach ausführlicher Diagnostik erfolgt die individualisierte Besprechung eines jeden Falls in unserer interdisziplinären Konferenz“, so Prof. Langer. Auf der Basis werde festgelegt, ob ein offen-chirurgischer Eingriff, einer von zwei minimalinvasiven Ansätzen oder eine medikamentöse Therapie das beste Verfahren darstellt.

Patienten, bei denen nur wenige oder schwache Symptome auftreten, können zunächst medikamentös behandelt werden. Sie erhalten blutdrucksenkende Mittel, Blutverdünner und entwässernde Medikamente.

Je nach Ursache, Schweregrad und Symptomatik rät das „Heart Team“ aber auch zu nichtoperativen und operativen Methoden zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz. Das Einsetzen eines MitraClips ist eine der beiden minimalinvasiven Möglichkeiten. Bei dem nichtoperativen Verfahren werden die undichten Gewebesegel der Mitralklappe mithilfe des Clips, einer Klammer, aneinander befestigt. Damit die Undichtigkeit komplikationsfrei behoben – die Ärzte sagen: rekonstruiert – werden kann, steht der Eingriff unter 3-D-Ultraschall-Überwachung. Der MitraClip wird bei schlagendem Herzen mittels Kathetertechnik durch einen kleinen Stich in der Leiste über die untere Hohlvene bis zur undichten Herzklappe vorgeschoben, in Position gebracht und fixiert. Der minimalinvasive Eingriff nimmt selten mehr als eine Stunde in Anspruch. Bereits nach ein, zwei Tagen kann der Patient das UKSH wieder verlassen. Der MitraClip eignet sich besonders für Hochrisikopatienten in höherem Alter, denn der Eingriff gilt als schonend und gut verträglich, falls Begleiterkrankungen vorliegen. In naher Zukunft wird den Universitätsmedizinern eine weitere Option mittels Kathetertechnik zur Verfügung stehen, da das UKSH Lübeck als eines der ersten Zentren Deutschlands für dieses Verfahren als Anwender ausgewählt wurde.

Der zweite minimalinvasive Weg nennt sich MIC Mitralklappenchirurgie. Die operative Behandlung erfordert den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Der Zugang zur Mitralklappe erfolgt über einen kleinen Schnitt unterhalb der rechten Brustwarze, durch den die feinen chirurgischen Instrumente und eine endoskopische Kamera in den Körper eingebracht werden. Während der Operation stellt ein hochauflösender Endoskopie-Monitor eine exzellente Sicht auf die Mitralklappe sicher. Im Anschluss an den Eingriff wird der Patient etwa fünf Tage lang stationär versorgt. Die OP-Technik nutzt man meist bei jüngeren Patienten, die nicht zur Hochrisikogruppe zählen, Wert legen auf ein kosmetisch ansprechenderes Ergebnis und frühe postoperative Belastbarkeit.

„Goldstandard ist und bleibt aber weiterhin der Eingriff am offenen Herzen“, so Prof. Ensminger. Die Operation bei ruhendem Herzen und Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine sei bis heute die Methode, die Ärzten das genaueste Arbeiten erlaube. Doch die Belastung für den Patienten ist höher als bei einer Intervention, sodass man sie bei jüngeren, relativ gesunden Patienten durchführt, die aufgrund ihrer allgemeinen körperlichen Verfassung dafür infrage kommen.

Campus Lübeck

Tel. 0451/ 500-0, www.uksh.de

Jessica Ponnath

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