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Spaziergänge in Lübeck Der „Märchenwald“ an der Trave
Thema Specials Spaziergänge in Lübeck Der „Märchenwald“ an der Trave
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14:29 08.07.2015
Förster Stefan Zink am Traveufer in der Moislinger Aue. Hier rasten viele Bootswanderer. Quelle: Fotos: Thorsten Wulff

Es muss einmal gesagt werden: Moisling ist schön. Stefan Zink, Förster von Waldhusen, kennt alle Wälder in Lübeck und die schönsten Winkel. Für ihn gehört der Krähenwald in Moisling dazu. Hier startet seine Wanderung.

Es weht ein kühler Wind, das Grün der Buchen ist betörend. Unten in der Senke fließt die Trave. Das macht sie schon ein paar tausend Jahre so. Gewandert wird oben auf der Endmoräne. Der Eiszeit sei Dank. Hier im Krähenwald spannen die Moislinger bei eher kurzen Spaziergängen aus. Meist haben sie ihre Hunde dabei. Man trifft sich morgens und nachmittags, bewundert die Buchen und Eichen, ist im Frühjahr begeistert vom Blütenmeer der Buschwindröschen, beobachtet die Kindergartenkinder, die bei Wind und Wetter fast täglich den Wald erforschen.

Die Route in der Karte (hier können Sie sie in großer Ansicht öffnen):

Der Spaziergang
Start ist am Bruchweg in Moisling. Dann geht es zum Drosselbartweg, der in den Krähenwald und zur Moislinger Aue führt. Unter der Autobahnbrücke hindurch nach Reecke.

Dauer/Länge: Der Weg ist sechs Kilometer lang, man sollte sich aber reichlich Zeit nehmen und genießen.

Wege: Festes Schuhwerk ist wichtig. Je nach Witterung können die Wege auch matschig sein. Mit Kinderwagen kann es Probleme geben.

Parken: Parkmöglichkeiten gibt es am Ende des Bruchweges.

Öffentliche Verkehrsmittel: Mit den Buslinien 5, 7, 11, oder 12 zur Bushaltestelle August-Bebel-Straße.

Einkehrmöglichkeiten: „Agatas Grill“ in Moisling, August-Bebel-Straße 45, geöffnet Montag bis Sonnabend von 11 bis 21 Uhr, sonntags von 12 bis 21 Uhr. „Traveblick“ in Hamberge, Hamburger Straße 2, geöffnet Dienstag bis Sonnabend 11.30 bis 14 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr, sonntags 15 bis 2 Uhr. „Landhaus Hamberge“, Stormarner Straße 14 in Hamberge, geöffnet Donnerstag, Freitag, Sonnabend von 12 bis 14 Uhr und ab 17.30 Uhr, sonntags ab 11.30 Uhr durchgehend.

In der Moislinger Aue bleibt Stefan Zink am Ufer der Trave stehen, wo ein Pärchen picknickt, blickt über das Wasser zu den Wiesen. Er mag diesen Ort. Der „Lieblingsspaziergang“ des Försters ist Teil des Jakobswegs und des Hanseatenwegs. Wer mit offenen Augen durch die Natur läuft, sieht die kleinen Schilder an den Bäumen, die die Wanderer auf Kurs halten. Zuweilen künden auch gelbe Pfeile eine Richtungsänderung an.

Kurz hinter der Moislinger Aue beginnt ein Stück Natur, das nur wenige kennen. Der Weg führt unter der Autobahnbrücke hindurch. Schön ist es hier noch nicht.

Doch Zink verspricht „Phantastisches“. Ein gelber Pfeil deutet am Leganer Weg nach rechts Richtung Trave. Nach links geht es zum Stadtgut Niendorf. Einige hundert Meter weiter beginnt das Paradies, das Bestandteil der Wälder und Felder des Stadtgutes ist. Der Weg wird schwieriger und verschlungener, die Bäume werden dicker. Hier scheitern Wanderer mit Kinderwagen. Feuchte Wiesensenken mit Schachtelhalm, riesige Rotbuchen, mächtige Eichen, prächtige Bergahorne. Unübersehbar ist die Winterlinde, die um 1800 gepflanzt wurde und fast so alt ist wie die Stieleiche neben der Kapelle des Stadtguts Niendorf. Durch diesen alten Wald sollten die Spaziergänger nicht hasten, sondern rasten und die Bäume auf sich wirken lassen. Alles andere wäre vertane Zeit.

Plötzlich ist dieser Wald zu Ende. Der Wanderer steht im Licht. Der Märchenwald öffnet sich und macht Wiesen Platz. Doch die 30 Hektar große Fläche wird in einigen Jahren ebenfalls ein Wald sein, in dem die Eichen vorherrschen werden. 2009 ließ Stefan Zink hier Eicheln säen. Die Eichen sind jetzt schon einen halben Meter hoch. Am Rande des „Märchenwaldes“ wurden 20 verschiedene Baumarten gepflanzt, darunter Weiden, Ebereschen, Weißdorn und Hainbuchen. Zink freut sich über diesen neuen Wald . Auf die Frage, was denn für ihn das Besondere an dieser Wanderung von Moisling nach Reecke ist, antworte der 50-Jährige: „Hier wandere ich durch eines der wertvollsten Waldstücke Lübecks.“ Viele selten Tiere und Pflanzen wie der Rotmilan und Riesenschachtelhalm hätten hier ihr Refugium.

Rund sechs Kilometer lang ist die Wanderung, die man verlängern kann — Richtung Klein-Wesenberg oder Hamberge. Da es viele Abzweigungen gibt, ist eine Wanderkarte sinnvoll.

Torsten Teichmann

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