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Fliegende Kugeln und ruhige Hände

Travemünde Fliegende Kugeln und ruhige Hände

Gestern lockte das 24. Internationale Holstentorturnier Hunderte von Boule-Spielern nach Travemünde.

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960 Boule-Begeisterte nahmen an dem gestrigen Turnier teil, Phatchane und Peter Latsch waren extra aus Hessen angereist.

Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Travemünde. Konzentriert wirft Jasper seine Kugel. Nur knapp gleitet das Metall an dem pinkfarbenen „Schweinchen“, dem kleinen Zielball vorbei. Dann bereitet sich der 14-Jährige auf seinen nächsten Wurf vor. „Ich spiele seit vier Jahren Boule“, erklärt Jasper zwischen den Spielzügen. „Seit einem Jahr trainiere ich regelmäßig, es ist ein abwechslungsreicher Sport, bei dem man viel Konzentration mitbringen muss.“

Und die brauchte Jasper gestern mehr als genug: Zusammen mit 960 weiteren Spielern, nahm der junge Duisburger am Boule-Masterturnier im Brügmanngarten in Travemünde teil. Ausgerichtet wird der Wettkampf, der den zunächst irreführenden Namen „24. Internationales Holstentorturnier“ trägt, von der Compagnie de Boule aus Lübeck. „Seit 1992 richtet unser Verein das Turnier aus“, sagt Vorstandsvorsitzender Michael Duske, „die ersten vier Jahre wurde auf der Rasenfläche vor dem Holstentor gespielt.“ Als immer mehr Boule-Begeisterte teilnahmen, wechselten die Veranstalter nach Travemünde, „den alten Namen haben wir aber trotzdem beibehalten“, so Duske.

Mittlerweile ist der Wettbewerb zum größten professionellen Masterturnier Deutschlands gewachsen, auf 256 Spielbahnen traten 320 gemeldete Teams von jeweils drei Personen gestern gegeneinander an.

Das Alter der Teilnehmer reichte dabei von elf bis über 90 Jahren, und auch zwischen Frauen und Männern wurde nicht unterschieden. Nur eine Voraussetzung mussten alle Teilnehmer mitbringen: Eine Boule-Lizenz. „Die Lizenz kostet im Jahr 25 Euro und kann über den Boule-Verein oder die Spielgemeinschaft, in der man als Spieler Mitglied ist, erworben werden“, so der 71-Jährige. Eine Prüfung müsse man nicht ablegen, „die Lizenz ist dann wichtig, wenn man an Turnieren teilnehmen will, auf denen Ranglistenpunkte vergeben werden“, so Duske.

Auf eine hohe Platzierung hoffte gestern auch Muriel Hess. Die 25-Jährige hat sich seit ihrem neunten Lebensjahr dem Boulespielen verschrieben, mittlerweile spielt die junge Frau aus Freiburg sogar in der deutschen Boule-Nationalmannschaft. „Man kann schon sagen, dass es eine Leidenschaft ist“, schwärmt die Freiburgerin von ihrem Sport, „ es ist eine schöne Mischung aus Konzentration und Zusammensein, die einfach Spaß macht.“ Und als trainierter Spieler auch durchaus anstrengend sein kann: „Boule-Spiele können sehr lange dauern“, so Muriel Hess, „in einem Turnier spielt man mehrere Durchgänge hintereinander, da braucht man schon Erfahrung und Ausdauer.“

Bei den Europameisterschaften belegte sie mit ihrem Team bereits zwei Mal den dritten Platz, das gestrige Turnier in Travemünde begann für die junge Freiburgerin jedoch erst einmal entspannt:

Souverän gewann ihr Team die Vorrundenspiele, damit qualifizierten sich die Frauen für die A-Runde des Turniers, in der die besten Boule-Spielers des Wettbewerbs teilnahmen.

Auch Jasper spielte im A-Turnier, zusammen mit seinem Vater und dessen Lebensgefährtin. Sein Spiel-Geheimnis: „Man darf sich nicht aufregen, wenn mal etwas schief geht“, so der 14-Jährige.

Die Endspiele wurden dann gestern bis in die späten Abendstunden ausgetragen, die Ergebnisse lagen den LN bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Und auch heute wird im Brügmanngarten gespielt: „Heute findet das Turnier statt, bei dem auch Nicht-Lizenz-Inhaber teilnehmen können“, sagt Michael Duske, „die Mannschaften bestehen da nur aus zwei Personen.“

Runde Sache
Ein Satz Boulekugeln besteht aus drei hohlen Metallkugeln pro Spieler. Bei Doublette-Turnieren — hier spielen zwei gegen zwei — tritt jeder Teilnehmer mit drei Kugeln an. Bei 3er-Teams spielt jeder mit zwei Kugeln.
Neben Gewicht und Durchmesser unterscheiden sich die Kugeln auch durch die Härte des Metalls. Außerdem variiert das Gewicht der Kugeln zwischen 650 und 800 Gramm.


Darüber hinaus sollte jeder Spieler einen Lappen zum Entfernen von Staub und Schmutz und eine Zielkugel (Schweinchen) dabei haben.

Katrin Diederichs

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